Milla Meets Moses – Kinostart: 08.10.2020

Milla Meets Moses - Kinostart: 08.10.2020
Foto: © Lisa Tomasetti

Von der Theaterbühne auf die große Leinwand: Zur Entstehung des Films
MILLA MEETS MOSES beruht auf einem Theaterstück der australischen Autorin und Schauspielerin Rita Kalnejais, das 2012 am Belvoir Street Theatre in Sydney Premiere hatte – und die ganze Spielzeit hindurch ausverkauft war.

Bei der Premiere waren sowohl Alex White als auch Jan Chapman im Publikum, die nun als Produzentin bzw. ausführende Produzentin von MILLA MEETS MOSES fungieren. Ihnen kam gleich am Premierenabend die Idee, dass das Theaterstück einen großartigen Filmstoff hergeben würde. White arbeitete damals für Chapman, und gleich, nachdem der Vorhang gefallen war, liefen beide aufeinander zu, um der anderen mitzuteilen, dass dies das Projekt war, auf das sie gewartet hatten. Kurze Zeit später hatten sie die Filmrechte erworben und begannen, zusammen mit Kalnejais, mit der Entwicklung des Drehbuchs.

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„Als ich das Stück zum ersten Mal sah, war ich völlig hingerissen von seinem frechen, furchtlosen Tonfall“, sagt White. „Es ist ein hartes Thema, aber es wird auf sehr einfühlsame und humorvolle Weise behandelt. Das Publikum lacht über die tragikomischen Situationen und lernt dabei, die Liebe in all ihren Formen zu achten.“

Warum dieser spezielle Tonfall sich so gut für einen Film eignete, erklärt White so: „Was uns dazu gebracht hat, sich MILLA MEETS MOSES als Kinofilm vorzustellen, war Ritas einzigartige Weise zu schreiben. Das Stück fühlte sich gleich an wie fürs Kino gemacht– aufregend, frisch und originell. Unsere ersten Gespräche mit Rita drehten sich darum, wie wir die von ihr geschaffene Welt zu einem Drehbuch formen könnten. Ich glaube, sie hatte mit ihren Figuren noch etwas vor. Sie war mit dem Stück mehr als zufrieden, aber in ihnen steckte noch mehr Leben als das, was sie auf der Theaterbühne zeigen konnten. Es hat großen Spaß gemacht, die vielen Möglichkeiten, die sich eröffneten, zu diskutieren.“

Wie Kalnejais bestätigt, war es auch für sie ein starker Antrieb, noch weiter zu erforschen, was im Stück schon angelegt war: „Ich denke, bei einem Drama wie diesem stellt man zunächst eine Frage – eine Frage, auf die man am Ende wahrscheinlich keine Antwort gefunden hat, die einen aber umtreibt und aufregt. Meine Frage damals war diese: „Wie liebt man, wenn man weiß, dass man nichts zu verlieren hat? Daraus war das Stück entstanden, und es stellte sich als Glücksfall heraus, dass ich eine so große Frage gestellt hatte, denn sie zieht sich auch durch den Film und trägt ihn.“

Es war für die ProduzentInnen keine Frage, dass Kalnejais das Drehbuch schreiben sollte. „Es ist nicht immer so, dass Dramatiker ihre eigenen Filmdrehbücher schreiben, aber wir haben noch nicht einmal darüber nachgedacht, ob wir es jemand anderen machen lassen sollten“, sagt Chapman. „Rita hatte es absolut raus. In ihrer Geschichte steht die Familie im Mittelpunkt. Ihr Thema ist, wie wir uns jeden Tag durchs Leben schlagen. Dieser Film hilft uns zu verstehen, warum wir uns so benehmen, wie wir es tun: all die lächerlichen Dinge, die wir tun; die Dinge, die wir tun, obwohl wir etwas ganz anderes vorhatten. Und wir finden den Humor in kleinen Dingen, aber auch den Schmerz.“

Auf der Suche nach einer Regisseurin wandten sich White und Chapman an Shannon Murphy – für das Projekt, filmisch zu erforschen, wie wir als Familie miteinander umgehen – schien sie die ideale Kandidatin, auch wenn es für Murphy die erste Regie bei einem abendfüllenden Spielfilm war.

„Wir hatten den Film schon ziemlich weit entwickelt, als wir über Shannon nachdachten“, erklärt Chapman: „Sie hatte einige Kurzfilme gedreht und sehr viel Erfahrung im Theater, und sie hatte gerade erst „On the Ropes“ fürs Fernsehen gedreht, was ich sehr lebensecht und lebendig fand. Sie fügte sich sehr einfach in unser Frauen-Team ein – das waren damals nur ich, Alex, Rita, und dann eben noch Shannon. Shannon brachte jede Menge Energie mit, sie verstand den Film absolut, und passte perfekt.“

Allein schon durch ihre Bühnenerfahrung fühlte sich Murphy zu Kalnejais’ Arbeit hingezogen. Das Drehbuch machte diese Verbindung dann endgültig klar, wie Murphy sagt: „Als ich es zum ersten Mal las, war ich von der Geschichte sehr berührt, fand aber auch gleich die Dynamik in der Familie und mit den anderen, die von außerhalb in ihr Leben kommen, sehr spannend. Die Geschichte hatte einen einzigartigen Tonfall und ich war bereit, diese Herausforderung anzunehmen.“

Was die Filmemacherinnen als „herzzerreißende Komödie“ beschreiben, fasst Kalnejais so zusammen: „MILLA MEETS MOSES ist ein Familiendrama, dass so lange lustig ist bis es überhaupt nicht mehr lustig ist. An jedem Punkt sieht es so aus, als ob alle die schlechteste aller möglichen Entscheidungen treffen würden, aber am Ende fügen sich alle diese Teile zusammen und die Familie findet Trost.“

Die Zuschauer sehen die Finlays, die Familie im Mittelpunkt der Geschichte, zu Beginn des Films als Menschen, die eng zusammenhalten. „Als wir die Finlays kennenlernen, wirken sie auf uns wie eine ganz normale Familie, die auf ihre eigene Weise ihren Weg geht und versucht, mit der Krebsdiagnose ihrer Tochter umzugehen“, erklärt Murphy: „Aber je tiefer wir graben und erfahren, was eigentlich vor sich geht, stellen wir fest, dass es ziemlich starke Spannungen gibt, die sich schon lange aufgebaut haben.“ Für Murphy hat sich MILLA MEETS MOSES, wie sie sagt, als unglaublich bereicherndes Projekt herausgestellt: „Ich habe jede Minute genossen, die ich damit zubringen konnte, diesen Film mit dem tollen Cast und dem großartigen Team zu drehen.“

 

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