Neu in München: Kostenlose Altkleider-Abholung durch recyclehero

Neu in München: Kostenlose Altkleider-Abholung durch recyclehero
Nadine Herbrich und Alessandro Cocco, die Gründer und Geschäftsführer von recylcehero (Bildrechte: Tina Kerstan, recyclehero)
  • Das Impact-Startup für mehr Nachhaltigkeit und eine lokale Kreislaufwirtschaft bringt den kostenlosen Abholservice für Altkleider jetzt auch nach München.
  • Durch die Zusammenarbeit mit ortsansässigen Unternehmen macht recyclehero eine soziale und lokale Verwertung von Textilien möglich.
  • Der Abholservice von recyclehero funktioniert umweltfreundlich und klimaneutral per Lastenrad und ist bereits in Hamburg, Köln, Frankfurt und Bonn nutzbar.

Das Hamburger Impact-Startup recyclehero bringt den kostenlosen Abholservice für Altkleider jetzt auch nach München. Umweltfreundlich und klimaneutral werden Altkleider mit Lastenrädern abgeholt und zu großen Teilen mithilfe ortsansässiger Partner in einem lokalen Kreislauf gehalten. Das Modell wurde bereits erfolgreich in Hamburg, Köln, Frankfurt und Bonn eingeführt und soll jetzt auch in München eine soziale und nachhaltige Verwertung von ausrangierten Textilien ermöglichen. 

Ressourcen schonen, Umweltschäden verringern und die lokale Wirtschaft stärken – dazu kann der kostenlose Service von recyclehero entscheidend beitragen. Denn recyclehero bietet eine smarte Lösung für ein globales Problem, das zu großen Teilen von Deutschland mitverursacht wird: Altkleiderexporte nach Afrika und Asien. Diese Exporte sind aus mehreren Gründen problematisch: Die eingesetzten Transportmittel belasten die Umwelt und die Textilien landen am Zielort zu einem hohen Prozentsatz auf immer größer werdenden Deponien oder werden umweltschädlich verbrannt. Außerdem schwächt die kaum vorstellbare und weiterhin zunehmende Masse von Altkleidern die regionale Textilwirtschaft in Entwicklungsländern. 

Erste afrikanische Länder haben bereits 2018 versucht, den Import von Second-Hand-Textilien durch hohe Zölle zu verhindern, dennoch hat sich die Menge der exportierten Kleidungsstücke allein in der EU in den vergangenen zwei Jahrzehnten verdreifacht – auf insgesamt rund 1,7 Millionen Tonnen allein im Jahr 2019. [1] Ein Grund dafür ist die wachsende Fast-Fashion-Industrie. In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Kleidungsproduktion weltweit etwa verdoppelt und gleichzeitig tragen wir Textilien im Schnitt um rund 40 Prozent kürzer.[2] Durch den Zugang zu billiger Kleidung ist der Pro-Kopf-Konsum in Deutschland auf 60 neue Kleidungsstücke jährlich gestiegen.[3] Eine Folge: Pro Person exportieren wir durchschnittlich 5,5 Kilogramm Altkleider pro Jahr. Damit sind wir für 37 Prozent der EU-Exporte verantwortlich und global der zweitgrößte Altkleider-Exporteur nach den USA. [4]   

Heldenhafte Lösung für eine bessere Zukunft

Das Hamburger Impact Start-up recyclehero hat eine kreative Lösung geschaffen, die Exporte verringern, die lokale Wirtschaft stärken und die Umwelt schonen kann: ein neuartiges Verwertungskonzept für Altkleider. Im Mittelpunkt dieses Konzepts steht der Gedanke, es Verbrauchern und Unternehmen so einfach wie möglich zu machen und dabei gleichzeitig soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit vorzuleben. Das funktioniert durch den unkomplizierten und kostenlosen Abholservice von recyclehero – mit klimafreundlichen Lastenrädern im urbanen Raum und klimaneutraler Logistik. Die Abholtermine können einfach online gebucht werden; recyclehero bietet den Service bereits erfolgreich in mehreren deutschen Großstädten an und bringt ihn jetzt auch nach München. 

Auf lokaler Mission: Recyclehero stärkt Kreislaufwirtschaft in München

Der Secondhandmarkt von Textilien ist – vor allem international – von zahlreichen profitorientierten Unternehmen geprägt, die sich kaum um soziale Verwertungsmethoden kümmern.[5] Die beiden Gründer von recyclehero möchten dem ein neues Modell entgegensetzen. „Natürlich könnten wir die gesammelten Altkleider auch für ein paar Hundert Euro pro Tonne in die ganze Welt verkaufen, aber das entspricht nicht unseren Werten”, sagt Nadine Herbrich, Mitgründerin und Geschäftsführerin von recyclehero. „Stattdessen versuchen wir, die in München gesammelten Textilien auch dort wiederzuverwenden und gemeinsam mit unseren Partnern das gesellschaftliche Problem hinter der Überproduktion und dem hohen Konsum anzugehen.”

Das Beispiel Hamburg zeigt, wie gut das funktionieren kann: recyclehero hat dort bereits erfolgreich einen lokalen Altkleider-Kreislauf etabliert. Die gesammelten Altkleider werden an einen familiengeführten Secondhandshop weitergegeben. Was dort nicht verkauft wird, wird bedarfsgerecht an eine lokale Hilfsorganisation weitergegeben. Zudem gibt es Partnerschaften mit weiteren lokalen Shops, die Sammelstellen für Altkleider eingerichtet haben und diese in größeren Mengen und regelmäßigen Abständen von recyclehero abholen lassen.

Um dieses Konzept auch in München erfolgreich umzusetzen, kooperiert recyclehero mit dem Lastenrad-Logistikunternehmen pickshare, das innovative und moderne Logistikkonzepte auf Basis einer offenen Plattform umsetzt. Gemeinsam verfolgen pickshare und recyclehero die Mission, Städte „grüner“ und „sozialer“ werden zu lassen. Im nächsten Schritt sucht recyclehero aktiv lokale Partner aus dem Textilbereich. Bis dahin werden alle in München abgeholten Altkleider deutschlandweit weiterverwendet.

Nachhaltige Entwicklung in Unternehmen mit recyclehero

Mit recyclehero erhalten lokale Firmen und Niederlassungen jetzt die Möglichkeit, Altkleider im Rahmen von Sammelaktionen weiterzugeben sowie mögliche Sammelstellen-Kooperationen mit dem Einzelhandel zu etablieren. So können Mitarbeitende eine niedrigschwellige Nachhaltigkeitsmaßnahme unkompliziert in den Büro- oder Betriebsalltag integrieren. Die Teilnehmer erhalten von recyclehero Kommunikationsmaterial für ihre Mitarbeitenden und entscheiden selbst, wie lange sie sammeln wollen. 

Außerdem wichtig: Zahlreiche Betriebe müssen bis spätestens Ende 2024 die Verwertung anfallender Altkleider nach der neuen Abfallrahmenrichtlinie der EU gestalten, die eine getrennte Sammlung von Textilien vorsieht.[6] recyclehero kann Unternehmen dabei unterstützen. 

„Unser Ziel ist es, Kleidung möglichst lange im lokalen Kreislauf zu behalten – und gemeinsam mit unseren Partnern Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit zu fördern”, erklärt Alessandro Cocco, Mitgründer und Geschäftsführer von recyclehero.

Quellen

[1] European Environment Agency: EU exports of used textiles in Europe’s circular economy, https://www.eea.europa.eu/publications/eu-exports-of-used-textiles 

[2]  Euromonitor International Apparel & Footwear 2016 Edition (volume sales trends 2005–2015); World Bank, World development indicators – GD (2017)

[3] Greenpeace e.V.: Konsumkollaps durch Fast Fashion, https://www.greenpeace.de/sites/default/files/publications/s01951_greenpeace_report_konsumkollaps_fast_fashion.pdf

[4] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/altkleider-textilien-exporte-importe-101.html

[5] Fashion Transparency Index, 2023

https://www.fashionrevolution.org/about/transparency/

[6] Waste Framework Directive – European Commission https://environment.ec.europa.eu/topics/waste-and-recycling/waste-framework-directive_en#implementation (europa.eu)