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Foto: Presseamt/Michael Nagy

Medaille „München leuchtet“ in Gold für Eckart Witzigmann

In Anerkennung seiner besonderen Verdienste um das kulinarische Ansehen Münchens hat die Stadt München Prof. Dr. h.c. Eckart Witzigmann die Medaille „München leuchtet – Den Freundinnen und Freunden Münchens“ in Gold verliehen. Bürgermeister Josef Schmid überreichte Witzigmann die Auszeichnung jetzt im Rathaus. „Die Auszeichnung in Gold erhalten nur die Besten ihrer Zunft“, betonte Schmid dabei. „Und damit ist sie bei Ihnen mehr als angebracht.“

Schmid rühmte den 75-jährigen Spitzenkoch als „Urvater moderner deutscher Koch- und Küchenkultur“: „Von München aus haben Sie Einfluss auf die Art und Weise des kulinarischen Genusses genommen, der bis heute anhält.“

Vom französischen Restaurantführer „Gault Millau“ wurde der gebürtige Österreicher Witzigmann 1994 zum „Koch des Jahrhunderts“ gekürt, die höchste Auszeichnung der Kochwelt. Neben ihm dürfen nur drei weitere Kochkünstler weltweit diese Auszeichnung tragen: Paul Bocuse, Joël Robuchon und Frédy Girardet.

Nach seiner Ausbildung in den besten Häusern der Welt, unter anderem bei den französischen Sterneköchen Paul Bocuse und Paul Haeberlin, und Erfahrungen in renommierten Häusern weltweit revolutionierte Witzigmann mit dem Münchner Restaurant „Tantris“ ab 1971 die Küche in Deutschland. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung erkochte sich Witzigmann dort seinen ersten Stern, ein Jahr später folgte bereits der zweite Stern. Die internationale Presse sprach vom „deutschen Küchenwunder“. „München war dabei Ihr Labor für die neuen Kochkünste“, betonte Bürgermeister Schmid jetzt die Bedeutung dieses Erfolges für die Stadt.

1978 eröffnete Witzigmann sein eigenes Restaurant „Aubergine“ am Münchner Maximiliansplatz, das der Guide Michelin bereits nach einem Jahr mit drei Sternen auszeichnete – als erstes Restaurant in Deutschland überhaupt. Witzigmann war damit erst der zweite Koch außerhalb Frankreichs, der diese höchste Auszeichnung erhielt. Bis zur Schließung des Restaurants 1993 konnte Witzigmann die drei Sterne Jahr für Jahr wieder erringen. Gourmets aus aller Welt, darunter Könige und Staatsoberhäupter, pilgerten nach München, um Witzigmanns kreative Kochkunst zu genießen. „München war mit dem ‚Tantris‘ und dem ‚Aubergine‘ ein Gravitationszentrum der internationalen Küche“, beschrieb Bürgermeister Schmid die Bedeutung der Restaurants.

Seine Kochkunst gab Witzigmann auch an zahlreiche Schüler weiter, die heute selbst zu den absoluten Spitzenköchen zählen. Zu den bekannten Witzigmann-Schülern gehören unter anderem die Sterneköche Harald Wohlfahrt, Christian Jürgens, Heinz Winkler, Hans Haas, Bobby Bräuer, Alfons Schuhbeck und Johann Lafer. „Sie tragen Ihr Vermächtnis weiter in die Kochtöpfe Europas“, so Schmid.

Nach der Schließung des „Aubergine“ startete Witzigmann unter anderem das Eckart Witzigmann Palazzo und das Nachfolgeprojekt Witzigmann-Roncalli-Bajazzo, die durch ganz Deutschland tourten. In Spiegelzelten gab es dabei zum Menü eine Show mit den besten Artisten aus aller Welt. Daneben betätigte sich Witzigmann weltweit als Berater für Restaurants. Unter anderem entwickelte er das bis heute einzigartige Konzept für das Restaurant IKARUS – Hangar 7 am Salzburger Flughafen. Dort kochen im monatlichen Wechsel die besten Küchenchefs aus aller Welt. Außerdem ist Witzigmann äußerst erfolgreich als Kochbuchautor.

Darüber nutzte Witzigmann seine Popularität aber immer wieder auch für caritative Projekte. So beteiligte er sich am Benefizevent „Fauster & Friends“ im Restaurant Königshof, dessen Erlös der Stiftung „Help in Motion“ zugute kommt, die kostenlose medizinische Versorgung für Bedürftige in Entwicklungsländern zur Verfügung stellt. Auch den Verein Lichtblick Seniorenhilfe unterstützt er im Kampf gegen Altersarmut. Für den Verein erstellte er ein Kochbuch „Kochen zum kleinen Preis“. Es liefert nicht nur günstige Gerichte, ein Teil des Verkaufserlöses kommt auch bedürftigen Senioren zugute. Außerdem engagiert sich Witzigmann bei der Aktion „Spitzenköche für Afrika“. Damit werden Bildungsprojekte der Aktion „Menschen für Menschen“ unterstützt.

Für seine Verdienste wurde Witzigmann bereits mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Unter anderem hat ihm die Stadt München bereits 1991 die Medaille „München leuchtet – Den Freundinnen und Freunden Münchens“ in Silber verliehen. Mit der Verleihung der Medaille „München leuchtet – Den Freundinnen und Freunden Münchens“ in Gold bringe die Stadt nun erneut Ihren Dank zum Ausdruck für das internationale Renommee, das Witzigmann der Stadt mit seinem Wirken beschert habe, so Schmid. „Sie haben München zum Leuchten gebracht.“

Neben Familienmitgliedern und Freunden Witzigmanns nahmen an der Ehrung im Rathaus als Vertreter des Stadtrats Otto Seidl, Johann Stadler (beide CSU-Fraktion) und Klaus Peter Rupp (SPD-Fraktion) teil.