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Foto: Bundespolizei

Verursacher gestriger S-Bahnstörung ermittelt – Glück im Unglück

München, 30.03.2017. Zwei unterschiedliche Fälle führten am Mittwoch (29. März) zu – teils erheblichen – Beeinträchtigungen im Münchner S-Bahnverkehr. Nach Auswertung von Videoaufzeichnungen sowie Zeugenaussagen sind in beiden Fällen die Verursacher von der Bundespolizei ermittelt worden.

Gegen 06:45 Uhr torkelte eine offensichtlich alkoholisierte 50-Jährige aus Planegg am Bahnhof Pasing gegen eine einfahrende S-Bahn. Die S6 Richtung Tutzing hatte bereits nur mehr geringe Geschwindigkeit. Die Frau stieß mit Kopf und Oberkörper gegen die S-Bahn und prallte anschließend auf den Bahnsteig zurück, wo sie – nahezu ungeschützt – auf den Boden aufschlug und bewusstlos zum Liegen kam. Der Triebfahrzeugfahrer hat die torkelnde Frau nicht erkennen können. Die S-Bahn fuhr nach dem Aufprall noch rund 15 Meter weit bevor sie zum Stehen kam. Die Verunfallte hatte Glück im Unglück. Sie kam in ein Münchner Krankenhaus, in dem neben einer Nasenbeinfraktur sowie zahlreichen kleineren Platzwunden auch ein Alkoholwert von 4,8 Promille festgestellt wurde. Durch den Vorfall kam es nur zu geringen betrieblichen Auswirkungen.

Gegen 17:35 Uhr kam es – mitten im Pendlerverkehr – im Bereich des Haltepunktes Laim zu einer länger anhaltenden bahnbetrieblichen Störung. Ein 30-jähriger, bulgarischer Putzer befand sich mit seinem Putzwagen am Bahnsteig. Als er das Arbeitsgerät gerade nicht im Blick hatte, verselbständigte sich dieses und rollte ins Gleis 3. Der Triebfahrzeugführer einer unmittelbar darauf einfahrenden, aus Pasing kommenden S-Bahn, leitete eine Schnellbremsung ein. Die S-Bahn kam aber nicht mehr rechtzeitig zum Stehen und erfasste den Putzwagen. Dieser verklemmte sich kompliziert unter dem Triebfahrzeug zwischen der S-Bahn und den Gleisen, so dass die S-Bahn (S8 auf dem Weg zum Ostbahnhof) nicht mehr bewegt werden konnte. Der hintere Teil der S-Bahn befand sich außerhalb des Bahnsteiges, so dass die sich darin befindlichen rund 150 Reisenden die S-Bahn zunächst nicht verlassen konnten.

Erst nachdem Techniker der Deutschen Bahn die Überreste des Putzwagens geborgen hatten, konnte der Unfallzug wieder bewegt werden. Der Sachschaden an der S-Bahn ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Der Putzwagen erlitt einen Totalschaden und hat nur noch Schrottwert.

Durch den Vorfall ist es zu erheblichen Störungen im abendlichen S-Bahnverkehr gekommen. Die Bundespolizei ermittelt gegen den 37-jährigen Putzmann wegen des Verdachts des Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Durch den Vorfall ist es zu keinem Personenschaden gekommen.