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Foto: Jaime Peralta

Rocken für Flüchtlinge am 09.10.2015 in der Bayernkaserne

Am Freitag, 9. Oktober 2015 rockt die Münchner Band „Naked SuperHero“ von 19 bis 20:30 Uhr in der Bayernkaserne. Die Fachstelle Jugendkultur des Kreisjugendring München-Stadt (KJR) und dessen Freizeitstätte „LOK Arrival“ organisieren dieses kostenlose Konzert für minderjährige Flüchtlinge in der Boulehalle („Halle 24“).

„Naked SuperHero“ sind seit 2010 auf vielen Bühnen Bayerns aufgetreten und gewannen den „Sprungbrett-Wettbewerb“ mit dem Titel „Münchner Band des Jahres 2012“. Die sechsköpfige Band ist nicht nur  wegen ihres Musikstils Brasspunk bekannt, einer Mischung aus Ska, Brass, Punk sowie etwas Funk und HipHop, sondern auch wegen ihres Einsatzes für Toleranz und Akzeptanz in der Flüchtlingssituation. Nicht zuletzt ihr aktuelles Bandfoto mit der Botschaft „No Nations, no Borders“ setzt in diesem Sinne ein Zeichen.

„Wir wollen mit diesem Konzert jungen Flüchtlingen ein kulturelles Freizeitangebot machen“, erläutert Isabel Berghofer-Thomas, die Leiterin der Fachstelle Jugendkultur im KJR. „Für viele grundlegende Bedürfnisse der jungen Geflüchteten ist gesorgt, wir kümmern uns darum, dass auch Kultur in jugendgerechter Form nicht zu kurz kommt.“

Um vielfältige Freizeitbeschäftigung kümmert sich seit diesem Jahr die KJR- Freizeitstätte „LOK Arrival“ in der Bayernkaserne. Sie hat an sieben Tagen die Woche geöffnet und bietet jungen Flüchtlingen Raum für Begegnung und gemeinsamen Freizeitspaß von Sport bis Spiel. Außerdem organisiert das pädagogische Team auch Ausflüge in die Stadt und gemeinsame Aktionen mit anderen Münchner Jugendtreffs. Mit Mirjam Scheck und Severin Schwarzhuber stehen den jungen Menschen aus aller Welt zwei engagierte Ansprechpersonen zur Verfügung, die ihnen zeigen, dass sie in München willkommen sind.

Deshalb waren Scheck und Schwarzhuber auch sofort von der Idee eines Rockkonzerts begeistert. Finanziert wird dieses allein aus Spenden des Kul- turprojektes „Elisabeth – das Musical“ im deutschen Theater. An diesem Projekt der Fachstelle Jugendkultur im April 2015 hatten bereits zahlreiche junge Erwachsene aus der Bayernkaserne teilgenommen. Einige von ihnen kamen hier erstmals mit kultureller Bildung in Berührung. Um diese weiterhin zu fördern, wird der Kreisjugendring die interkulturellen Beziehungen durch jugendkulturelle Projekte weiter vertiefen. So fand bereits am 24. Juli 2015 ein Konzert der Band MEGGADADUNGA und am 25. und 26. September 2015 ein musikalisches Workshop-Wochenende mit anschließendem Auftritt in der Bayernkaserne statt. Vor dem gleichen Hintergrund entsteht gerade das Flücht- lingsorchester OMOPO (One Mankind One Planet Orchestra), das Anfang November erstmals proben wird.

Hintergrund

Die Fachstelle Jugendkultur im Kreisjugendring München-Stadt
In seinen 49 Freizeitstätten bietet der KJR eine große Vielfalt jugendkultureller Projekte an, darunter Kooperationsprojekte mit dem Bayerischen Staatsschauspiel, dem Museum Villa Stuck oder dem Internationalen Dokumentarfilmfestival DOK.fest München. Seit 2010 fördert er auch außerschulische Angebote im hochkulturellen Bereich. Im Sinne des „Konzeptes kulturelle Bildung“ der Landeshauptstadt München hat der KJR die Fachstelle Jugendkultur geschaffen, die aufsuchende und akzeptierende kulturelle Bildungsarbeit leistet.

Ihr Ziel ist es, Projekte der Kulturvermittlung zu initiieren, zu koordinieren und durchzuführen. Konkret geht es um die Vernetzung der kulturellen Angebote der sogenannten Hochkultur der Landeshauptstadt München und des Freistaats Bayern mit Besucherinnen und Besuchern der Freizeitstätten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit des KJR. In Workshops und Projektar-beit können Jugendliche selbst aktiv werden, sie handeln selbständig und werden so an Kultur, insbesondere Hochkultur, herangeführt.

Es handelt sich hierbei häufig um sozial benachteiligte Jugendliche, oft mit Migrationshintergrund. Gemeinsam mit den Pädagoginnen und Pädagogen der Freizeitstätten entwickelt die Fachstelle Jugendkultur Ideen, die den Jugendlichen ermöglichen, aktiv an Kultur teilzuhaben. „So können wir Hemmschwellen und Vorurteile abbauen und neue Horizonte eröffnen“, erklärt Isabel Berghofer-Thomas, die Leiterin der Fachstelle Jugendkultur.

Die KJR-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter vor Ort kennen „ihre“ Jugendlichen genau. Sie sind oft über Jahre hinweg zu Vertrauenspersonen geworden und können so gezielt das Engagement der Jugendlichen außerhalb einer schulischen Verpflichtung möglich machen. „Wir verknüpfen hier ganz bewusst Kultur mit Freizeit, Vergnügen und Freiwilligkeit“, sagt Berghofer-Thomas. „Dies kann nur die offene Jugendarbeit leisten. So können wir den Jugendlichen vermitteln, welches Glück Kunsterfahrung bedeutet.“