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Samstag, 24 Januar 2026
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Plötzlicher Herzstillstand – die Warnsignale erkennen

Plötzlicher Herzstillstand - die Warnsignale erkennen

Infoveranstaltungen im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung  

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 65.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod – doch wären viele dieser traurigen Ereignisse vermeidbar. Denn ein Herzstillstand kommt nicht aus heiterem Himmel – in fast allen Fällen liegen Herzerkrankungen vor, die mit Medikamenten oder modernen schonenden Eingriffen gut zu behandeln wären. Welche innovativen Methoden die Herzmedizin heutzutage bereithält, erläutern Kardiologinnen und Kardiologen der München Klinik auf vier Veranstaltungen, die im Rahmen der diesjährigen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung im November mit dem Thema „Herzkrank? Schütze dich vor dem Herzstillstand!“ stattfinden.

Plötzlich bricht ein scheinbar gesunder Mensch zusammen und bleibt regungslos liegen. Der Herzstillstand ist laut der Deutschen Herzstiftung tatsächlich für nahezu 50 Prozent der Menschen, die an einem plötzlichen Herztod versterben, das erste Ereignis einer bisher unbekannten Herzerkrankung. Warnsignale wie Luftnot bei körperlicher Anstrengung, kurze Anfälle von Bewusstlosigkeit, Schwindel mit Herzpochen, Herzrasen oder ungeklärte plötzliche Todesfälle in der Familie blieben ignoriert. Werden Herzkrankheiten jedoch frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, dann lässt sich das Risiko, dass das Herz plötzlich stillsteht, auf ein Minimum reduzieren.

Mit großem Abstand ist die koronare Herzkrankheit, oft mit KHK abgekürzt, die häufigste Ursache für den plötzlichen Herztod. Bei dieser Erkrankung haben sich Ablagerungen, sogenannte Plaques, in den Herzkrankgefäßen gebildet, verengen die Gefäße und behindern die Durchblutung des Herzens. Nicht nur ein gesünderer Lebenswandel, sondern auch Medikamente können bei der Erkrankung helfen, indem sie die zugrundeliegenden Risiken reduzieren: Es kommen Medikamente zum Einsatz, die den Blutdruck oder die Fettwerte senken, die Folgen des Diabetes lindern oder einer Verklumpung von Blutplättchen vorbeugen.

Optimal platzierte Stents halten Engstellen offen

Stellt sich bei den Untersuchungen heraus, dass die koronare Herzkrankheit bereits weit fortgeschritten ist, kann eine Herzkatheter-Untersuchung helfen: Bei diesem minimal-invasiven Eingriff, der ohne Narkose erfolgt, wird ein Kunststoffschlauch unter Röntgenkontrolle zum Herzen vorgeschoben. Durch diesen Schlauch können Stents, aufspannbare Drahtgeflechte, eingebracht werden. In der München Klinik können die Stents durch moderne Bildgebung wie die intrakoronare Ultraschalldiagnostik (IVUS) oder die optische Kohärenztomographie (OCT) optimal platziert werden: Die modernen Diagnostik-Methoden ermöglichen, die Zusammensetzung der Gefäßwand, die Form der Engstelle und deren Ausdehnung zu analysieren.

Tritt ein Herzstillstand ein, wird dieser fast immer durch ein Kammerflimmern, eine lebensgefährliche Herzrhythmusstörung ausgelöst: Der Kreislauf bricht innerhalb kürzester Zeit zusammen und das Herz bleibt stehen. Daher sind Patientinnen und Patienten, bei denen eine Herzrhythmusstörung diagnostiziert wurde, oftmals verunsichert und befürchten ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod. „Die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung ist das harmlose Vorhofflimmern, das keine Gefahr für einen plötzlichen Herztod birgt. Allerdings gehört es dennoch behandelt, da sonst andere gesundheitliche Risiken, wie Herzschwäche und Schlaganfall, bestehen“, erklärt PD Dr. med. Florian Straube, geschäftsführender Oberarzt der Kardiologie in der München Klinik Bogenhausen. Sowohl das Vorhofflimmern als auch einige andere häufige Herzrhythmusstörungen können medikamentös behandelt werden. Zudem kommen bei Herzrhythmusstörungen Herzschrittmacher, einsetzbare Defibrillatoren, die auf das Herz wie ein Schutzengel aufpassen, oder die Katheterablation zum Einsatz.

Elektrische Störquellen gezielt ausschalten

Wenn Medikamente nicht ausreichend wirken oder die Symptome der Herzrhythmusstörung zu sehr belasten, kann eine Katheterablation, die im Rahmen einer elektrophysiologischen Untersuchung (EPU) ausgeführt wird, Heilung bringen. Bei diesem minimal-invasiven Eingriff führen die Herzspezialisten über die Leiste mehrere millimeterdünne Elektrodenkatheter ein und lenken diese unter Röntgen- und Ultraschallkontrolle vorsichtig bis ins Herz, um Ursprungsherd und Wirkweise der Rhythmusstörung herauszufinden. Dabei wird in hoher Auflösung eine dreidimensionale Landkarte des betroffenen Areals des Herzens erstellt. Anschließend veröden oder vereisen die Kardiologen diese elektrischen Störquellen und unterbinden somit die unerwünschten Impulse. Prof. Dr. Ellen Hoffmann, Chefärztin der Kardiologie in der München Klinik Bogenhausen, gilt als international renommierte Vorreiterin bei dieser Methode und unterstützt die Weiterentwicklungen: „Fortschritt und Forschung in der Medizin evidenzbasiert anzuwenden ist unser besonderes Anliegen. Denn so können wir unseren Patienten mit ständig verbesserten Verfahren nicht nur die Beschwerden nehmen, sondern auch die Lebenserwartung verbessern“, unterstreicht Prof. Ellen Hoffmann.

Warnsignale richtig deuten und Herzerkrankungen rechtzeitig behandeln lassen

Die Deutsche Herzstiftung, die größte gemeinnützige Anlaufstelle für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hat bei ihren alljährlichen Herzwochen im November diesmal das Thema „Herzkrank? Schütze dich vor dem Herzstillstand!“ ausgeschrieben. Sie möchte das Bewusstsein stärken, wie die Menschen sich vor dem plötzlichen Herztod schützen können. Die Herzspezialisten der München Klinik unterstützen die Deutsche Herzstiftung durch vier Veranstaltungen an ihren großen Standorten, erläutern die Warnsignale, die möglichen Ursachen und moderne Behandlungsmethoden von Herzerkrankungen. Stets geht es dabei aber auch um die Wiederbelebung im Falle eines Falles: Denn beim plötzlichen Herzstillstand haben die Betroffenen in der Regel nur eine Chance zu überleben, wenn andere sofort mit den Reanimationsmaßnahmen beginnen. Das Drücken ersetzt den Herzmuskel, so lange zirkuliert das Blut und transportiert Sauerstoff zum Gehirn. Bereits nach drei Minuten sterben die ersten Nervenzellen ab, doch dauert es in Deutschland meist mindestens acht Minuten, bis die Rettung kommt.

Herzwochen in der München Klinik – die Veranstaltungstermine:

Montag, 6. November 2023 · 17:30 bis 19:30 Uhr · München Klinik Neuperlach

Leonardo Hotel Munich City East, Carl-Wery-Straße 39, 81739 München

Mittwoch, 8. November 2023 · 15:00 bis 17:00 Uhr · München Klinik Bogenhausen

Hörsaal, Erdgeschoss, Englschalkinger Straße 77, 81925 München

Dienstag, 14. November 2023 · 15:00 bis 16:30 Uhr · München Klinik Harlaching

Hörsaal Krankenhaus für Naturheilweisen, Seybothstraße 65, 81545 München

Montag, 20. November 2023   15:30 bis 17:00   München Klinik Schwabing

Hörsaal der Kinderklinik Schwabing, Eingang Parzivalstraße 16, 80804 München

Die Kardiologinnen und Kardiologen der München Klinik informieren in kurzen, interessanten Vorträgen und stehen für Fragen zur Verfügung. Die Veranstaltungen sind kostenlos. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich unter:  www.muenchen-klinik.de/herz