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Foto: Bundespolizei

Fünf Gewaltdelikte innerhalb weniger Stunden

Bundespolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung

München – Wiesn is! Schlägereien sind an der Tagesordnung. Aber nicht immer haben Gewaltdelikte mit der Wiesn zu tun. Die Bundespolizei ermittelt in fünf Fällen von zum Teil gefährlicher Körperverletzung, begangen gestern (1. Oktober) innerhalb weniger Stunden.

Zweimal gefährliche Körperverletzung, dreimal Körperverletzung, zweimal Beleidigung und einmal Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte lautet das Fazit von vier Einsätzen, zu denen die Bundespolizisten vom Münchner Hauptbahnhof gestern Abend gerufen wurden.

Zuerst rückten die Beamten nach Holzkirchen aus. Dort gerieten in einem Zug der Bayerischen Oberlandbahn, der von Bayrisch Zell nach München unterwegs war, zwei somalische Staatsbürger in Streit. Nachdem sich ein 14-Jähriger und seine 19-jährige Landsmännin wohl erst gegenseitig beleidigt hatten, soll der Jugendliche der jungen Frau mit beiden Füßen gegen den Kopf getreten haben. Diese wiederum soll einen Schuh nach dem Jugendlichen geworfen haben, ohne ihn jedoch zu treffen. Beamte der örtlichen Polizeiinspektion konnten die Situation schnell beruhigen und den Fall zuständigkeitshalber an die Bundespolizei übergeben, die jetzt wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung gegen die beiden Afrikaner ermittelt. Die junge Frau musste sich nach der Vernehmung in ärztliche Behandlung begeben.

Am Hauptbahnhof München geriet ein 28-Jähriger aus nicht bekanntem Grund so in Rage, dass er seine 25-jährige Begleiterin direkt vor den Augen einer Bundespolizeistreife ohrfeigte. Da griffen die Beamten natürlich sofort ein und brachten den Schläger auf die Wache. Dort zeigte der Serbe den Bundesbeamten unmissverständlich, was er von der ganzen Sache hielt. Er streckte ihnen sein nacktes Hinterteil entgegen. In der Vernehmung stritt er zudem alles ab und forderte schließlich ein Taxi, das ihn zu seinem Hotel bringen solle. Ein Taxi riefen die Ermittler dann nicht. Dafür zeigten sie den Wahl-Schweizer aber wegen Körperverletzung und Beleidigung an, bevor er die Wache wieder verlassen durfte.

In Olching sollte eine Fahrscheinkontrolle mit einer gebrochenen Nase und zwei Personen im Krankenhaus enden. Mitarbeiter des zivilen Prüfdienstes der Münchner S-Bahnen hatten in der S 3 nach Mammendorf drei Fahrgäste ohne gültige Fahrscheine erwischt. Am Haltepunkt Olching verließen die Ertappten die S-Bahn. Dort sollten dann auch ihre Personalien festgestellt werden. Im Laufe dieser Personalienfeststellung kam es zu einer Rangelei, wobei einer der vermutlichen „Schwarzfahrer“, ein 49-jähriger Deutscher, einem 36-jährigen Kontrolleur einen Kopfstoß mit solcher Wucht gegen die Nase verpasste, dass nach einer ersten Diagnose des verständigten Notarztes die Nase dem Angriff nicht standgehalten hat und sogar eine Verletzung der Halswirbelsäule nicht auszuschließen ist. Aber auch dem Tatverdächtigen setzte wohl die ganze Aufregung zu sehr zu. Er erlitt offensichtlich einen Asthmaanfall. Daher mussten beide Tatbeteiligten vom Rettungswagen in ein Münchner Krankenhaus gebracht werden, der 36-Jährige mit Verdacht auf Nasenbeinbruch, der 49-Jährige wegen seiner Atemnot. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 49-Jährigen.

Auch der Haltepunkt Hackerbrücke darf zur Wiesnzeit im Reigen der Gewaltdelikte nicht fehlen. Hier haben Vater und Tochter gezeigt, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Ein 52-Jähriger hatte wohl auf der Wiesn zu sehr dem Gerstensaft gefrönt und war infolge dessen deutlich alkoholisiert. Als er in Begleitung seiner 21-jährigen Tochter beim Einstieg in die S-Bahn die Tür nicht freimachen und den Weisungen eines Mitarbeiters der DB-Sicherheit nicht Folge leisten wollte, kam es zum Streit mit dem Sicherheitsmitarbeiter. Im Laufe der Auseinandersetzung griff der 52-Jährige den Sicherheitsmann an. Bundespolizisten, die den Vorfall beobachteten, griffen ein und mussten den renitenten Angreifer zu Boden bringen. Offensichtlich die Schuld für die missliche Lage des Vaters beim Bahnmitarbeiter suchend, trat die 21-Jährige dem Kontrahenten ihres Erzeugers zwischen die Beine. Dies brachte auch Ihr eine nähere Begegnung mit den Bundespolizisten ein, wobei sie auch eine Bundespolizistin tätlich angriff. Bei Ihrer Festnahme trat sie nach der Beamtin. Abschließend bekamen beide Familienmitglieder von der Bundespolizei je eine Anzeige wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte als Wiesn-Souvenir mit auf den Heimweg.