3.7 C
München
Montag, 16 Februar 2026
Start Nachrichten München OB Reiter führt Münchner Christopher Street Day an – Solidaritätsschreiben an Budapester...

OB Reiter führt Münchner Christopher Street Day an – Solidaritätsschreiben an Budapester Bürgermeister

OB Reiter führt Münchner Christopher Street Day an

Nach seiner Schulter-OP ist Oberbürgermeister Dieter Reiter seit heute wieder zurück im Rathaus und führt die Amtsgeschäfte. Er wird am Samstag die Parade des Münchner Christopher Street Day anführen. Gleichzeitig mit München wird auch Budapest morgen den CSD durchführen, trotz Verbots der ungarischen Regierung.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „München ist und bleibt ein Ort konsequenter Politik gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung und ein Ort mit einer sehr lebendigen und engagierten LGBTIQ*-Community. Der CSD ist ein klares Bekenntnis zu den Menschen, die München zu der vielfältigen, weltoffenen Stadt machen, die wir sind. Das ist auch in Budapest und vielen anderen Städten so. Deshalb habe ich meinem Budapester Amtskollegen geschrieben und ihn unserer Solidarität versichert – in seinem mutigen und unbeugsamen Entschluss, den Pride in Budapest trotz Verbots durchzuführen. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen sich Angriffe auf unsere bunte und offene Gesellschaft wieder häufen, geht es darum zusammenzustehen und sich gemeinsam für die Werte unserer Demokratie einzusetzen.

Ich freue mich deshalb besonders, dass so viele städtische Dienststellen diesen Tag gemeinsam mit der Community feiern, um ihre Solidarität zu zeigen und, dass auch ich wieder persönlich dabei sein kann!“

Das Schreiben an Bürgermeister Gergely Karácsony im Wortlaut:
„Am 28.06.2025 finden in München und Budapest die Pride-Demonstrationen der queeren Communities statt. Seit vielen Jahrzehnten kämpfen LGBTIQ*-Menschen damit gegen Ausgrenzung und Gewalt, für Gleichstellung, Akzeptanz und Wertschätzung.
In den letzten Jahren werden diese Veranstaltungen und auch die LGBTIQ*-Communities zunehmend von rechtsextremen und fundamentalistischen Gruppierungen angegriffen, in Deutschland ebenso wie in Ungarn und anderen Ländern. Immer mehr geht es mit der Verteidigung der Rechte und Sicherheit der queeren Communites auch um die Verteidigung unserer gemeinsamen europäischen Werte.

Demokratie, Versammlungsfreiheit, das Recht der freien Rede – all diese Werte einen uns in Europa. Seit Jahrzehnten arbeiten und kämpfen wir in unseren Städten, Ländern und in der Europäischen Union dafür, die Grundrechte zu schützen und zu stärken.
Gerade wir Bürgermeister der großen Städte erleben, wie sehr die Menschen in unseren Gemeinwesen davon betroffen sind, wenn diese Grundrechte wieder in Frage gestellt werden, versucht wird, ihre Ausübung zu verhindern, Menschen bedroht sind und Gewalt erleben, nur weil sie sind, was sie sind: lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter*, nicht-binär, queer. Ich weiß um die schwierige Situation für den Pride in Budapest, das gesetzliche Verbot durch die ungarische Regierung und die Ängste, die dadurch geschürt werden. Aber auch der Protest und die Wut der Community und ihrer Bündnispartner*innen kommen bei uns hier an. Es ist mir daher wichtig, Ihnen meine ausdrückliche Solidarität für Ihren Kampf gegen Unterdrückung und für Demokratie und Freiheit auszudrücken!
Der Christopher Street Day München wird eine Delegation von 6 Personen nach Budapest entsenden, um die queere Community und die Stadt Budapest in ihrem Einsatz für die Freiheit zu unterstützen.

Als Münchner Oberbürgermeister begrüße ich dies ausdrücklich! Meine besten Wünsche begleiten unsere Münchner Delegation und alle Menschen, die sich für Freiheit, Gleichheit und Demokratie in Budapest versammeln. Und ich danke Ihnen als Bürgermeister von Budapest für Ihren Einsatz und Ihre Unterstützung für den Pride auch ganz persönlich! Ich werde dies bei meiner Ansprache zum CSD hier in München ausdrücklich erwähnen und würdigen!“

Die Stadtverwaltung beim CSD
Mit zahlreichen Aktionen, einem eigenen Truck bei der Politparade und der Beteiligung vieler Referate setzt auch die Stadtverwaltung ein Zeichen für Akzeptanz, Gleichstellung und Sichtbarkeit von LGBTIQ*-Personen.
Mehr Informationen dazu unter https://go.muenchen.de/stadt-beim-csd.
Andreas Unterforsthuber, Leiter der Koordinierungsstelle zur Gleichstellung von LGBTIQ*: „Lange Zeit haben wir uns sicher gefühlt auf dem Weg zu immer mehr Gleichstellung und Akzeptanz. In diesen Tagen erleben wir, wie brüchig dieser Weg ist. Die LGBTIQ*-Community ist mit zunehmenden Angriffen und Bedrohungen durch rechtsextreme und fundamentalistische Gruppierungen konfrontiert. Diese gelten der queeren Gemeinschaft, treffen aber alle, die für eine vielfältige bunte und offene Stadtgesellschaft eintreten. Umso wichtiger ist es, sich nicht einschüchtern zu lassen und gemeinsam zu feiern und für Demokratie einzutreten!“