
Am 22. Juli jährt sich das rassistische und rechtsterroristische Attentat am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) zum zehnten Mal. Bei dem Anschlag am 22. Juli 2016 kamen neun Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Die Stadt München erinnert gemeinsam mit Angehörigen, Hinterbliebenen, Überlebenden und Unterstützer*innen an die Opfer im Rahmen einer zentralen Gedenkveranstaltung am Mittwoch, 22. Juli, ab 16 Uhr (Einlass ab 15 Uhr) am Denkmal „Für Euch“ vor dem Olympia-Einkaufszentrum. Es sprechen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Oberbürgermeister Dominik Krause sowie Hinterbliebene des Attentats.
Zum Tatzeitpunkt um 17.51 Uhr wird mit einer Schweigeminute und Kranzniederlegung der Opfer gedacht. Auch der Betrieb der Münchner Verkehrsgesellschaft wird dann kurz unterbrochen, um ein Zeichen des gemeinsamen Erinnerns zu setzen. Das Verlesen der Namen der Opfer sowie musikalische Beiträge rahmen die Veranstaltung ein. Der offizielle Teil endet gegen 19 Uhr.
Oberbürgermeister Dominik Krause: „Das Attentat am OEZ hat München vor zehn Jahren erschüttert und tiefe Wunden hinterlassen. Es war eine Botschaftstat, die gezielt gegen die Vielfalt unserer Stadtgesellschaft gerichtet war. Ich sage es deswegen klar und deutlich: Das Attentat am OEZ war ein rechtsextremes und rassistisches Attentat. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freund*innen der Ermordeten, den Verletzten und allen, die bis heute unter den Folgen leiden. Wir stehen an ihrer Seite. Das Gedenken ist für uns Verpflichtung: hinschauen, erinnern, benennen und daraus für die Zukunft lernen.“
Zum Jahrestag werden am Marienplatz Fahnen gehisst, um die Erinnerung sichtbar in die Mitte der Stadt zu holen. Im Prunkhof des Rathauses wird zudem eine Gedenktafel für die Opfer des Attentats am OEZ in einem vertraulichen Rahmen enthüllt. Dies haben die Fraktionen des Stadtrates gemeinsam im Juli 2025 beantragt.
Die Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt unterstreicht: „Für uns ist klar, Rassismus und Rechtsextremismus sind die größten Bedrohungen für eine solidarische und vielfältige Stadtgesellschaft. Wir wollen die Betroffenen so gut wie möglich schützen und unterstützen. Dazu gehört auch die Benennung dieses Attentats als rassistische und rechtsextreme Gewalttat; denn viel zu lange wurde das Attentat am OEZ als unpolitischer Amoklauf verharmlost. Gerade deshalb ist das Gedenken nicht nur Erinnern und Trauern, sondern auch ein öffentliches Anerkennen von rechtsextremer und rassistischer Gewalt und gleichzeitig ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen, Hinterbliebenen und Angehörigen.“
Die Landeshauptstadt München hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Angehörigen und Hinterbliebenen weitere Schritte des Erinnerns auf den Weg gebracht. Dazu gehören das Denkmal „Für Euch“ an der Hanauer Straße 77, der im April 2025 eröffnete neue Gedenkraum in Moosach sowie die jährlichen Gedenktage, die in engster Abstimmung mit einem Teil der Angehörigen organisiert werden.
Das Attentat am OEZ richtete sich gezielt gegen rassifizierte Menschen; der Täter hatte sich zuvor intensiv mit rechtsextremen Inhalten beschäftigt. Dennoch wurde es zunächst als Amoklauf eingestuft. Erst nach anhaltendem Druck der Angehörigen und Unterstützter*innen wurden unabhängige Gutachten in Auftrag gegeben, auf deren Grundlage auch weitere Behörden die Tat als rechtsterroristisches und rassistisches Attentat einordneten. Für die Familien der Opfer bleibt die Benennung der Tat als rassistisch motivierte Gewalttat ein wesentliches Anliegen, ebenso wie die Auseinandersetzung mit den offenen Fragen, die bis heute bestehen.










