Moses Mendelssohn Medaille für Rachel Salamander

Moses Mendelssohn Medaille für Rachel Salamander
Münchens Ehrenbürgerin Dr. Rachel Salamander (2.v.l.) mit Professor Dr. Julius H. Schoeps, Oberbürgermeister Dieter Reiter und Dr. Elke-Vera Kotowski, Chefkuratorin der Moses Mendelssohn Stiftung. (Foto: Michael Nagy/Presseamt)

Die Münchner Ehrenbürgerin Dr. Rachel Salamander ist zu ihrem gestrigen 75. Geburtstag mit der Moses Mendelssohn Medaille ausgezeichnet worden. Die Moses Mendelssohn Stiftung vergibt die Ehrung an Persönlichkeiten, die sich im Sinne des bedeutenden jüdischen Aufklärers für Toleranz und Völkerverständigung und gegen Fremdenfeindlichkeit engagieren. Die Medaille wurde der Literaturwissenschaftlerin und Betreiberin einer Fachbuchhandlung für jüdische Literatur im Beisein von Oberbürgermeister Dieter Reiter bei einem Festakt im Alten Rathaus überreicht, den die Stadt München und die Moses Mendelssohn Stiftung zu Ehren der Jubilarin ausgerichtet haben.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „50 Jahre nach den Bücherverbrennungen von 1933 hat Rachel Salamander in München ihre Literaturhandlung eröffnet. Das war ein Glücksfall für die Stadt. Denn damit hat sie nicht nur eine einzigartige Fachbuchhandlung für jüdische Literatur und Literatur zum Judentum geschaffen, sondern auch viel dazu beigetragen, die hier vormals reiche geistige jüdische Welt zu rekonstruieren und wieder neu zu beleben. Mit Lesungen, Vorträgen, Diskussionen und Kabarettveranstaltungen hat sie aus der Literaturhandlung einen wahren Hotspot deutsch-jüdischer Kultur gemacht, ein Kulturzentrum für Gäste aus aller Welt und nicht zuletzt ein glänzendes Aushängeschild der Literaturstadt München.“

Professor Dr. Julius H. Schoeps, selbst Nachfahre Mendelssohns und seit annähernd 50 Jahren Weggefährte der Literaturwissenschaftlerin, betonte, Rachel Salamander sei prädestiniert für die Auszeichnung mit der Moses Mendelssohn Medaille, da sie sich seit Jahrzehnten in ganz besonderer Weise um die Verbesserung des deutsch-jüdischen Verhältnisses verdient gemacht habe. Mit ihr werde eine Frau geehrt, „die sich nicht nur als Literaturwissenschaftlerin, sondern auch als Literaturförderin einen Namen weit über München und Berlin hinaus gemacht und maßgeblich zum Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens in Deutschland beigetragen“ habe.

Für ihre Leistung ist Rachel Salamander bereits vor 25 Jahren mit dem Kulturellen Ehrenpreis der Stadt München geehrt worden. Vor fünf Jahren kam die Ehrenbürgerwürde dazu, die höchste Ehrung, die die Stadt zu vergeben hat.