Nachhaltig und kostenlos: Neue Rangerführungen im Naturpark Ammergauer Alpen

Nachhaltig und kostenlos: Neue Rangerführungen im Naturpark Ammergauer Alpen
Wild und frei: Die Ammer bei Bad Bayersoien. Foto: Ammergauer Alpen GmbH, Thorsten Unseld

Ab April tauchen Gäste in die abwechslungsreiche Landschaft der Naturpark-Region ein und erweitern an der Seite von ausgewiesenen Experten ihr grünes (Ge-)Wissen.

Wo der Hase die Eier versteckt hat? Das wissen die drei Ranger aus dem Naturpark Ammergauer Alpen nicht. Dafür wahrscheinlich alles andere. Ab den Osterferien führen sie regelmäßig durch das 22.738 Hektar große Naturschutzgebiet. Jede Tour hat einen eigenen Schwerpunkt. So bringen die Natur-Experten Licht in die Geschichte des Moores, schärfen auf dem Wiesmahdweg das Bewusstsein für die jahrhundertelange, wertvolle Arbeit der Landwirte oder tauchen an der Ammer in den Lebensraum „Wildflusslandschaft“ ein. Darüber hinaus geben sie wichtige Tipps, wie man sich unterwegs naturverträglich verhält. Die Ausflüge dauern maximal vier Stunden, beginnen jeweils um 13 Uhr und kommen mit wenig Höhenmetern aus. Einige von ihnen sind besonders für Familien geeignet. Die erste Tour startet am 5. April. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Rangerführungen werden um Exkursionen mit Experten ergänzt. Weitere Termine und Infos gibt es unter: www.naturpark-ammergauer-alpen.de

 

Deniz, Dominik und Thomas – so heißen die Ranger, die seit einem Jahr im Einsatz sind. Und die Touren? „Free Chicken“, „Baaz und Zeit“ oder auch „Frühjahrserwachen“. Insgesamt gibt es zwölf verschiedenen Führungen, die durch den Naturpark Ammergauer Alpen leiten. Ergänzt werden sie um weitere Exkursionen mit Experten aus dem Bereich Flora und Fauna – vom Orchideen-Kenner über die Kräuterpädagogin bis hin zur Försterin. „Mit diesen Touren möchten wir Interessierten die Möglichkeit geben, den Naturpark noch besser kennen zu lernen und das eigene Wissen zu erweitern“, erklärt Naturparkkoordinatorin Nina Helmschrott. „Deswegen war uns auch wichtig, dass alle Touren für jedermann gut machbar sind.“

Die „Seerunde“, mit der der Naturpark am 5. April sein umfangreiches Angebot startet, ist für Familien gut geeignet. Sie führt rund um den Soier See sowie über den Moor- und Vogellehrpfad und erklärt die Zusammenhänge zwischen Moor, Natur und Mensch. Zwischendurch darf man im Moortretbecken auf Tuchfühlung mit dem regionalen Heilmittel gehen oder mit einem sogenannten „Ting“-Stift den Gesang der heimischen Vögel anhören und lernen. Auf dem Wiesmahdweg dagegen geht es auf eine Zeitreise, die deutlich macht, wie wertvoll die über Jahrhunderte andauernde Arbeit der Bauern war und ist. „Ohne sie gäbe es diese Kulturlandschaft gar nicht“, erklärt Nina Helmschrott, für die die hohe Artenvielfalt auf den Wiesmahdhängen einfach einzigartig ist. Einen der letzten Wildflüsse Deutschlands, die Ammer, erleben die Teilnehmer bei zwei verschiedenen Touren. Dabei lernen sie, dass die Ammer Lebensader, Lebensraum und Landschaftsgestalter ist und sich in weiten Teilen ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat. Zugleich ist sie das Zuhause seltener Arten, wie zum Beispiel dem Flussuferläufer, der auf den kargen Kiesflächen brütet. „Und genau hier kommen wieder unsere Ranger ins Spiel“, erklärt Nina Helmschrott. „Denn sie zeigen, dass man diese Areale, obwohl sie so steinig und unwirtlich aussehen, nicht einfach betreten darf. Denn es wimmelt hier nur so vor Bewohnern, die ihre Ruhe brauchen und absolut schützenswert sind.“

Besucher aufklären und lenken, das ist eine der Hauptaufgaben des Naturpark-Teams. „Uns ist es wirklich ein Anliegen zu zeigen, welche besonderen Naturschätze die Region hat und warum es so wichtig ist, sich naturverträglich zu verhalten, wenn man unterwegs ist.“ Im Zuge dessen wurden im vergangenen Jahr die Wanderwege der Ammergauer Alpen neu ausgewiesen. Einige „Hot Spots“ blieben dabei außen vor, um die Frequentierung durch Besucher/-innen nicht noch weiter zu erhöhen. Wer dort hinwill, kann das natürlich nach wie vor tun, doch dezidiert drauf hingewiesen wird nicht mehr. Ein konsequenter, aber logischer Schritt für eine Region, die sich seit langem der Nachhaltigkeit verschrieben hat.

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