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„Gelegenheit macht Diebe“ – Toilettenmitarbeiter unterschlagen 30.000 €

München, 11.10.2017. Am Montagnachmittag (9. Oktober) wurden zwei Mitarbeiter einer Toilettenanlage am Münchner Hauptbahnhof festgenommen. Sie sollen ihrem Arbeitgeber mehrere tausend Euro unterschlagen haben. Beide mussten nach Haftrichtervorführung am Dienstag in Untersuchungshaft.

Die Bundespolizei ermittelt zusammen mit der Staatsanwaltschaft München I gegen einen 62-Jährigen und dessen 56-jährige Lebensgefährtin. Dem aus Kroatien stammenden Mann wird zur Last gelegt, dass er in den zurückliegenden Monaten aus Automaten von Bahnhofstoiletten Münzgeld in einer Höhe von mindestens 30.000 Euro unterschlagen haben soll. Gegen die Lebensgefährtin aus Bosnien und Herzegowina wird wegen Mittäterschaft ermittelt.

Der Betreiber der Bahnhofstoiletten kam Anfang Oktober auf die Bundespolizei zu und informierte, dass gegen einen 62-jährigen Mitarbeiter der Verdacht bestehe, dass er aus Münzautomaten Geld unterschlägt. Im Zeitraum von Mitte November 2016 bis Anfang Oktober 2017 soll der Firma Bargeld in Höhe von mindestens 30.000 € unterschlagen worden sein.

Der 62-Jährige ist als ausschließlich als Reinigungskraft angestellt und nicht mit finanziellen Aufgaben, wie der Entnahme von Geldkassetten oder Bargeld bzw. Abrechnungen betraut. Seine 56-jährige Lebensgefährtin ist als Objektleiterin bei derselben Firma tätig. Sie ist u.a. für die Protokollierung von „Geldtüten“ zuständig; sogenannten Safebags, die das Münzgeld enthalten. Ebenso hat sie die Schlüsselgewalt über die Automaten. Nach ersten Ermittlungen hat sie ihm den Schlüssel für die Entleerung der Geldkassetten überlassen. Beide sind seit mehreren Jahren für die Firma tätig. Aufgefallen war die Sache, nachdem im November 2016 ein elektronisches Zählwerk in die Automaten der WC-Anlagen verbaut worden war. Daher ergibt sich auch die genannte Schadenshöhe, da rund 30.000 Euro nicht verrechnet worden waren.

Nachdem es zu erheblichen Abrechnungsdifferenzen kam, leitete die Firma eigenständig Ermittlungen ein und informierte, als sich ein konkreter Verdacht gegen den 62-Jährigne erhärtete, die Bundespolizei.

Auf Beschluss des Amtsgerichtes München fand am Montagnachmittag bei den beiden in Garching Wohnenden eine Hausdurchsuchung statt. Dort wurden hochwertige Reinigungsmittel in größeren Umfang festgestellt. In einem Spind des 62-Jährigen am Arbeitsplatz wurde zudem Münzgeld in Höhe von mehr als 12.000 Euro aufgefunden.

Münchner Bundespolizei und Staatsanwaltschaft München stehen am Anfang ihrer Ermittlungen. Beide Tatverdächtige wurden festgenommen und gegen beide ordnete der Haftrichter am Dienstag Untersuchungshaft an.