Münchner Wiesn-Wirte verklagen Versicherung

Münchner Wiesn-Wirte verklagen Versicherung

Das Oktoberfest-Aus hat ein gerichtliches Nachspiel. Weil die Versicherung ihren Vertrag nicht erfüllen und auch nicht für den durch den Ausfall der Wiesn entstandenen Schaden bezahlen möchte, sind sieben Münchner Wiesn-Wirte gezwungen, den juristischen Weg einzuschlagen. Die ersten Klageschriften gehen am heutigen Dienstag, 15. Dezember, bei den Gerichten ein.

Die betroffenen Wiesn-Wirte haben eine Versicherung gegen Veranstaltungs-Ausfallschaden abgeschlossen. Nach der Corona bedingten Absage des größten Volksfestes der Welt wähnten sich die Wirte auf der (ver)sicher(t)en Seite. Schließlich wurde mit der Police ausdrücklich auch das Risiko einer Epidemie abgedeckt. In verschiedenen Verhandlungsrunden kam es jedoch zu keiner gütlichen Einigung. Einige der sieben Gastronomen haben deshalb Klage eingereicht, einige bereiten juristische Schritte noch vor.

Zu den Wirten gehören: Peter Inselkammer (Armbrustschützenzelt), Stephan und Sebastian Kuffler (Kufflers Weinzelt), Eduard Reinbold (Schützen-Festzelt), Christian und Michael F. Schottenhamel (Festhalle Schottenhamel), Arabella Schörghuber (Paulaner Festzelt), Hans Stadtmüller (Fischer Vroni), Ricky Steinberg (Hofbräu Festzelt).

Die Weigerung der Deutschen Sport und Entertainment Versicherungsgemeinschaft (DSE), ärgert Michael F. Schottenhamel richtig. „Das ist genau so, als wenn einem das Haus abbrennt und die Versicherung nicht für den Schaden aufkommen will!Sebastian Kuffler: „Über Jahre haben wir enorm hohe Prämien gezahlt, und dann sollen wir auf den Ausfallkosten sitzen bleiben. Das kann nicht sein, deshalb gehen wir vor Gericht.

Auch wenn das Oktoberfest schon Ende April abgesagt wurde – den Wiesn-Wirten sind bis dahin und darüber hinaus schon hohe Kosten entstanden. Von Mieten über Personal-, Büro- und Lagerausgaben – eben bis hin zu den teuren Versicherungsprämien. Diesen Belastungen stehen wegen der Corona-Pandemie keine Einnahmen gegenüber. „Genau dagegen haben wir uns versichert“, meint Schottenhamel, „Die uns zustehende Summe ist das Geld, das dringend nötig ist, um unsere Betriebe während der Krise weiter betreiben und dadurch Arbeitsplätze erhalten zu können.

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