Neues aus der Geozone Afrika in Hellabrunn

Neues aus der Geozone Afrika in Hellabrunn

Seit Mitte Juli hat die Münchener Tierpark Hellabrunn AG einen neuen Aufsichtsrat und ebenso eine neue Aufsichtsratsvorsitzende: Verena Dietl, seit Mai dieses Jahres die 3. Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München, war am 16.09. zu einem ersten offiziellen Besuch in Hellabrunn. Die geborene Münchnerin machte sich vor Ort ein Bild über Neuerungen im Tierpark: die Fertigstellung des Ziegen-Streichelgeheges sowie das neu errichtete Terrarium im Hellabrunner Giraffenhaus, Teilbereiche der Geozone Afrika.

Das Streichelgehege am Isar-Eingang: Für viele kleine Besucher ist es meist der erste und unverzichtbare Stopp, wenn sie den Tierpark über diesen Eingang betreten. Situationsbedingt muss es bedauerlicherweise nach wie vor geschlossen bleiben. Doch auch von außen betrachtet fallen die dortigen Neuerungen sofort ins Auge und legen nahe, aus welchem Kontinent die Tiere dieses Parkteils stammen: Im sonnigsten und baumlosesten Bereich von Hellabrunn ist die Geozone Afrika verortet. Vier afrikanisch anmutende Rundhütten, die zum Teil offen oder auch zweigeschossig sind, bieten den dort lebenden Afrikanischen Zwergziegen fortan attraktive Unterstand- und Klettermöglichkeiten. Die Finanzierung der Hütten wurde als diesjähriges Spendenprojekt des Hellabrunner Förderkreises ausgewählt, dessen Unterstützer mit einer jährlichen Spende ab 80 Euro regelmäßig die Weiterentwicklung von Tieranlagen dankenswerterweise ermöglichen.   

Hellabrunn wurde 1911 gegründet und setzte in den zwanziger Jahren Maßstäbe mit seinem damals innovativen Konzept als erster Geozoo der Welt, einer geografischen Gliederung des Tierparks in Kontinente. Dieser Tradition verpflichtet, soll dieses Geozoo-Prinzip wieder deutlicher herausgestellt werden. „In den einzelnen Geozonen können sich Besucher in geballter Form über die einzigartige Biodiversität – die Vielfalt des Lebens – der Kontinente informieren und somit die Zusammenhänge von Bedrohungsursachen und Artensterben besser nachvollziehen“, so Verena Dietl, Aufsichtsratsvorsitzende der Münchener Tierpark Hellabrunn AG. „Doch auch auf spielerische Weise kann man die Vielfalt des Lebens erfahren wie etwa hier im Streichelgehege. Derzeit kann man die Ziegen zwar nur vom Besucherweg aus sehen. Ich freue mich aber, wenn Kinder hier hoffentlich bald wieder einen unmittelbaren Tierkontakt erleben können, der für manche Münchner Stadtkinder alles andere als selbstverständlich ist“, so die Bürgermeisterin.

Damit dieses Geozoo-Prinzip noch weiter geschärft wird, müssen nach dem Hellabrunner Masterplan einzelne Tierarten innerhalb des Tierparks umziehen, manche werden abgegeben, andere kommen neu hinzu. So leben – ihrem natürlichen Herkunftsgebiet entsprechend – nun zwei weitere Arten in der Geozone Afrika. Im noch immer geschlossenen Giraffenhaus wurde ein neues Terrarium für Kurzohrrüsselspringer und Ägyptische Dornschwanzagamen errichtet. Hellabrunn dankt der Stiftung „Lebendige Erde – Earthlife Foundation“, die das Projekt unterstützt hat.

Bei der Ägyptischen Dornschwanzagame handelt es sich um eine bedrohte und zugleich neue Reptilienart im Münchner Tierpark. „Wir haben die Echsen aus dem Tiergarten Schönbrunn in Wien erhalten. Sie lebten dort vorübergehend hinter den Kulissen, weil sie vom österreichischen Zoll beschlagnahmt worden waren. In Hellabrunn haben sie nun ein neues Zuhause gefunden und sind in Zoos im deutschsprachigen Raum nur äußerst selten zu sehen. Wir hoffen, dass sie auch von unseren Besuchern bald in Augenschein genommen werden können“, so Tierparkdirektor Rasem Baban. 

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