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Geldkarte: MVG reagiert auf Marktentwicklung

Die Geldkarte wird immer mehr zum Auslaufmodell: Die Volks- und Raiffei- senbanken haben bereits 2014 damit begonnen, die Geldkarte schrittweise vom Markt zu nehmen, weil das Interesse der Kunden zu gering war. Neue Girokarten werden seitdem ohne Geldkarte-Funktion ausgegeben. Andere Kreditinstitute haben die Geldkarte derzeit zwar noch im Angebot; jedoch sind diese mit vielen älteren Automaten nicht mehr kompatibel.

Auch jeder zweite Automat der Münchner Verkehrsgesellschaft  (MVG) kann die neuen Geldkarten nicht verarbeiten; eine Umrüstung dieser älteren Automaten ist technisch nicht möglich. Aber auch an den neueren Au- tomaten wird die MVG die Geldkarte ab dem Fahrplanwechsel am Sonntag, 13. Dezember, nicht mehr als Zahlungsmöglichkeit anbieten, weil die Nachfrage kontinuierlich zurückgegangen ist und inzwischen gegen Null tendiert. In den letzten Monaten lag der Umsatzanteil der Geldkarte am MVG-Automatenverkauf bei lediglich 1,5 Prozent. Auch in den Jahren zuvor war die Nachfrage bereits äußerst gering (2014 zum Beispiel zwischen 2 und 3 Prozent). Das System Geldkarte hat daher keine Zukunft mehr. Auch andere Unternehmen haben sich aus diesem Grund schon vor einiger Zeit von der Geldkarte verabschiedet, etwa die Hamburger Hochbahn.

Dem Verzicht auf die Geldkarte steht bei der MVG allerdings ein kontinuierlicher Ausbau anderer Zahlungsmöglichkeiten gegenüber. So werden die stationären Automaten an Haltestellen und Bahnhöfen bereits seit 2010 gegen moderne Geräte ersetzt, die neben Banknoten auch EC- und Kreditkarten annehmen, die immer mehr Kunden zur Zahlung ihres Fahrscheins verwenden. Mit der Beschaffung neuer Busse und Trambahnen sind auch in den Fahrzeugen erste neue Automaten im Einsatz, die nicht nur Münzgeld, sondern nun auch Banknoten, EC- und Kreditkarten annehmen. Insbesondere die EC-Karte zeigt eine deutliche Zunahme als Zahlungsmittel. Daher beginnt auch in Kürze eine schrittweise Erneuerung der Automaten in allen Bussen und Trambahnen. Diese werden dann jeweils eine Online-Verbindung haben und damit grundsätzlich das Bezahlen auch mit EC- oder Kreditkarte ermöglichen. Außerdem gibt es seit Ende 2013 das HandyTicket. Die elektronischen Fahrscheine erfreuen sich großer Beliebtheit: Ihr Umsatzanteil steigt kontinuierlich und liegt bei der MVG inzwischen bei rund 7 Prozent im Bartarif (Einzelfahrt, Streifen- oder Tageskarte), Tendenz steigend. Allein die MVG hat seit der Einführung im Dezember 2013 knapp 2,5 Millionen elektronische Fahrscheine verkauft.