Baumfällmaßnahme im Tierpark Hellabrunn aufgrund von Eschentriebsterben

Hellabrunn von oben
Foto: Tierpark Hellabrunn / Marc Müller

Zum ersten Mal wurde im Münchner Tierpark Hellabrunn eine Fällgenehmigung für eine größere Anzahl an Bäumen erteilt. Grund ist der erhebliche Pilzbefall von 72 Eschen, die ab dem 1. Oktober, nach Beendigung der Vogelschutzzeit, gefällt werden müssen. Als Gegenmaßnahme ist eine zeitnahe, umfangreiche Ersatzpflanzung verschiedener heimischer Baumarten geplant.

Das Eschentriebsterben durch Pilzbefall hat sich seit 2008 rasant in Bayern ausgebreitet. Leider blieben auch zahlreiche Eschen im Tierpark unter den annähernd 2.300 Bäumen in Hellabrunn nicht verschont. Ab Mitte Oktober werden 72 Eschen, verteilt auf dem gesamten Tierparkgelände, sukzessive gefällt. Betroffen sind Eschen mit einem Stammdurchmesser ab 80 cm, gemessen ab einem Meter über dem Boden.

Das Eschentriebsterben ist eine schwerwiegende Baumerkrankung, die durch einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz verursacht wird. Als harmloser Blattpilz besiedelt dieser in Asien heimische Eschenarten. In Europa befällt dieser Pilz – eine Nebenfruchtform des falschen weißen Stengelbecherchens – mittelfristig ganze Kronenenteile. In der Baumkrone sterben von der Spitze die Triebe bis zu den Starkästen ab und treiben buschmäßig über „schlafende Knospen“ wieder aus. Dadurch werden sowohl Alt- als auch Jung-Eschen zum Absterben gebracht. Durch die Schwächung sind die Bäume sehr anfällig für den Eschenbastkäfer sowie den Hallimasch. Bis heute ist keine alternative wirksame Behandlungsmethode bekannt.

„Die zur Fällung genehmigten Bäume wurden vorab auf nistende Vögel und Fledermäuse vom Landesbund für Vogelschutz sowie von weiteren internen Fachleuten begutachtet.“, erklärt Tierpark-Direktor Rasem Baban und weiter: „Um die Sicherheit der Besucherwege und Tieranlagen dauerhaft zu gewährleisten, sind wir zu den vorsorglichen Fällarbeiten verpflichtet. Daher können die abgestorbenen Bäume leider auch nicht als Torsobäume für Vögel und Insekten verbleiben“, bedauert Tierpark-Direktor Rasem Baban.

Die Maßnahme wird nun nach Beendigung der Vogelschutzzeit, welche vom 1. März bis 30. September gilt, durch die Mitarbeiter der Tierpark-Gärtnerei mit einer Hubarbeitsbühne durchgeführt. Als Ausgleich der Fällung werden Bäume verschiedener heimischer Arten wie z.B. Erlen, Flatterulmen, Traubeneichen und Hainbuchen mit einem Stammumfang von 18 bis 20 cm im Herbst 2019 und Frühjahr 2020 gepflanzt. Die Anpflanzung unterschiedlicher Baumarten verringert die Anfälligkeit gegenüber spezifischen Krankheitserregern und stärkt damit mittelfristig den Baumbestand in Hellabrunn.

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