Bundespolizei München: Einsatzreicher Jahresbeginn – Zahlreiche Gewaltdelikte im Bahnbereich

Bundespolizei München: Einsatzreicher Jahresbeginn - Zahlreiche Gewaltdelikte im Bahnbereich
Foto: Bundespolizei

Die Silvesternacht und der Neujahrstag waren für die Münchner Bundespolizei geprägt von zahlreichen Einsätzen aufgrund diverser Körperverletzungsdelikte. In einem Fall wird ein Mann gesucht, der eine bedrängte Frau verteidigte und anschließend von deren Begleitern attackiert wurde.

Aufdeckung einer Gewalttat dank Videoaufzeichnung:

Durch eine routinemäßige Sichtung der Videokameras am Ostbahnhof konnte durch einen Beamten der Bundespolizei am 31. Dezember ein Angriff auf einen Mann entdeckt werden, der eine Frau verteidigte, die zuvor von ihrem Begleiter bedrängt wurde. Nach derzeitigem Ermittlungsstand waren ein 22-Jähriger und ein 28-Jähriger gemeinsam mit einer 20-Jährigen gegen 04:15 Uhr am Ostbahnhof unterwegs, als der 22-Jährige mit der Frau in Streit geriet und sie auch körperlich bedrängte. Am Treppenaufgang zum Bahnsteig kam ein bisher Unbekannter hinzu und versetzte dem 22-Jährigen einen Schlag, vermutlich um die Frau zu schützen. Deren Begleiter griffen den Unbekannten an und er wurde die Treppe hinuntergestoßen. Am Boden liegend traten die Beiden auf den Unbekannten ein. Die 20-Jährige flüchtete daraufhin und auch der Unbekannte entfernte sich vom Tatort. Aufgrund der Videoaufzeichnungen konnten die zwei Tatverdächtigen und die Frau, alle afghanische Staatsangehörige, gegen 13:45 Uhr durch eine Streife erkannt und zur Dienststelle gebracht werden, von der sie nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen wurden. Gegen die beiden Afghanen wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Bahnmitarbeiter geschlagen:

Gegen 23:15 Uhr am 31. Dezember wurde die Bundespolizei über eine Auseinandersetzung zwischen einer Streife der Deutsche Bahn Sicherheit und einem Fahrgast informiert. Ein 29-jähriger Pole fuhr mit der S1 vom Münchner Flughafen in Richtung Hauptbahnhof und machte aufgrund seiner Alkoholisierung einen hilfsbedürftigen Eindruck. Als eine Streife des Sicherheitsdienstes ihn aus diesem Grund versuchte anzusprechen, schlug er einen 42-jährigen Bahnmitarbeiter ins Gesicht und wurde daraufhin zu Boden gebracht. Eine eintreffende Streife der Bundespolizei nahm den Mann mit zur Wache am Hauptbahnhof. Hier wurde festgestellt, dass er bereits wegen Körperverletzung und Nötigung von der Staatsanwaltschaft per Aufenthaltsermittlung gesucht wird. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde eine Blutentnahme angeordnet. Nach Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten wurde der Wohnsitzlose auf freien Fuß belassen. Gegen ihn wird wegen Körperverletzung ermittelt.

Unbelehrbare Streithähne:

Gegen 01:44 (1. Januar) Uhr gerieten ein 40-jähriger Iraner und ein 33-jähriger Ukrainer in einer stadtauswärts Richtung Petershausen verkehrenden S-Bahn in Streit, in dessen Verlauf es zu gegenseitigen Tätlichkeiten kam. Der Triebfahrzeugführer informierte die Bundespolizei, die daraufhin am Haltpunkt Untermenzing auf den Iraner und einen Zeugen traf. Der Ukrainer war nach Aussagen seines Kontrahenten geflüchtet. Der Iraner, der aufgrund der Tätlichkeit einen Cut an der Nase hatte, verneinte eine Behandlung durch den Rettungsdienst und konnte nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen seinen Weg mit der S-Bahn fortsetzen. Auf der Fahrt zwischen Untermenzing und Dachau trafen die Beiden erneut aufeinander und es kam wieder zu einer Auseinandersetzung in deren Verlauf der Ukrainer durch einen Schlag gegen den Kopf eine Schwellung an der Schläfe sowie zwei abgebrochene Schneidezähne erlitt. Eine Zeugin verständigte neuerlich die Polizei und alle Beteiligten konnten am Bahnhof Dachau angetroffen werden. Aufgrund starker Kopfschmerzen wurde der Ukrainer vom Sanitätsdienst behandelt. Die zuständige Staatsanwaltschaft ordnete eine Blutentnahme bei dem Iraner an. Alle Beteiligten konnten im Anschluss auf freien Fuß gesetzt werden. Gegen beide Männer wird wegen Körperverletzung ermittelt.

Stoß ins Gleis endete glimpflich:

Am Neujahrsmorgen gegen 06:45 Uhr gerieten ein 19-jähriger Deutscher und ein 32-jähriger Vietnamese am Gleis 1 am Ostbahnhof aneinander, nachdem sie bereits zuvor im Werkviertel in Streit geraten waren. Im Verlauf geriet der Vietnamese auch mit dem 26-jährigen deutschen Begleiter des 19-Jährigen in eine verbale Auseinandersetzung. Der 26-Jährige trat und schlug den 32-Jährigen und versetzte ihm einen Stoß, woraufhin er in den Gleisbereich stolperte. Der Triebfahrzeugführer einer einfahrenden S8 leitete eine Schnellbremsung ein und kam ca. 100m vor dem 32-Jährigen zum Stehen. Der konnte eigenständig den Gleisbereich verlassen und schlug daraufhin den 26-Jährigen. Der 19-Jährige trennte beide. Der 32-Jährige erlitt eine blutige Lippe. Alle drei Männer waren alkoholisiert. Nach Sachverhaltsaufnahme durch die Bundespolizei konnten alle Personen ihren Weg fortsetzen. Es wird wegen wechselseitiger Körperverletzung ermittelt.

Frau schlägt mit Krücke zu:

Gegen 20:45 am 1. Januar informierte ein Mitarbeiter der Deutsche Bahn Sicherheit die Bundespolizei am Hauptbahnhof über eine körperliche Auseinandersetzung im Zwischengeschoss. Vor Ort konnten eine 26-Jährige und ein 46-Jähriger, beide tschechische Staatsangehörige, angetroffen werden. Beide wurden mit zur Wache genommen, wobei die Frau den Mann auf den Weg zur Dienststelle beleidigte. Eine Auswertung der Videoaufzeichnungen ergab, dass die Frau dem Mann mehrfach ihre mitgeführte Krücke ins Gesicht schlug. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,4 Promille bei der Frau und 2,0 Promille bei dem Mann. Zur Behandlung wurde der 46-Jährige in ein Krankenhaus gebracht, aus dem er zwischenzeitlich entlassen wurde. Die zuständige Staatsanwaltschaft ordnete eine Blutentnahme sowie eine Haftrichtervorführung für die 26-Jährige für den 2. Januar an. Die Ermittlungen werden wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung geführt.