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Vorsicht Glatteis – Ältere Menschen sind besonders gefährdet

Auch am Wochenende bleibt es eiskalt, die Straßen und Gehwege sind spiegelglatt. Insbesondere alte Menschen stellt dies vor Herausforderungen. Die Chefärzte Nicole Reuper (Akutgeriatrie) und Prof. Dr. Hans-Joachim Andreß (Unfallchirurgie und Orthopädie) der HELIOS Klinik München Perlach geben Tipps, wie sich Fußgänger sinnvoll vor Stürzen schützen können.

„Ein Drittel der über 65-Jährigen stürzt jedes Jahr. Besonders Brüche der Hüfte, des Beckens, der Schulter und des Unterarms nehmen im Alter zu. Einer von zehn Stürzen verursacht eine schwere Verletzung. Leider sind die älteren Patienten anschließend oft eingeschränkt in ihrer Mobilität, haben  Schmerzen und Angst vor einem neuen Sturz“, erklärt Chefarzt Prof. Dr. Hans Joachim-Andreß. „Bei Glatteis nehmen Stürze deutlich zu, gerade ältere Menschen sollten daher Hilfe in Anspruch nehmen“, ergänzt Nicole Reuper.

Folgende Tipps geben die beiden Experten, die sich in der HELIOS Klinik München Perlach gemeinsam mit dem Thema Alterstraumatologie beschäftigen, um das Sturzrisiko zu reduzieren:

  • Richtiges Schuhwerk ist das A und O: Winterstiefel mit Profil geben viel Halt auf rutschigem Untergrund. Um noch mehr Grip zu bekommen, können zusätzlich am Schuh sogenannte Spikes festgeschnallt werden. Auch manche Rollatoren haben die Möglichkeit auf Profilräder umzurüsten.
  • Wichtig ist ebenso das Benutzen von Hilfsmitteln, wie Brille oder Hörgerät. Nur so können sich ältere Menschen ganz ihren Weg konzentrieren, rät die Altersmedizinerin Reuper.
  • Der „Pinguin-Gang“ verbessert zudem die Sicherheit auf Glatteis: Mit kleinen Schritten bewegt man die Füße langsam über den Boden. Der Körperschwerpunkt wird anders verteilt, was für mehr Stabilität sorgt, sagt Unfallchirurg und Orthopäde Prof. Dr. Andreß.
  • Das Halten an Geländern, Zäunen oder Gehen entlang der Hauswand unterstützt außerdem die Kontrolle und damit die Sicherheit. Natürlich betrifft es auch junge Menschen, doch ihre Stürze gehen meist glimpflich aus. Für ältere Menschen kann ein Glatteis-Unfall ernsthafte Folgen haben: Knochenbrüche, Prellungen, Bänderdehnungen und Kopfplatzwunden. „Der beste Sturz ist natürlich der, den man nicht hat“, sagt Chefärztin Nicole Reuper.
  • Kommt es dennoch zum Sturz kann ein „richtiges“ Fallen das Schlimmste verhindern: Dabei sollten Arme und Hände möglichst zuerst auf den Boden treffen. Das nimmt dem Aufprall die Wucht und verhindert schlimmere Verletzungen. Zusätzlich können sogenannte Hüftprotektoren, die beispielsweise bei Orthopädietechniker erhältlich sind, verhindern, dass es zu einem Bruch der Hüfte kommt.
  • Wer außerdem die Muskulatur trainiert, ist sicherer auf den Beinen. Regelmäßiges Training und Bewegung sorgen außerdem für bessere Koordination, so die beiden Chefärzte der HELIOS Klinik München Perlach.