Wirtschaftsmacht Handwerk: Starke Impulse für Bayern

Wirtschaftsmacht Handwerk: Starke Impulse für Bayern
Hubert Aiwanger, Bayerischer Wirtschaftsminister, Franz Xaver Peteranderl, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern und des Bayerischen Handwerkstages, Dieter Dohr, Vors. GHM Gesellschafter für Handwerksmessen mbH © GHM / Astrid Schmidhuber

Ab 1. September 2020 finden Messen in Bayern wieder statt – die seitens der Bayerischen Staatsregierung verabschiedeten Konzepte machen eine sichere Durchführung möglich. Das Messeduo Heim+Handwerk und FOOD & LIFE geht somit Ende November an den Start. Das Handwerk beweist sich dabei als Stabilitätsanker und setzt positive Impulse sowohl für die hiesige Wirtschaft als auch die gezeichnete Messebranche.

Im Durchschnitt präsentierten jährlich rund 1.000 Aussteller ihre Produkte und Marktneuheiten im Rahmen der Heim+Handwerk und FOOD & LIFE. Gerade in Zeiten fortschreitender Digitalisierung und globaler Konzentration von Marktmacht überzeugen die beiden Messen und ihre Akteure durch regionale und kreative Vielfalt. Die hiesige Wirtschaft steht seit jeher im Fokus der an Endverbraucher gerichteten Handwerksmessen. Diese Fokussierung beweist sich nun als zentrale Stütze und zeitgleich wichtigste Stärke des Handwerks.

Umwegrentabilität der Handwerksmessen
Publikumsveranstaltungen wie die Heim+Handwerk und FOOD & LIFE bringen das Leben einer Stadt zum Florieren und durch ihre Umwegrentabilität wichtige ökonomische Effekte für die Region. Nach einer Berechnung auf Basis der kürzlich erschienen Studie zur Umwegrentabiltät der Messe München und des ifo Instituts induzieren die an den Endverbraucher adressierten Handwerksmessen bayernweit einen Umsatz von jährlich geschätzt 80 Mio. Euro. Davon entfällt auf das im November stattfindende Messeduo ein Anteil von circa 38 Mio. Euro. Die Effekte der Umwegrentabilität wirken dabei im positivem wie im negativem Fall der Durchführung bzw. Nicht-Durchführung.

Umso mehr blickt der Veranstalter, die GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH nach vorne: Gemeinsam mit den Ausstellern setzt sich das Handwerk zum Ziel, Ende November im sicheren Umfeld der technisch hochmodernen Münchner Messehallen das hiesige Wirtschaftsleben wieder anzukurbeln. Dazu Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages: „München ist weltweit der renommierteste Messestandort für das Handwerk, das Messegelände in Riem bietet Ausstellern und Besuchern ein leistungsstarkes Umfeld und dem Handwerk ein perfektes Podium. Mit den Traditionsveranstaltungen Heim+Handwerk und FOOD & LIFE im Spätherbst erhoffen wir uns mit dem Neustart wirtschaftlich und psychologisch positive Impulse. Um die bayerische Wirtschaft aus dem Corona-bedingten Konjunkturtal schnell herauszuführen, brauchen wir neben wirksamen Konjunkturanreizen eine positive Grundstimmung. Damit sollen die Betriebe die Möglichkeit erhalten, ihre neuen, innovativen, qualitativ hochwertigen Produkte präsentieren zu können und mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. Wir als Handwerker wollen und werden uns auch in dieser Zeit als Berufsoptimisten beweisen!“

Unterstrichen wird dieser Optimismus von den guten Anmeldezahlen der Aussteller: Mit Stand Ende August hat sich der Großteil bereits zum Messeduo bekannt und damit den Veranstaltern und neuen Konzepten ihr Vertrauen ausgesprochen. Günter Ziegelmeier, Schreinermeister und Inhaber der Schreinerei Ziegelmeier aus dem bayerischen Nördlingen, fasst es stellvertretend für viele zusammen: „So früh wie in diesem Jahr habe ich mich noch nie zuvor für die Heim+Handwerk angemeldet. Wir müssen wieder mit unseren Kunden ins Gespräch kommen und brauchen dafür die nötigen Plattformen. Alles andere wäre für uns als bayerischen Familienbetrieb mit fatalen Folgen verbunden.“

Messeneustart in Bayern
Dass es mit Optimismus alleine dieser Tage nicht getan ist, ist den Veranstaltern und Gesellschaftern der GHM bewusst. Dazu Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH: „Unser gesamter, gesunder Wirtschaftszweig wurde wie viele andere vorübergehend abgeschaltet, um die Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen. Dieser Stillstand war wichtig und notwendig für die gesundheitliche Situation des Landes. Die letzten Monate haben aber deutlich gemacht: Wirtschaft braucht Bewegung. Dabei sehen wir an der konjunkturellen Entwicklung sowie der Entwicklung des Arbeitsmarktes, dass digitale Bewegung reale Wirtschaftsbewegungen nicht kompensieren kann.“ Ab 1. September 2020 geht es nun in den meisten Bundesländern, so auch in Bayern, wieder los, und Messen dürfen wieder an den Start gehen. Das verschafft Messeveranstaltern, ihren Partnern sowie den Ausstellern die dringend nötige Verlässlichkeit.

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger unterstreicht die Rolle von Messen für den Wirtschaftsstandort Bayern: „Wie viele Bereiche unserer Wirtschaft hat Corona auch die Messewelt in die Krise gestürzt. Jetzt wollen wir einen weiteren Schritt hin zu einer verantwortungsvollen Normalität gehen, ohne dabei das aktuelle Infektionsgeschehen auszublenden. Messen sind eine wichtige Marktplattform für die bayerische Wirtschaft und ein leistungsstarker Motor, um die Konjunktur in der aktuellen Phase zu stabilisieren. Die Messeveranstalter sind vorbereitet und haben in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden durchdachte Hygienekonzepte entwickelt. Dadurch wird ein sicherer Messebetrieb für die Aussteller und die Besucher ermöglicht.“

Die neuen Vor-Ort-Maßnahmen sind in weiten Teilen bereits erprobt und gelebt, die kommenden Messen können in einem sicheren Rahmen stattfinden, lassen aber gleichzeitig keine Einschränkungen in den Geschäftsbeziehungen befürchten. Modernste Technik und die Infrastruktur der Messehallen machen das möglich. Neben der allgemein üblichen AHA-Regel sind es vor allem das Crowd-Management zur Steuerung der Besucherströme an den Messeeingängen und in den Hallen, die vollständige Registrierung aller Besucher, des Aussteller- und Servicepersonals sowie hochleistungsfähige Belüftungsanlagen mit kontinuierlicher Frischluftzufuhr, die einen Messebesuch sicher machen.

Dazu Dohr: „Menschliche Begegnung – ob privat oder auf geschäftlicher Ebene – kann nicht ersetzt werden. Das ist unsere feste Überzeugung. Deshalb blicken wir nach vorne. Laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft befinden sich derzeit 175 von knapp 200 Ländern in einer Rezession. Messen haben schon immer einen wesentlichen Beitrag als Motor der Wirtschaft geleistet. Dieser Beitrag ist mit Blick auf die Weltwirtschaftslage heute entscheidender denn je. Die meisten führenden Messen, wie zum Beispiel die Internationale Handwerksmesse, sind nach dem zweiten Weltkrieg vor den Jahrzehnten des Wirtschaftswunders entstanden. Dass sich das Handwerk nun als Stabilitätsanker in der Coronakrise beweist, unterstützt uns in unserem Vorhaben, im November die Münchner Traditionsveranstaltungen Heim+Handwerk und FOOD & LIFE durchzuführen.“

Lokalität und Regionalität: Pfeiler des Neustarts
„Messen sind bedeutende Impulsgeber für das Handwerk. Nach den wirtschaftlichen Einbrüchen durch die Corona-Pandemie können sie einen entscheidenden Anstoß zur wirtschaftlichen Belebung leisten. Betriebe und Kunden überdenken aktuell ihre Lieferbeziehungen und sind daher offen für neue Geschäftsbeziehungen. Eine Messe zum jetzigen Zeitpunkt richtet den Blick nach vorne. Das ist ein Signal, das die Wirtschaft jetzt braucht. Klar ist aber auch: Das darf keinesfalls zu Lasten des Gesundheitsschutzes gehen. Ein gutes Hygienekonzept und kreative Formate sind die entscheidenden Erfolgskriterien beim geplanten Neustart im Messebereich. Ob Publikumsmesse wie die Heim+Handwerk oder internationales Schaufenster wie die Internationale Handwerksmesse: Eine Messe setzt Akzente für die Zukunft. In kurzer Zeit werden zielgerichtet Ideen ausgetauscht und Kontakte vertieft, für die ansonsten ein monatelanger, oft reiseintensiver Aufwand erforderlich wäre. Deshalb bleiben Messen gerade jetzt als Orte der Begegnung und als Innovationsarenen unverzichtbar. Die zeitliche und räumliche Verdichtung des Austauschs lässt sich nicht vollständig in den virtuellen Raum verlagern. Erst recht nicht im Handwerk, wo es vor allem um das Sehen, Erleben und Anfassen geht,“ bestätigt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Handwerks (ZDH) in Berlin.

Ähnlich sehen das die Besucher des Messeduos: Im Juli 2020 führte die GHM unter 50.000 Besuchern eine Umfrage zur Messeteilnahme durch. Davon nahmen rund 10.000 an der Befragung teil. Das Ergebnis: 87,1% stehen einem Besuch im Spätherbst positiv gegenüber, wobei knapp die Hälfte davon eine Teilnahme als gesetzt sieht. Eine Zahl, die die Nachfrage nach einem lokalen Treffpunkt genauso widerspiegelt, wie das Vertrauen in die sicheren Konzepte.

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