Update 05.04.2020: Coronavirus-Fälle in Bayern auf 24.350 angestiegen

Innenminister Joachim Herrmann: Stand heute, Sonntag, 10:00 Uhr, haben wir in Bayern 24.350 Corona-Infektionen (+ 1.301 im Vergleich zum Vortag, + 5,6 Prozent) zu verzeichnen. Diese Zahlen sind bemerkenswert positiv, sind aber mit Vorsicht zu genießen, weil es sich jedenfalls zum Teil um die wohl erfassungstechnisch zu erklärende „Sonntagsdelle“ handeln dürfte. Ob dem tatsächlich so ist, wird sich morgen zeigen, wenn nach den Erfahrungen der letzten Wochen Nachmeldungen kommen und die Montagszahlen steigen lassen. Was man aber schon heute sicher sagen kann, ist, dass wir auch für diesen Sonntag keinen exponentiellen Aufwuchs bei den Neuinfektionen registrieren müssen, sondern uns weiterhin im statistischen Korridor der letzten Tage bewegen. Das ist eine gute Nachricht, ebenso die Anzahl der amtlich ausgewiesenen Genesenen. Diese liegt nun bei 5.190, das sind 740 mehr als gestern.

Zum Abschluss des Statistikteils bleibt noch die traurige Aufgabe, weitere 41 (Vortag: + 43) Corona-Tote zu vermelden. Deren Gesamtzahl erhöht sich somit auf 411.

Neben der Rettung der akut Erkrankten stellt der Schutz der Menschen vor Neuinfektionen einen zentralen Aufgabenbereich des Staates in dieser Krise dar. Hier geht es vor allem um die Durchsetzung der Ausgangsbeschränkungen. Eine Aufgabe, die ich vor diesem ersten Osterferienwochenende gerade wegen des zu erwartenden schönen Ausflugswetters als besonders herausfordernd erachtet hatte. Bereits gestern hatte sich gezeigt, dass es im Grunde gar nicht darum ging, die Ausgangsbeschränkungen „durchzusetzen“. Es reichte weitgehend, sie zu überwachen. Denn ganz offensichtlich hatte die übergroße Zahl der Menschen in unserem Lande für sich persönlich entschieden, den Maßgaben der Bayerischen Verordnung über Infektionsschutzmaßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie zu entsprechen.

Dass die Bayerinnen und Bayern die aktuellen Beschränkungen akzeptieren und das Handeln des Staates als geeignet und angemessen erachten, entnehme ich zu aller erst den vielen Zuschriften, die mich in diesen Tagen erreichen. Die große Mehrheit lobt das Vorgehen des Staates. Und diejenigen, die kritische Töne anschlagen, machen ihr negatives Urteil nicht etwa an einer grundsätzlichen Ablehnung der Maßnahmen fest, sondern rügen, meist gar nicht aus eigener Betroffenheit, sondern aus der zufälligen Beobachtung polizeilicher Kontrollmaßnahmen, ein ihrer Meinung nach unverhältnismäßiges Einschreiten der Exekutive. Dies sind Einzelmeinungen, denen ich aber natürlich stets nachgehen lasse.

Beim insgesamt gelassenen Umgang mit den staatlichen Eingriffen in die Freiheitsrechte sind sich die Bayern einig mit dem übrigen Deutschland. Dies belegt der ARD-Deutschland-Trend vom vergangenen Freitag. Demnach befürwortet eine große Mehrheit von 93 Prozent, dass man sich aktuell nur noch in der eigenen häuslichen Gemeinschaft oder mit einer weiteren Person treffen darf. Damit gibt es weiterhin eine große Zustimmung für diese Regelung, die deutschlandweit seit elf Tagen gilt (in Bayern seit gut zwei Wochen). Im Vergleich zur Vorwoche – 95 Prozent Zustimmung – bedeutet dies eine stabile Zustimmung auf sehr hohem Niveau. Eine ablehnende Haltung zu den Maßnahmen nehmen aktuell 6 Prozent der Menschen in Deutschland ein, das sind 3 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Umfrage.

Die große Akzeptanz der Einschränkungen bei der Bevölkerung belegen aber auch ganz konkret die Berichte der Polizei zum Kontrollgeschehen an diesem Wochenende. An beiden Tagen hielt sich die überwältigende Mehrheit an die Empfehlung, trotz bestem Wetter die klassischen Ausflugsziele zu meiden.

Ähnlich wie gestern hielten sich auch heute in zentralen Parks und stadtnahen Grünanlagen der Ballungszentren sehr viele Sonnenhungrige, Frischluftschnapper und Spaziergänger auf, achteten aber sehr sorgfältig auf die Einhaltung des persönlichen Mindestabstandes von 1,5 Metern. Dies hat an beiden Tagen der Polizei die Arbeit sehr erleichtert. Dies weisen auch die Zahlen für gestern aus. Bei knapp 32.000 Kontrollen wurden ca. 7.400 Verstöße festgestellt, von denen 2.800 geahndet werden mussten. Bezieht man diese Zahlen darauf, dass Bayern gut 13 Millionen Einwohner hat und diese allesamt Adressaten der Beschränkungen sind, dann sind die gezählten Verstöße geradezu marginal. Und erfreulich ist auch das Verhältnis der Verstöße zu den Anzeigen. Dass diese nur in gut einem Drittel der Fälle erstattet werden mussten, zeigt mir, dass sich die Betroffenen weit überwiegend einsichtig gezeigt haben und es die Polizei deshalb bei einer mündlichen Verwarnung belassen konnte. Das war vor gut einer Woche noch anders, als zwei Drittel der festgestellten Verstöße zur Anzeige gebracht werden mussten.

Als Wermutstropfen empfinde ich Berichte aus den Bayerischen Alpen, wonach eine ganze Reihe von Bergsteigern, Tourengehern und Mountainbikern es nicht lassen konnten. Leider kam es auch zu mehreren schweren Bergunfällen, die ein Menschenleben und Verletzte gefordert haben.

Insgesamt ziehe ich aber eine sehr positive Bilanz dieses Wochenendes und bedanke mich bei den Menschen in Bayern für ihr Verständnis und ihre Mithilfe beim Kampf gegen das Corona-Virus, so Innenminister Joachim Herrmann.

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