49-Jähriger stirbt in der Haftzelle der Polizei

Am Donnerstag, 04.06.2020 gegen 09.45 Uhr, wurde ein 49-Jähriger deutscher Obdachloser wegen Ladendiebstahls von einer Polizeistreife festgenommen. Da er ohne festen Wohnsitz war, erging eine Abklärung über die zuständige Staatsanwaltschaft, die anordnete, dass er am nächsten Tag beim Ermittlungsrichter vorzuführen sei. Aufgrund seines allgemeinen Gesundheitszustandes wurde er zur Prüfung seiner Haftfähigkeit in einem Krankenhaus untersucht. Dort wurde er nach Abschluss der medizinischen Maßnahmen für haftfähig erklärt und am Nachmittag in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München verbracht.

Am Abend hatte der vermutlich alkoholkranke 49-Jährige starke Entzugserscheinungen und wurde aufgrund seiner Schmerzen abermals in ein Krankenhaus gebracht. Auch hier wurde nach einer Behandlung keine Notwendigkeit für einen stationären Aufenthalt festgestellt.
Der 49-Jährige wurde daraufhin um kurz nach Mitternacht wieder zurück in die Haftanstalt gebracht und legte sich schließlich schlafen. Bei den regelmäßigen Kontrollen danach gab es keinerlei Auffälligkeiten.

Bei einer weiteren Kontrolle am Freitag, 05.06.2020 gegen 05.00 Uhr, waren bei dem 49-Jährigen keine Lebenszeichen mehr zu erkennen. Eine sofortige Reanimation verlief ergebnislos.

In Bezug auf die Todesursache wurden nun, wie üblich, aus Gründen der Neutralität, die weiteren Ermittlungen durch das Bayerische Landeskriminalamt übernommen.

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