Großzügige Spende für die Kinderschutzarbeit von Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Mirjam Landgraf

Großzügige Spende für die Kinderschutzarbeit von Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Mirjam Landgraf
Quelle: Klinikum der Universität München

Kindeswohlgefährdung beinhaltet körperliche, sexuelle und emotionale Misshandlung sowie körperliche und emotionale Vernachlässigung. Die Diagnostik und Betreuung der Kinder und Jugendlichen sowie die Kooperation mit den Eltern ist komplex und bedarf einer hohen Kinderschutzmedizin- und Gesprächsführungs-Expertise. In den Jahren während und nach der COVID-Pandemie sind die Fälle von Kindeswohlgefährdung, die im Dr. von Haunerschen Kinderspital zur Beurteilung vorgestellt wurden, immer zahlreicher und komplexer geworden.

Säuglinge, Kinder und Jugendliche mit Verdacht auf Kindeswohlgefährdung werden im Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums München in der Notfallambulanz, auf den Stationen am Campus Innenstadt wie auch in Großhadern und im integrierten Sozialpädiatrischen Zentrum (iSPZ Hauner) versorgt. Dafür sind interdisziplinäre Fallbesprechungen, die Erstellung eines Diagnostikplans und die Bestimmung des weiteren Vorgehens für die Kinderärzt:innen und das psychosoziale Team notwendig. Es erfolgen Gespräche mit dem betroffenen Kind und den Eltern sowie die Kommunikation mit Konsilärzt:innen, Kooperationspartnern, dem Jugendamt und den anderen Hilfesystemen zum Wohle des Kindes.

Fälle von Kindeswohlgefährdung seit der Pandemie häufiger und schwerer
In den Jahren der COVID-Pandemie sind die Fälle von Kindeswohlgefähr-dung, die im Dr. von Haunerschen Kinderspital zur Beurteilung vorgestellt wurden, immer zahlreicher geworden. Die aktuellen Fallzahlen nach Ende der Pandemie sind weiter gestiegen. Im Jahr 2023 haben die Mitarbeitenden das interdisziplinäre Kinderschutzteam am LMU Klinikum fast doppelt so viele Kinder und Jugendliche wie im Jahr 2022 hinsichtlich Kindeswohl-gefährdung abgeklärt – inzwischen 148 Fälle im Jahr. Neben der Diagnostik findet auch eine Krisenintervention für die Familie statt, und die Nachbetreuung im Dr. von Haunerschen Kinderspital/iSPZ Hauner wird organisiert.

Zusätzlich zur Zunahme der Fälle sind diese in den letzten Jahren auch deutlich komplexer geworden: mit Fällen von z.B. Kinder-Pornographie und erpresster Prostitution, über vermehrte Fälle mit fraglichem Münchhausen-by-proxysyndroms bis hin zur Gefahr des Ehrenmordes des Mädchens nach sexuellem Übergriff.

Hohe Expertise in der Kinderschutzarbeit am LMU Klinikum
Das Dr. von Haunersche Kinderspital des LMU Klinikums als universitäre Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche mit Gewalterfahrung wird damit immer wichtiger. Insbesondere da dort eine Kind-adäquate, multiprofessio-nelle, somatische und psychologische Abklärung durchzuführen und das Kind und seine Bezugspersonen angemessen in der Krise zu unterstützen.

Die Kinderschutzarbeit des interdisziplinären Kinderschutzteam um Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Mirjam Landgraf wird in 2023 von der Winheller Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mit einer Spende in Höhe von 3.000 Euro gefördert. Diese Spende wird für Fortbildungen von Klinikmitarbeiter:innen in der Kinderschutzmedizin und notwendige digitale Versorgungs-Tools verwendet und kommt so Kindern mit Vernachlässigung, sexueller oder körperlicher Gewalt zugute. „Wir bedanken uns herzlich bei der Kanzlei Winheller für ihre Spende, weil diese direkt unseren kleinsten und schwächsten Patientinnen und Patienten in einer bedrohlichen Lebenssituation zugute kommt“, sagt Prof. Dr. med. Markus M. Lerch, Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des LMU Klinikums. Frau Prof. Dr. med. Dipl. Psych Mirjam Landgraf ergänzt: „Kinderschutzmedizin ist elementarer Bestandteil der Kinder- und Jugendmedizin mit all ihren Disziplinen. Wir fühlen uns als interdisziplinäres Hauner Kinderschutz-Team nicht nur verantwortlich für die Abklärung von Kindeswohlgefährdung, sondern auch für den Schutz und die weitere gute Versorgung der betroffenen Kinder und Jugendlichen.“