Kripperlschaun auf dem Münchner Christkindlmarkt 2019

Kripperlschaun auf dem Münchner Christkindlmarkt 2019

„Kripperlschaun“ gehört zum Advent und ist guter Brauch auch in München, wo es am Münchner Christkindlmarkt vielfältige Möglichkeiten gibt, die in Szene gesetzte Weihnachtsgeschichte anzusehen.

Der Kripperlmarkt am neuen Standort
Am Rindermarkt, gleich neben dem Alten Peter, bieten elf Buden Krippen und Krippenzubehör an. Nur eine Kometenlänge vom Marienplatz entfernt, wo sich der traditionelle Münchner Christkindlmarkt mit seinem altbayrischen Charme vor der romantischen Kulisse des neugotischen Rathauses ausbreitet, befindet sich dieses einzigartige Eldorado für Krippenfreunde und solche, die es werden wollen – der Kripperlmarkt des Münchner Christkindlmarkts.

Die Auswahl ist groß und für jeden Geldbeutel: Große orientalische Prunkkrippen, alpenländische Miniaturkripperl, hochwertige Schnitzerware aus Südtirol, Oberammergau und dem Erzgebirge, aber auch preiswerte garantiert bruchsichere Krippenfiguren aus täuschend nach Holz aussehender Plastikmasse, ideal für die erste eigene Krippe junger Familien. Einige Krippenhändler fertigen ihre Ware, zum Beispiel Krippenställe, noch selbst nach traditionellen Vorlagen, oftmals von Generation zu Generation überliefert. In sorgfältiger Kleinarbeit entsteht das Zubehör für den Stall. Von der Laterne über die Spreu für Ochs und Esel bis zu den Gaben der Heiligen Drei Könige findet sich hier alles, was für eine echte Krippe benötigt wird. Die Händler offerieren Dekorationsartikel aus Naturmaterialien, wie Moose und Rinden, ebenso wie für die USA geeignete elektrische Krippenbeleuchtung. Einige Krippenstandler bieten auch Reparaturarbeiten, Restaurierungen und Sonderanfertigungen an.

Der Kripperlmarkt, erstmals 1757 belegt, ist eine Besonderheit des Münchner Christkindlmarktes und gilt als der größte in Deutschland. Diese Spezialabteilung hat eine lange Tradition und separierte sich Mitte des 19. Jahrhunderts als eigenständiger Krippenmarkt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Weihnachts- und Krippenmarkt wieder vereint. Hier kann, mit Muße ausgesucht, ein Stück Weihnachten nach Hause getragen werden. Eine Erinnerung an die Kindheit, als das Kripperl neben dem Christbaum dem kleinen Beschauer eine wundersame Welt öffnete.

Großkrippen auf dem Marktgelände
Die Münchner Stadtkrippe, 1953 vom Münchner Maler und Bildhauer Reinhold Zellner (1905-1990) geschaffen, ist nicht nur für Krippenfreunde Anziehungspunkt im Prunkhof des Neuen Rathauses. Die altbayerische Weihnachtskrippe mit 23 Menschenfiguren und 28 Holztieren lebt von der Spannung zwischen orientalisch gekleideten Figuren und Hirten in alpenländischer Tracht. Auf dem Marienplatz, Ecke Rindermarkt nahe beim Kripperlmarkt, steht die Oberammergauer Großkrippe der Münchner Krippenfreunde e.V.. Der bekannte Oberammergauer Holzschnitzer Georg Lang fertigte die fast lebensgroßen Holzfiguren dieser Krippe. Mit seiner Isarkieselkrippe, ebenfalls im Prunkhof des Neuen Rathauses aufgestellt, vereint H.J. Weimer Natur und Kunst in einer weihnachtlichen Komposition. Die Krippenfiguren sind original Kieselsteine aus der Isar, die der Fluss in Millionen von Jahren geformt hat.

Der Münchner Krippenweg
Im Jahr 1597 stellten die Jesuiten in der Kirche Sankt Michael in der Neuhauser Straße erstmals im München eine Weihnachtskrippe auf, die von der einheimischen Bevölkerung bestaunt wurde. Heute können Krippen-Fans vom 27. November 2019 bis zum 2. Februar 2020 auf einem Rundweg die Krippen der Münchner Innenstadt-Pfarreien besichtigen. Weihnachtskrippen mit der bildlichen Darstellung von Begebenheiten aus dem Alten und Neuen Testament sind eine Dokumentation religiöser Volkskunst.

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