Test von Mikrobussen und E-Rikschas in der Altstadt beschlossen

Test von Mikrobussen und E-Rikschas in der Altstadt beschlossen

Der Mobilitätsausschuss des Stadtrats hat in seiner heutigen Sitzung den Test von Mikrobussen im Linienbetrieb sowie von E-Rikschas im On-Demand-Betrieb in der Altstadt beschlossen. Während des Testbetriebs von Sonntag, 2. Juni, bis Samstag, 31. August, sollen diese zusätzlichen neuen Verkehrsmittel allen Bürger*innen zur Verfügung stehen, denen manche Wege zwischen Sendlinger Tor, Isartor und Maffeistraße zu weit zum Gehen sind. Um den vorgesehenen Zeitplan einhalten zu können, startet die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) als Betreiberin in Gespräche mit möglichen Mikrobus-Lieferant*innen. Im Sinne der „Altstadt für alle“ soll mit diesen Kleinstbussen und Rikschas die Erreichbarkeit, insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen, verbessert werden. Des Weiteren beinhaltet der Beschluss die Finanzierung des Probelaufs aus den Mitteln der Nahmobilitätspauschale, welche die MVG erhält. Zudem stellt das Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) – vorbehaltlich der Beschlussfassung der Vollversammlung am 28. Februar – für das Pilotprojekt Fördermittel aus dem Bayerischen Sonderfonds „Innenstädte beleben“ zur Verfügung.

Beide Angebote – die Mikrobusse wie auch die Rikschas – sollen in der Testphase kostenfrei zur Verfügung stehen. Die Mikrobusse sollen während der Pilotphase von 8 bis 22 Uhr etwa im 10-Minuten-Takt auf einer Ringlinie zwischen zentralen Punkten wie dem Sendlinger Tor, der Sendlinger Straße, dem Viktualienmarkt, dem Tal, dem Isartor, der Maximilianstraße und der Maffeistraße verkehren. Dafür sollen jeweils vier elektrisch betriebene Mikrobusse gleichzeitig unterwegs sein.

Zusätzlich sollen E-Rikschas voraussichtlich zwischen 7 und 24 Uhr eine flexible und an den individuellen Bedarf angepasste Mobilität innerhalb des Altstadtrings ermöglichen. Der Betrieb der E-Rikschas soll über eine Ausschreibung vergeben werden. Geplant ist, dass Pedelecs zum Einsatz kommen, die einen stufenfreien Einstieg bieten. Darüber hinaus soll eine separate Rikscha für den Transport von Menschen im Rollstuhl vorgehalten werden.
Bürgermeister Dominik Krause: „Mit dem Projekt wollen wir die Erreichbarkeit der Fußgängerzone verbessern. Die Kleinbusse ermöglichen auch Menschen den Besuch der Altstadt, die nicht gut zu Fuß sind – sei es zum Einkaufen, für einen Arzttermin oder für eine Verabredung im Café oder Restaurant. Das Angebot ist ein gutes Beispiel, wie sich die Anliegen der Wirtschaft und eine verbesserte Mobilität kombinieren lassen.“

Mobilitätsreferent Georg Dunkel: „Die Münchner Altstadt ist zwar gut erschlossen – gerade für mobilitätseingeschränkte Personen oder wenn man etwas zu transportieren hat, sind die Wege aber doch oft zu weit. Ich freue mich deshalb, dass wir mit dem Testlauf dem Ziel der „Altstadt für alle“ einen Schritt näherkommen und wichtige Erkenntnisse für die Finalisierung des Konzepts zur Feinerschließung der Altstadt gewinnen können.“

Clemens Baumgärtner, Referent für Arbeit und Wirtschaft: „Ich begrüße dieses Pilotprojekt, da wir dadurch zu einer weiteren Belebung der Münchner Altstadt beitragen und sie für die Besuchenden noch attraktiver gestalten. Ob Gastronomie-, Einzelhandels- oder Arztbesuch – wir wollen für die Menschen die Erreichbarkeit der Fußgängerzone verbessern. Aus diesem Grund stellt das RAW gerne in enger Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern als Bewilligungsstelle für den Testlauf des Projekts Fördermittel aus dem Bayerischen Sonderfonds „Innenstädte beleben“ zur Verfügung.“

Sinaida Cordes, Leiterin Mobilitätsentwicklung und Innovation bei den Stadtwerken München und der MVG: „Als das städtische Verkehrsunternehmen in München freut es uns, Teil dieses wegweisenden Projekts in der Münchner Altstadt zu sein. Unsere langjährige Erfahrung im Linienbetrieb, kombiniert mit unserer Innovationskraft, macht uns zu einem verlässlichen Partner, der die Zukunft der Altstadt aktiv mitgestaltet und die Mobilität für alle Bürger*innen verbessert.“

Im Vorfeld der Pilotphase wurde das Mobilitätsverhalten ausgewählter Zielgruppen betrachtet und eine qualitative Marktforschung mit Personen mit unterschiedlichen Arten von Mobilitätseinschränkungen und sensorischen Beeinträchtigungen, Personen, die schwere oder sperrige Gegenstände transportieren müssen, und Menschen, die besonderen Wert auf Bequemlichkeit legen, durchgeführt. Außerdem fanden Workshops mit dem Senioren- und dem Behindertenbeirat der Landeshauptstadt statt.

Als befristetes Projekt dient der Testlauf dazu, wertvolle Daten und Erkenntnisse zu sammeln. Während der Pilotphase werden deshalb wichtige Aspekte wie die Akzeptanz der Nutzer*innen, die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit, mögliche Finanzierungsmodelle sowie die verkehrlichen und betrieblichen Abläufe evaluiert. Zudem soll untersucht werden, inwieweit die Angebote die Bedürfnisse der Stadtbewohner*innen erfüllen und wie sie sich harmonisch in das bestehende Verkehrskonzept integrieren lassen. Das Feedback der Nutzer*innen soll helfen, die Machbarkeit und den möglichen Nutzen der Angebote insbesondere auch mit Blick auf ihre Kosten zu bewerten. Basierend auf den Ergebnissen des Testlaufs werden Mobilitätsreferat und MVG ein Konzept vorlegen, wie die Wege in der Altstadt für die Menschen auch künftig und dauerhaft durch Kleinst-Transportmittel verkürzt werden können.

Die öffentliche Feinerschließung der Altstadt ist ein wesentlicher Baustein der „Altstadt für alle“ und wird im Rahmen des Forschungsprojektes MoveRegioM (gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung) bearbeitet. Mit dem Pilotprojekt soll die Münchner Altstadt für alle Bürger*innen noch besser erreichbar sein, indem die Wege von Tram- und Bushaltestellen, U- und S-Bahnstationen sowie den öffentlichen Parkhäusern zu Zielen in den Fußgängerzonen mit den neuen Angeboten zurückgelegt werden können.