Schlafende geküsst – 24-Jähriger kommt in Untersuchungshaft

Schlafende geküsst - 24-Jähriger kommt in Untersuchungshaft
Foto: Bundespolizei

Bereits am Mittwochabend (22. November) küsste ein 24-jähriger Fahrscheinloser in einem Schnellzug, auf dem Weg von Ulm nach München, eine Schlafende auf den Mund. Die Bundespolizei nahm den Mann im Hauptbahnhof München in Empfang. Ein Richter ordnete Untersuchungshaft wegen sexueller Belästigung an.

Gegen 17:30 Uhr forderte eine Zugbegleiterin die Bundespolizei – für den in München ankommenden ICE 919 (Stuttgart – München) auf Gleis 14 an. Ein 24-jähriger Pole hatte sich zwischen Ulm und München einer 40-jährigen Deutschen genähert. Diese saß am Gang, als der Wohnsitzlose sich der Münchnerin zuwandte und sie unvermittelt auf den Mund küsste.

Die Frau aus der Ludwigsvorstadt schreckte auf, erstarrte für einen kurzen Moment und ekelte sich. Der Belästiger ging lachend weiter. Eine Mitreisende aus Bergkirchen, Landkreis Dachau, die dies mitbekam, folgte dem Mann und stellte ihn zur Rede. Er entfernte sich jedoch, ohne von der Frau weitere Notiz zu nehmen. Die 24-jährige Deutsche informierte eine DB-Mitarbeiterin. Der 24-jährige Pole wurde vom Zugpersonal ausfindig gemacht; er konnte kein Ticket vorweisen.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München I wurde gegen den 24-jährigen Polen wegen sexueller Belästigung, Beleidigung, Nötigung, Belästigung der Allgemeinheit sowie Erschleichens von Leistungen von einem Richter am Donnerstag Untersuchungshaft angeordnet.

Der 24-Jährige war 2023 bereits wegen räuberischem Diebstahl angezeigt worden. Am Vormittag des Mittwochs fiel er Beamten der Bundespolizeiinspektion Flughafen Frankfurt am Main wegen Erschleichens von Leistungen auf. Ein Datenabgleich ergab zudem 15 Notierungen in polizeilichen Datensystemen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz bzw. Eigentums- und Fahrgelddelikten.

Gegenüber den Beamten machte der 24-jährige Verhaltensauffällige keine oder wirre Angaben zur Sache. Er verhielt sich gegenüber den Beamten zudem unkooperativ. Der oft vielsagend lächelnde 24-Jährige äußerte lediglich, dass er auf dem Weg nach Österreich sei, um in einer psychiatrischen Klinik Urlaub zu machen. Den geplanten Urlaub tauschte er nun gegen die Betreuung in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt ein.

Die Bundespolizei lobt das mutige und couragierte Verhalten der 24-Jährigen aus Bergkirchen, die den Täter verfolgte, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, dann das Zugpersonal informierte und so letztlich zur Festnahme des Täters und seiner Strafzuführung beitrug.