Katrin Habenschaden spricht mit Bürgermeisterkollegen über Situation im Oberland

Katrin Habenschaden spricht mit Bürgermeisterkollegen über Situation im Oberland

Auf Einladung der Tegernseer Tal Tourismus GmbH hat sich Münchens 2. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden am Mittwochabend mit mehreren Bürgermeister-Kollegen aus dem Oberland zu einer Videokonferenz getroffen. Es ging dabei um die Vorbehalte in einigen Gemeinden gegenüber Ausflüglern aus München und um die Frage, wie sich die angespannte Situation im gegenseitigen Einvernehmen lösen lässt. An dem Gespräch nahmen neben Katrin Habenschaden Bürgermeister Robert Kühn (Bad Wiessee), 2. Bürgermeister Michael Bourjau (Tegernsee), Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (Schliersee), Bürgermeister Dr. Gerhard Braunmiller (Miesbach), 2. Bürgermeisterin Astrid Güldner (Miesbach) sowie Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH, teil.

Katrin Habenschaden machte den Vorschlag, eine gemeinsame Informationskampagne zu starten, um die Münchner Tagestouristen für die Situation im Alpenvorland zu sensibilisieren und für gegenseitiges Verständnis zu werben. Teil der Kampagne könnte sein, auf attraktive Ziele abseits der bekannten Touristenmagnete hinzuweisen. Das würde zur Entlastung der besonders betroffenen Orte vom Autoverkehr beitragen und zudem helfen, die Ansteckungsgefahr mit Corona zu reduzieren. Diesen Vorschlag begrüßten die Bürgermeister einhellig. Die Runde einigte sich zudem darauf, einen Runden Tisch Tagestourismus ins Leben zu rufen, an dem die LH München, die betroffenen Gemeinden und Landkreise sowie Tourismusverbände teilnehmen sollen. Das Gespräch am Abend des 13. Januar fand in sehr offener und freundlicher Atmosphäre statt und war geprägt vom Willen, die Herausforderungen über die aktuelle Corona-Situation hinausgehend gemeinsam anzugehen.

Katrin Habenschaden, 2. Bürgermeisterin in der Landeshauptstadt München und an der Stadtspitze für Tourismus verantwortlich:
„Das war ein konstruktives Gespräch, geprägt von gegenseitigem Verständnis. Es ist immer besser, miteinander zu reden als übereinander. Die Münchner lieben das Alpenvorland mit seiner wunderschönen Natur. Ein Besuch im Oberland ist Balsam auf die Seele vieler Stadtbewohner und gerade für viele ein Lichtblick in schweren Zeiten. München und das Umland leben in einer Symbiose und besonders während Corona müssen wir einander helfen und solidarisch sein. Der Genuss der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur ist allen Bürgerinnen und Bürgern in der Bayerischen Verfassung garantiert. Dieses Recht muss aber mit Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt einhergehen, als Bergsteigerin und Grüne ist mir das besonders wichtig. Es ist schlicht eine Sauerei, wenn Menschen ihren Müll hinterlassen und Anwohner und Natur respektlos behandeln. Gleichwohl finde ich es inakzeptabel, wenn die Münchner angefeindet werden nur aufgrund ihrer Herkunft. Das Auto-Kennzeichen sagt nichts über die Kinderstube aus.“

Robert Kühn, Bürgermeister der Gemeinde Bad Wiessee:
„Genauso wie wir herzlich in München willkommen sind, so heißen wir auch nach den Beschränkungen alle Gäste wieder recht herzlich willkommen. Trotzdem haben wir als Politiker den Startschuss gemacht. Wir werden an unserem gemeinsamen Ziel arbeiten, einen sanften und rücksichtvollen Tourismus im Oberland zu etablieren und in die Köpfe der Bürger*innen zu bekommen.“

Franz Schnitzenbaumer, Bürgermeister der Marktgemeinde Schliersee:
„Ich wünsche mir gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme, damit kommen wir gemeinsam aus der Krise.“

Michael Bourjau, 2. Bürgermeister der Stadt Tegernsee:
„Das Tegernseer Tal empfängt seit Generationen Gäste und versteht sich als Erholungsgebiet. Vor diesem Hintergrund stellen die aktuellen Einschränkungen und das anhaltende Erholungsbedürfnis der Besucher*innen eine Herausforderung für beide Seiten dar. Gegenseitiges Verständnis und ein offener Dialog schaffen den Rahmen für ein freundschaftliches Miteinander in der Krise und ebnen den Weg für ein Danach.“

Dr. Gerhard Braunmiller, Bürgermeister der Kreisstadt Miesbach:
„Wir Miesbacher fahren gerne in die Landeshauptstadt zu den kulturellen Ereignissen auf Weltklasseniveau und die Münchner sollen weiterhin in das Miesbacher Oberland kommen, zum Einkaufen in die Kreisstadt und zur Erholung an unsere Berge und Seen. Aber ich bitte um gegenseitige Rücksichtnahme und Eigenverantwortung während der Pandemiezeit, die Gesundheit ist unser wichtigstes Gut. Zukünftig werden wir die Mobilität nur in den Griff bekommen, wenn wir uns vernetzen und mit Hilfe der digitalen Echtzeitinformation eine zuverlässige Quelle über Verkehrsflussinformationen im Miesbacher Oberland bieten, womit die Verkehrsteilnehmer und Besucherströme gelenkt werden.“

Astrid Güldner, 2. Bürgermeisterin der Kreisstadt Miesbach:
„Die Pandemie und die damit verbundenen Auflagen legen bei vielen Bürgern die Nerven blank. Umso wichtiger ist es, dass wir Politiker für Deeskalation sorgen und Solidarität zeigen. Eines wurde angesichts des aktuellen Verkehrssituation deutlich – und das hat mit Corona nichts zu tun: Seit vielen Jahren hat der Landkreis ein massiv wachsendes Verkehrsaufkommen auch durch den Tagestourismus. Gemeinsam mit der Stadt München hier Konzepte zu entwickeln ist ein wichtiger und sinnvoller Baustein bei der Lösung des Problems.“

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