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Ostereier: Wichtige Proteinquelle oder Cholesterinbombe?

Sie sind gefärbt, bemalt, marmoriert, einfarbig, gestreift oder getupft: die Ostereier, die uns über die Feiertage farbenfroh begleiten und in keinem Osternest fehlen dürfen. Tatsächlich essen wir im Durchschnitt an Ostern deutlich mehr Eier als sonst – aber ist das eigentlich gesund?

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass jeder von uns im Jahr knapp 220 Eier isst. Um es gleich vorweg zu nehmen: Zwingend notwendig für die Ernährung sind Eier zunächst nicht, vorausgesetzt, der Proteinbedarf des Körpers wird durch andere Lebensmittel gedeckt. Vegetarier sollten im Hinterkopf behalten, dass Eier auf ihrem Speiseplan einen besonderen Stellenwert einnehmen. Vitamin B12, zuständig für Blutbildung, Zellteilung und unsere Nervenfunktionen, kommt nur in tierischen Produkten vor. Damit sind Eier neben Milch die einzige Vitamin-B12-Quelle für Menschen, die sich fleischlos ernähren.

So sehr Leistungssportler die Eier als hochwertige Proteinquelle schätzen und nutzen, so skeptisch ist manch anderer bei diesem Lebensmittel – vor allem, wenn es um das Thema Cholesterin geht. Eier haben den Ruf, den Cholesterinspiegel im Blut zu erhöhen, somit die Arterienverkalkung zu fördern und in der Folge das Risiko einer Herzerkrankung zu erhöhen. Prof. Dr. Brigitte Mayinger ist Chefärztin der Medizinischen Klinik II am Helios Klinikum München West und erklärt, dass eine pauschale Aussage in diesem Punkt nicht möglich ist. Die Höhe des Cholesterinspiegels hänge bei der überwiegenden Mehrzahl der Menschen nicht alleine von der Ernährung ab, sondern davon, wie gut der Körper seinen Cholesteringehalt selbst regeln könne. „Ein Ei enthält zwar über 1000 Milligramm Cholesterin – aber wir wissen heute auch, dass nur zwischen 15 bis 20 Prozent des Serumcholesterinspiegels durch Diät beeinflusst werden können.“ Allerdings, so die Chefärztin, könne bei einer kleinen Gruppe von Menschen der Cholesterinspiegel durch entsprechende Ernährung tatsächlich gesenkt werden: „Selbst wenn Sie zu dieser Gruppe gehören sollten, werden die Ostereier nicht schaden, denn die Bedeutung des Cholesterinwertes im Hinblick auf Arterienverkalkung  ist ein sehr langfristiger Effekt.“

Anders hingegen sieht es bei Patienten aus, die eine echte Allergie gegen Hühner-Eiweiß haben. Prof. Dr. Brigitte Mayinger: „Allergien gegen Nahrungsmittel sind tatsächlich sehr selten, oft bezeichnen wir im Sprachgebrauch dabei Erkrankungen, wie etwa eine Laktoseintoleranz, bei denen von einer eigentlichen Allergie keine Rede sein kann.“ Trotzdem: Es gibt in seltenen Fällen Allergien gegen Eiweiß aus Eiern. „Die Allergierate nimmt mit dem Alter der Betroffenen ab“, so Mayinger. In 80 Prozent verliere sich die Allergie im Schulkindalter wieder. Je nach Allergietyp kann es helfen, das Ei zu kochen, damit das Eiweiß denaturiert ist. Ostereier wären in diesem speziellen Fall also geeignet.

Bleibt noch die Frage nach möglichen Krankheiten, die von Eiern ausgelöst oder übertragen werden könnten. An erster Stelle stehen natürlich die Salmonellen, stäbchenförmige Bakterien, die eine Infektion mit Durchfall, Unwohlsein, Bauchschmerzen oder auch Fieber auslösen können. Gefahr besteht in der Regel nur bei nicht durchgegarten Lebensmitteln. „Das hartgekochte Osterei ist hier also unkritisch“, so Chefärztin Mayinger.

Fazit: Wer von Karfreitag bis Ostermontag das eine oder andere Ei mehr isst, darf dies ohne schlechtes Gewissen tun; gesundheitliche Einbußen sind deshalb nicht zu erwarten.