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WIR. Stimmen für München – So war das Danke-Konzert für die Flüchtlingshelfer

Danke-Konzert für Flüchtlingshelfer auf dem Königsplatz München

In diesen Tagen ist es nicht leicht, sich Nachrichten anzuschauen. Abends, 20 Uhr, Tagesschau. Seit Wochen ist die Flüchtlingspolitik, deren Problematik und vor allem die immer steigenden Zahlen Thema. Zugleich tauchen viele „Meinungen“ auf, untermauert mit „Argumenten“, die fassungslos machen, die an Widerwärtigkeit und Bodenlosigkeit nicht zu überbieten sind – wir sprechen hier von Kommentaren und Posts der Social Media, von Demonstrationen gegen Flüchtlingsheime, gegen Menschen, die von ihrem eigenen Hab und Gut abgeben, um Menschen, die in Deutschland ankommen, damit ihr Leben, welches sie in ihrer Heimat aufgegeben haben, ein wenig besser werden kann. Es sind keine „Gutmenschen“, sondern Menschen, die einfach so handeln, wie es sein sollte: Menschlich. Ohne Eigennutz halfen Menschen in den letzten Wochen mit vereinten Kräften und Herzen in Unterkünften, am Münchner Hauptbahnhof und spendeten das, was fehlte. Bilder durch anklicken vergrößern! Mehr Bilder >>

Am Sonntag fand auf dem Münchner Königsplatz ein Danke-Konzert für alle Helfer statt, welches ein buntes musikalisches Programm bot. Doch nicht nur das, Oberbürgermeister Dieter Reiter durfte ebenfalls selbst zur Gitarre greifen und mit der Menschenmenge auf dem Königsplatz eins werden. Nicht zuletzt sein herzliches „Danke München“ von dem im Kapuzenpulli gekleideten Bürgermeister an die Stadt sorgte für gute Stimmung.

Musikalisch bunt war der Abend allemal: Unter anderem spielten Judith Holofernes zusammen mit Aeham Ahmad, der mitten in Kriegstrümmern Klavier gespielt hat und dessen Instrument vom IS verbrannt wurde, Herbert Grönemeyer gab sich auch die Ehre und hielt ein Wahlplakat der CSU aus dem Jahr 1946 hoch, auf dem sich die Partei für Flüchtlinge ausspricht.  Weiterhin spielten die Sportfreunde Stiller, Blumentopf, Fettes Brot, Donots, Dreiviertelblut und Notwist. Als absolutes Highlight werden Wanda gefeiert, deren Hype zur Zeit nicht abzureißen scheint.

Es ist ein Abend, der für Solidarität, politische Statements und absolute Menschlichkeit steht. Soziologie-Professor Armin Nassehi trifft es an diesem Abend mit seinen Worten auf den Punkt: „Wer die Hilfsbereitschaft der Gesellschaft für sozialromantisch hält, der hat kein Herz. Und wer das nicht für ein Votum der Bürger hält, der hat keinen Verstand. Was wir brauchen, ist Herz und Verstand.“

24000 Menschen gedenken in einer Schweigeminute der umgekommenen Flüchtlinge, erheben ihre Stimme gegen die Ungerechtigkeiten der Politik und den Wahnsinn in unserer Welt. Hier stand die Zeit still, leuchtende Momente verwandelten sich in solche, die wohl ewig währen werden und die hoffentlich auch ein wenig mahnend in Erinnerung bleiben werden. Denn kein Mensch auf dieser Erde ist illegal.(A.E.)