Rugby Oktoberfest 7s – Weltmeister Neuseeland & Olympiasieger Fidschi sind im Münchner Olympiastadion dabei

Rugby Oktoberfest 7s – Weltmeister Neuseeland & Olympiasieger Fidschi sind im Münchner Olympiastadion dabei

Die besten Nationalmannschaften der Welt im olympischen Rugby kommen am 21. und 22. September ins Münchner Olympiastadion. Angeführt von Weltmeister Neuseeland haben die ersten sechs Teams der Weltrangliste für die zweite Auflage der Oktoberfest 7s zugesagt. Am ersten WiesnWochenende ermitteln insgesamt acht Teams den Sieger im größten eigenständigen Turnier der Welt.

Für die neuseeländische Mannschaft, die wegen ihrer charakteristischen schwarzen Trikots als All Blacks Sevens bekannt sind, ist es der erste Auftritt überhaupt auf deutschem Boden. Zum Auftakt der Olympiasaison erwarten sie dabei Duelle mit der absoluten Weltelite. Olympiasieger Fidschi, der amtierende World Series Sieger Südafrika, Titelverteidiger Australien, VizeWeltmeister England und das in der laufenden Saison erfolgreichste Team der Welt aus den USA sind die weiteren Kandidaten für den Turniersieg.  Die deutsche Nationalmannschaft wird in jedes Spiel des Turniers als Außenseiter gehen. Mit der Unterstützung des Publikums könnte aber wie bei der Erstauflage 2017 wieder die eine oder andere Überraschung möglich sein. In besonders guter Erinnerung dürfte den Fans dabei noch der Erfolg gegen das französische Team sein, das 2019 das Teilnehmerfeld komplettiert. Am Samstag, den 21. September werden ab 14 Uhr in zwei Vorrundengruppen mit jeweils vier Teams die Halbfinalisten ermittelt. Am Sonntag, den 22. September kommt es ab 11 Uhr zu den K.O.-Duellen, in denen alle Plätze ausgespielt werden. Die Siegerehrung wird im Anschluss an das Finale gegen 16 Uhr stattfinden. Tickets gibt es ab 29 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder unter oktoberfest7s.com.

Einleitung und allgemeine Informationen
Die Oktoberfest 7s sind Deutschlands größtes Rugby-Event. Im Münchner Olympiastadion treten am 21. und 22. September 2019 acht der weltbesten Mannschaften im olympischen Siebener-Rugby in einem zweitägigen Turnier gegeneinander an, um den Nachfolger von Titelverteidiger Australien zu bestimmen. Mit dabei sind alle Medaillengewinner der Olympischen Spiele von Rio mit Olympiasieger Fidschi, alle Medaillengewinner der Weltmeisterschaft 2018 in San Francisco mit Weltmeister Neuseeland, die ersten Drei der World Rugby Sevens Series 2017/18 mit Gesamtsieger Südafrika und die ersten Drei der Gesamtwertung der laufen World Series 2018/19 mit dem Führenden USA. 

Rugby 7s
Rugby ist einer der beliebtesten Mannschaftssportarten der Welt. Laut aktuellen Zahlen des Weltverbands World Rugby spielen geschätzte 8,5 Millionen Menschen in 121 Ländern aktiv Rugby. In Deutschland gibt es etwa 16.000 Aktive in rund 130 Vereinen bundesweit. 

Neben der traditionellen 15er-Variante, bei der ein Spiel 80 Minuten dauert und sich jeweils 15 Spieler pro Team gegenüberstehen, wird schon seit 1883 das sogenannte Rugby 7s, im deutschen auch Siebener-Rugby genannt, als Turnierform gespielt. Die Regeln sind mit der 15er Variante fast vollständig identisch, allerdings mit zwei entscheidenden Ausnahmen: Es spielen jeweils sieben Spieler pro Mannschaft und das Spiel hat zwei Halbzeiten mit je nur sieben Minuten. Dies ermöglicht es auch auf Weltniveau, bis zu drei Spiele über einen Turniertag hinweg zu spielen. Die meisten Aktiven betreiben beide Varianten parallel. In den letzten Jahren hat es sich im Bereich der absoluten Weltelite allerdings mehr und mehr durchgesetzt, dass sich  Spieler zumindest temporär, beispielsweise für eine Saison, auf eine der beiden Varianten spezialisieren. 

Für den Rugby-Laien ist die Siebener-Variante leichter verständlich – das Spielgeschehen ist weitaus übersichtlicher und schneller als beim traditionellen Fünfzehner. Da auf gleichem Raum nicht einmal halb so viele Spieler stehen, wird mehr mit dem Ball gelaufen und das Spielgeschehen verlagert sich entsprechend schnell. Punkte fallen im Minutentakt und oftmals entscheidet sich erst mit der letzten Aktion der Gewinner einer Partie. 

Mit der Aufnahme in das olympische Programm vor zehn Jahren hat ein regelrechter Boom im Rugby 7s eingesetzt. Das Rugby-Debüt in Rio wurde vom IOC als riesiger Erfolg gefeiert und auch im deutschen Fernsehen war Rugby ein Hit. Mehr als 3 Millionen Zuschauer verfolgten die Halbfinalpartien aus Rio und das unter der Woche, nach Mitternacht – ein Allzeit-Rekord in Deutschland für eine RugbyÜbertragung. 

Der Turnier-Modus der Oktoberfest 7s 2019
Insgesamt erwartet die Zuschauer an zwei Turnier-Tagen zwölf Stunden Programm auf dem Rasen des Olympiastadions: Am Samstag werden ab 14 Uhr in 12 Spielen in zwei Vorrundengruppen mit je vier Teams die Halbfinalisten ermittelt. 

Am Sonntag stehen ab 11 Uhr die K.O.-Spiele auf dem Programm. In Halbfinals und Finalspielen werden alle Plätze ausgespielt. Gegen 16 Uhr endet im Anschluss an das große Finale das Turnier mit der Pokalübergabe an den Sieger der Oktoberfest 7s 2019.

Die Teams
Nachdem bei der Erstausgabe der Oktoberfest 7s im Jahr 2017 bereits alle Medaillen-Gewinner der Olympischen Spiele in Rio 2016 am Start waren, erwartet die Münchner Fans in diesem Jahr ein noch hochwertigeres Teilnehmerfeld: Mit Weltmeister Neuseeland konnte der größte Name im Rugby überhaupt verpflichtet werden. Die legendären All Blacks Sevens sind ein absoluter Publikumsmagnet und geben sich zum allerersten Mal überhaupt auf deutschem Boden die Ehre. Zudem ist mit den USA die aktuell führende Mannschaft der World Rugby Sevens Series ebenso erstmals bei den Oktoberfest 7s dabei. 

Neuseeland 
Der Weltmeister kommt nach München. Die All Blacks Sevens treten zum allerersten Mal auf deutschem Boden an. Dem Team aus Aotearoa, wie die MaoriUreinwohner das Land am anderen Ende der Welt nennen, eilt ein Ruf wie ein Donnerhall voraus. Seitdem das erste neuseeländische Rugby-Nationalteam überhaupt im Jahr 1905 auf englischem Boden, gehüllt in komplett schwarze Trikots mit dem silbernen Farn auf der Brust, das Mutterland des Rugbys regelrecht vorführte, ist die Auswahl Neuseelands unter dem Kürzel „All Blacks“ bekannt. 

Mit den All Blacks Sevens kommt nicht nur der amtierende Weltmeister, sondern auch das erfolgreichste Team in der Geschichte der olympischen Form des Rugbys ins Olympiastadion. Drei WM-Titel, zwölf Gesamtsiege auf der World Series und fünf Goldmedaillen bei den Commonwealth Games konnten die Neuseeländer bereits gewinnen. 

Auch in München wird das Team von Coach Clark Laidlaw auf Anhieb zu den ganz heißen Favoriten zählen. Neuseeland konnte in der laufenden Saison der World Series zwei von bisher sechs Turnieren – in Dubai und in Sydney – gewinnen. In der Gesamtwertung liegen die All Blacks Sevens hinter den aktuell führenden US-Boys auf dem zweiten Platz. 

Die All Blacks sind für ihren kompromisslosen Spielstil bekannt. Physisch unglaublich stark, aber dennoch mit reichlich Spielwitz gesegnet, steht das Spiel der Neuseeländer für das ultimative Rugby – schön anzusehen und umso erfolgreicher. Das Brasilien des ovalen Ballsports sozusagen, nur deutlich dominanter. Einige der größten Namen des Rugbysports überhaupt, wie Jonah Loma, Christian Cullen oder Sonny Bill Williams trugen bereits das Trikot der All Blacks Sevens. 

Im Olympiastadion der bayerischen Landeshauptstadt wird der Weltmeister im September seine olympische Saison mit einem Turniersieg starten wollen. Dann käme das Münchner Publikum auch in den Genuss des weltberühmten Hakas, dem Kriegstanz der Maori-Ureinwohner Neuseelands, der die All Blacks weit über RugbyKreise hinaus berühmt hat werden lassen. Denn im olympischen Rugby vollführen die Neuseeländer ihren Haka nur nach Turniersiegen. 

Fidschi 
Der Olympiasieger ist auch bei der zweiten Ausgabe der Oktoberfest 7s Teil des illustren Teilnehmerfelds. Das Team aus der rugbyverrückten Pazifik-Nation hatte es bei der Erstausgabe des größten deutschen Rugby-Events bis in das Finale geschafft, musste sich dort damals aber überraschend deutlich den Australiern geschlagen geben. Beim Münchner Publikum schafften es die Insulaner dennoch auf Anhieb zum Publikumsliebling. 

Die märchenhafte Geschichte vom Olympia-Triumph Fidschis in Rio, der dem kleinen Land die erste olympische Medaille überhaupt bescherte, ging um die Welt und brachte dem Team viele Sympathien ein. Fidschi zählt aber bereits seit Jahrzehnten zur absoluten Weltspitze und konnte bereits zwei Mal die Weltmeisterschaft, drei Mal die Gesamtwertung der World Series und drei Goldmedaillen bei den Commonwealth Games gewinnen. 

Der Spielstil des momentan Dritten der laufenden World Series gilt in Rugby-Kreisen als einmalig, nicht trainierbar und vor allem instinktbasiert. Fidschis Spieler haben ein blindes Verständnis füreinander und ihre No-Look-Pässe, zum Teil spektakulär hinter dem Rücken oder durch die Beine gespielt, bringen dem Olympiasieger immer wieder Vergleiche mit den Harlem Globetrotters ein. So ansehnlich und kreativ Fidschi aber auch in der Offensive spielen mag, so sehr ist das Team für seine knallharten Tackles in der Defensive bekannt. 

In München dürfte der langjährige Rivalität zwischen Neuseeland und Fidschi ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden. Die beiden wohl besten Rugby-7sMannschaften der Geschichte konkurrieren seit langem darum, wer das beste Team der Welt stellt. Spätestens in der K.O.-Phase des Rugby-Spektakels zur Wiesn, vielleicht sogar im Finale, dürften die alten Rivalen höchstwahrscheinlich erneut aufeinandertreffen und dem Münchner Publikum eine packende Show liefern. 

Südafrika 
Die Mannschaft Südafrikas zählt als der Gesamtsieger der World Series 2017 und 2018 und Drittplatzierte der Oktoberfest 7s 2017 erneut zum Favoritenkreis im Olympiastadion. Das Team vom Kap lieferte sich in den vergangenen fünf Jahren regelmäßig packende Duelle mit Fidschi und Neuseeland und hat einige der weltbesten Spieler in seinen Reihen. Neben den zwei Gesamtsiegen bei der World Series heimsten die Südafrikaner noch Bronze-Medaillen in Rio bei den Olympischen Spielen 2016 sowie bei der WM in San Francisco 2018 ein. 

Anders als bei Fidschi, ist das Spiel der Südafrikaner für seine Struktur bekannt. Für besondere Gefahr sorgt dann vor allem ihre Geschwindigkeit – mit Siviwe Soyizwapi, der bereits bei den Oktoberfest 7s 2017 für Aufsehen sorgte, ist einer der schnellsten Spieler weltweit im Team. Der nur 1,72 große Speedster hat aktuell in der laufenden World-Series-Saison die viertmeisten Versuche aller Spieler auf dem Konto. 

Der Sieg beim letzten World-Series-Turnier in Vancouver vor gut zwei Wochen hat die Stärke der Südafrikaner erneut unter Beweis gestellt. Auch in München werden sie wieder zu den Favoriten zählen und gut in die olympische Saison starten wollen. In Südafrika, wo Rugby klar die Sportart Nummer eins ist, erwartet man von seinem Team die Goldmedaille bei den Spielen 2020 in Tokio. 

Australien
2017 schaffte die Mannschaft aus Down Under etwas überraschend den Turniersieg bei der Erstausgabe der Oktoberfest 7s. Australien zählt seit Jahren zur erweiterten Weltspitze und konnte bereits drei WM-Medaillen und drei Commonwealth-GamesMedaillen gewinnen. Gerade beim stimmungsvollen Heimturnier, den Sydney 7s, sind die traditionell in goldgelb auflaufenden Australier immer für einen Turniersieg gut.

Wie auch im Fünfzehner-Rugby stehen die Australier in einer engen Rivalität mit dem Nachbarland Neuseeland – für Australiens Fans gibt es nichts besseres, als dem großen Favoriten ein Bein zu stellen. Ob den Australiern dies auch zur Wiesn gelingt, bei der traditionell tausende Besucher aus Down Under zugegen sind, wird spannend zu sehen sein. Die Unterstützung zahlreicher Anhänger dürfte ihnen sicher sein – speziell wenn es gegen den Erzrivalen, die All Blacks Sevens, geht.

England
Das Mutterland des Rugbys wird auch in diesem Jahr bei den Oktoberfest 7s vertreten sein. Dort wo einst im Kleinstädtchen Rugby der Sport erfunden wurde, spielen mehr als zwei Millionen Frauen, Männer und Kinder Rugby – mehr als in jedem anderen Land der Erde. Kein Wunder, dass England in beiden verbreiteten Rugby-Varianten bereits jeweils einen WM-Titel gewinnen konnte.

Auf der World Series hat es für die traditionell in weiß auflaufenden Engländer bisher lediglich zu Turniersiegen und drei zweiten Plätzen in der Gesamtwertung gereicht. Bei Olympia treten die britischen Teams, wie im Fußball auch, gemeinsam als Team GB auf. 2016 sicherte sich das Vereinigte Königreich vor allem mit den Stars des England-Teams um Dan Norton im Kader die Silbermedaille. Norton ist mit über 300 Versuchen auf der World Series der erfolgreichste Spieler überhaupt.

2017 schafften es die Engländer nach einem Viertelfinalsieg gegen das deutsche Team bis ins Halbfinale der Oktoberfest 7s und werden auch in diesem Jahr zum Auftakt der Olympia-Saison zum Favoritenkreis zählen. Zwar werden die Engländer nicht auf ähnliche Unterstützung wie bei ihrem alljährlichen Heim-Turnier im 82.000 Zuschauer fassenden Londoner Rugby-Tempel Twickenham – dem Wembley des Rugby – zählen dürfen. Aber wie schon im Jahr 2017 dürfte England zu den beliebtesten Teams beim größten deutschen Rugby-Event zählen.

USA
Die USA zählten lange nicht zu den absoluten Supermächten im Rugby, jedoch hat der Sport in den Staaten eine lange Tradition und Hunderttausende aktive Spieler. Seit der IOC-Entscheidung vor zehn Jahren, Rugby wieder ins olympische Programm aufzunehmen, haben die Eagles, wie das Team genannt wird, eine unglaubliche Entwicklung vollzogen. Von einst regelmäßig zweistelligen Platzierungen bei der World Rugby Sevens Series haben sich die US-Amerikaner kontinuierlich verbessert. Bei den bisher sechs Turnieren in der Saison 2018/19 schaffte es das Termin bereits fünf Mal in das Finale und steht dadurch in der Gesamtwertung auf dem ersten Rang.

Mit Carlin Isles und Perry Baker, zwei ehemaligen Weltklasse-Sprintern, die beide persönliche Bestzeiten von knapp über 10 Sekunden im 100-Meter-Lauf haben, im Team, sind die Eagles das mit Abstand schnellste Team der Weltspitze. Dazu wird über eine erneute Rückkehr des dreimaligen Super-Bowl-Siegers Nate Ebner spekuliert, der bereits für die letzten Olympischen Spielen in Rio eine Saison bei den New England Patriots aussetzte, um mit den USA im Rugby bei Olympia anzutreten.

Der Safety im American Football stammt eigentlich aus dem Rugbysport und war erst zu College-Zeiten zum Football gewechselt. In München würde Ebner als amtierender Super-Bowl-Sieger antreten.

Es werden die ersten Oktoberfest 7s für die USA sein. Angesichts der aktuell überragenden Form des US-Teams muss man die Eagles gleich zu den heißesten Titel-Kandidaten in München zählen.

Frankreich
Auch die Franzosen treten zum zweiten Mal beim Rugby-Spektakel zur Wiesn an.
Nachdem Frankreich bei der Erstausgabe der Oktoberfest 7s im Olympiastadion, wie schon bei Olympia in Rio, im Viertelfinale gescheitert war, soll es nun mit einem besseren Ergebnis klappen. Der zweifache Europameister war zuletzt im Aufwärtstrend und musste sich im World-Series-Turnier von Vancouver erst im Finale dem Team aus Fidschi geschlagen geben.

Deutschland
Die Auswahl des Deutschen Rugby-Verbands, die auch unter dem selbstgewählten Namen Wolfpack bekannt ist, profitiert ebenso wie die USA stark von der staatlichen Olympia-Förderung. Nach der IOC-Entscheidung vor zehn Jahren konnte der Verband sukzessive professionelle Strukturen aufbauen. Das zeigt sich in der Entwicklung des Teams, das heutzutage in der Lage ist, an einem guten Tag mit den besten Teams der Welt mitzuhalten. Siege über England und Frankreich auf der EMSerie, sowie der zweite Platz in der Gesamtwertung der Europameisterschaft 2018 sind Zeugnis davon.

Schon 2017 hatte das deutsche Team mit dem lautstarken Münchner Publikum im Rücken die deutlich besser eingeschätzten Teams aus England, Argentinien und Frankreich schlagen können. Das einzige Turnier auf heimischen Boden wird für das Team um die Leistungsträger Tim Lichtenberg, Fabian Heimpel und Sam Rainger zum absoluten Highlight werden. Das Team wird zweifelsohne bereit sein, sich mit den besten Teams der Welt zu messen.

 

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