Vorsicht vor Identitätsdiebstahl im Internet

Vorsicht vor Identitätsdiebstahl im Internet
Symbolbild

Sie erhalten Rechnungen von Online-Shops, die Sie nicht kennen? Sie besitzen ein Konto bei einer Bank, von der Sie noch nie gehört haben? Ein Identitätsdiebstahl kann jedem passieren. Betrüger sitzen häufig im Ausland und können dank moderner Technik selbst geschulte Augen hinters Licht führen.

So kommen Kriminelle an die Daten

Verbraucherinnen und Verbraucher geben ihre personenbezogenen Daten teils freiwillig preis. Sie werden von Betrügern getäuscht, die vorgeben, ein seriöses Unternehmen zu sein. Allerdings lässt sich nicht in jedem Fall feststellen, wie und wo der Identitätsdiebstahl passiert ist. Das sogenannte „Phishing“ ist hierbei eine verbreitete Methode. In einer E-Mail erhalten Nutzerinnen und Nutzer einen Link über den sie Zugangsdaten für Online-Dienste eingeben sollen, zum Beispiel für ihr Online-Banking. Diese Spam-Emails sind schwer als Betrug erkennbar, da die Nachrichten sehr echt aussehen und plausibel klingen. Betrüger können selbst die Absenderadressen von E-Mails manipulieren. Erfolgt der Kontakt per SMS, handelt es sich um sogenanntes „Smishing“.

So schützen Sie sich vor Identitätsdiebstahl

Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) gibt drei wichtige Tipps, mit denen Verbraucherinnen und Verbraucher sich vor einem Identitätsdiebstahl schützen können:

  1. Seien Sie misstrauisch, wenn Sie um persönliche Angaben gebeten werden. Vor allem, wenn Sie unter Druck gesetzt werden. Loggen Sie sich nicht über einen Link aus einer Nachricht in Ihr Kundenkonto ein. Nehmen Sie sich die Zeit, die Website des angeblichen Absenders wie gewohnt über Ihren Browser abzurufen und loggen Sie sich so in Ihr Konto ein. Wenn die Nachricht echt ist, erscheint sie in der Regel auch in Ihrem Kundenkonto.
  2. Wenn Sie über soziale Medien um Geld gebeten werden, wurde das Nutzerkonto eines Ihrer Freunde vermutlich von Betrügern übernommen. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, auf einen zugesandten Link zu klicken oder sensible Informationen wie Ihre Bankverbindung zu nennen. Nehmen Sie über einen anderen, Ihnen bereits bekannten Weg Kontakt mit der Person auf, von der die Nachricht angeblich stammt.
  3. Seien Sie mit der Weitergabe von Ausweisdokumenten äußerst zurückhaltend. Falls es doch unumgänglich ist, sollten Sie irrelevante Informationen schwärzen und ein Wasserzeichen verwenden.

Wenn personenbezogene Daten gestohlen werden, kann schon mit wenigen Informationen großer Schaden entstehen. Im Internet eröffnen Kriminelle Kundenkonten und schließen Verträge im Namen Ihrer Opfer ab.

Was sollten Betroffene tun?

Behalten Sie Ihre Kontobewegungen im Blick. Wurde Ihre Kreditkarte von Betrügern genutzt, können Sie widersprechen und das Geld über ein sogenanntes Charge-Back zurückbuchen lassen. Widersprechen Sie unberechtigten Rechnungen. Wenn Ihre Identität von Kriminellen missbraucht wird, müssen Sie schnell reagieren, um weiteren Schaden abzuwenden.

Das EVZ empfiehlt Betroffenen:

  • Erstatten Sie eine Anzeige bei der Polizei.
  • Beantragen Sie gegebenenfalls einen neuen Ausweis.
  • Informieren Sie Ihre Bank.
  • Lassen Sie Zahlungskarten sperren.
  • Informieren Sie Auskunfteien wie die SCHUFA.
  • Überprüfen Sie Ihren PC und Ihre mobilen Geräte auf Schadsoftware.

Auf der Website des Europäische Verbraucherzentrums Deutschland finden Sie weitere, ausführliche Informationen und Tipps zum Thema Identitätsdiebstahl. Das EVZ informiert über verbreitete und aktuelle Betrugsmaschen aus ganz Europa, die immer wieder auch in Kombination mit Identitätsdiebstahl auftreten.