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Rentner abgezockt – Vorsicht vor falschen Microsoft Mitarbeitern!

München, 17.01.2017. Bereits am Donnerstag, 29.12.2016, gegen 09.00 Uhr, erhielt ein 71-jähriger Rentner aus Bogenhausen auf seinem heimischen Festnetzanschluss einen englischsprachigen Anruf. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter der Firma Microsoft aus und erklärte, dass es angeblich massive Probleme (Viren, Spyware, etc.) mit dem PC des Rentners gäbe und man ihm nun helfen wolle.

Im anschließenden längeren Telefonat gelang es dem unbekannten Anrufer den 71-Jährigen zu überreden, ihn mittels Fernwartung Zugriff auf den Rechner zu ermöglichen. Ob und welche Veränderungen der Unbekannte letztlich genau am Rechner vornahm, konnte nicht abschließend geklärt werden.

Der Anrufer überredete den Rentner zum Kauf einer angeblichen lebenslang gültigen neuen Lizenz zum Preis von 249 Euro. Der Rentner stimmte zu und füllte unter Anleitung des Anrufers ein Online-Formular von Western-Union aus, in welches er entsprechend auch die eigenen Online-Banking-Daten eingab. Da diese Überweisung jedoch nicht funktioniert habe, sollte der 71-Jährige noch weitere Überweisungen tätigen. Dies tat er dann auch.

Der Unbekannte versprach immer wieder Rücküberweisungen. Letztlich überwies der Bogenhausener auf diese Weise insgesamt über 9.000 Euro an mehrere im Ausland befindliche Empfänger. Im Nachhinein erkannte der Rentner den Betrug und erstattete Anzeige.

Vorsicht vor falschen Microsoft Mitarbeitern!
Derzeit erreichen das K 105 wieder Mitteilungen über Anrufe vermeintlicher Mitarbeiter der Firma Microsoft. Beim Dezernat für Cybercrime sind seit Anfang des neuen Jahres bereits 20 Strafanzeigen erstattet worden, die Schäden betragen in Einzelfällen jeweils mehrere 1000 Euro.

Die angeblichen Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass zum Jahreswechsel die Lizenzen für Produkte von Microsoft abgelaufen sind. Gleichzeitig werden eine lebenslang gültige neue Lizenz und eine sofortige Fernwartung angeboten.
Ziel ist jedoch, auf den Computer der Angerufenen zuzugreifen und Daten auszuspähen bzw. zu verschlüsseln oder einen Trojaner zu installieren. Die Anrufe erfolgen in der Regel über das Internet und können deshalb nicht zurückverfolgt werden, auch wenn eine Anrufnummer im Display angezeigt wird.

Die Firma Microsoft bietet einen derartigen Service nicht unaufgefordert an! Beenden Sie derartige Anrufe sofort! Die Anrufer sprechen in der Regel englisch mit ausländischem Akzent. Sollten Sie bereits den Anweisungen gefolgt sein und Software installiert haben, trennen Sie Ihren PC unverzüglich vom Netz und lassen Sie ihn von einer Fachfirma prüfen. Ändern Sie sofort Ihre Zugangsdaten und Passwörter, insbesondere für Online-Banking! Verständigen Sie auch die Polizei, da dies den Tatbestand des Betruges erfüllen kann!