
Wochen, die sich wie Jahre anfühlen. Eltern, die nachts wachen und auf Monitore schauen. Kleine Körper, die kämpfen – und ein Team, das jeden Tag mit ihnen kämpft. Ein Frühgeborenes zur Welt zu bringen bedeutet oft, in eine Welt aus Schläuchen, Alarmtönen und bangen Hoffnungen einzutauchen. Die Klinik wird für Wochen oder Monate zum zweiten Zuhause – mit all den Höhen, wenn das Kind zunimmt und gedeiht, und all den Tiefen, wenn es Rückschläge gibt. Und dann kommt der Moment des Abschieds: die Entlassung nach Hause. Ein Moment der Erleichterung – und oft auch der großen Unsicherheit. Genau hier setzt das Harl.e.kin-Nachsorgemodell an.
Harlaching das erste Harl.e.kin-Signum am Standort München Harlaching. Die Auszeichnung würdigt das außergewöhnliche Engagement des Teams in der Nachsorge von früh- und risikogeborenen Kindern und ihren Familien – und schlägt damit den Bogen zurück zu den Ursprüngen eines bayernweit einzigartigen Versorgungsmodells.
Der Geburtsort eines bayerischen Vorbilds
Das Harl.e.kin-Nachsorgemodell wurde 2003 genau an diesem Ort ins Leben gerufen: im damaligen Klinikum München Harlaching. Was damals als visionäre Initiative begann, hat sich seitdem zu einem tragenden Pfeiler der Frühgeborenen-Versorgung in ganz Bayern entwickelt. Heute ist das Modell an 28 Standorten im Freistaat verankert – stets in enger Kooperation von Kinderklinik, Frühförderstelle und gemeinnützigem Trägerverein, gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.
Unterstützung genau dann, wenn sie gebraucht wird
Der Übergang von der Klinik nach Hause ist für Familien mit früh- oder risikogeborenen Kindern eine besonders vulnerable Phase. Hier setzt die Harl.e.kin-Nachsorge an: mit individueller, niedrigschwelliger und kostenfreier Beratung und Begleitung. Geschulte Nachsorge-Fachkräfte begleiten die Familien in den ersten Wochen und Monaten zu Hause, koordinieren Hilfsangebote und geben Sicherheit in einem oft belastenden Lebensabschnitt.

Das Harl.e.kin-Signum: Qualität sichtbar machen
Das Harl.e.kin-Signum ist mehr als eine Auszeichnung – es ist ein sichtbares Bekenntnis zu Qualität und menschlicher Zuwendung. Mit dem Signum werden sowohl die beteiligten Kooperationspartner vor Ort als auch das Team des jeweiligen Standorts gewürdigt. Es macht die wertvolle, oft im Verborgenen geleistete Arbeit der Nachsorge-Fachkräfte öffentlich sichtbar und setzt einen gemeinsamen Standard für alle Harl.e.kin-Standorte in Bayern.
„Die Verleihung des Harl.e.kin‑Signums ist ein starkes Bekenntnis zu einer nachhaltigen Nachsorge für früh‑ und risikogeborene Kinder in Bayern. Es ist wichtig, dass aus dem kleinen Pilotprojekt im Klinikum Harlaching ein flächendeckendes Erfolgsmodell geworden ist – mehr als 17.000 Familien konnten so schon unterstützt und begleitet werden. Niedrigschwellige, frühzeitige Hilfe ist ein wirksamer Schutz für die Eltern‑Kind‑Interaktion – gerade in Zeiten wachsender Aufgaben. Mit dem Harl.e.kin‑Signum würdigen wir die Pionierarbeit am Standort Harlaching. Der nachsorgende Ansatz soll auch im ganzen Freistaat gelebt werden. So bleibt Bayern gemeinsam stark.“ Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf
„Die Auszeichnung mit dem Harl.e.kin-Signum ist für uns eine große Ehre – und zugleich eine Bestätigung unserer Überzeugung: Exzellente Medizin endet nicht an der Krankenhaustür. Gerade Familien mit Frühgeborenen tragen nach Wochen oder Monaten auf der Intensivstation eine besondere Last nach Hause. Dass sie dabei nicht allein gelassen werden, ist für uns als München Klinik eine Selbstverständlichkeit und ein Herzensanliegen zugleich.“ Dr. Tim Guderjahn, Kaufmännischer Geschäftsführer der München Klinik
„Was wir auf der Neonatologie leisten, ist hochspezialisierte Medizin auf höchstem Niveau. Aber ich erlebe täglich, dass die Versorgung eines Frühgeborenen weit über den Klinikaufenthalt hinausgeht. Eltern müssen lernen, mit einem sehr kleinen, oft noch sehr vulnerablen Kind umzugehen – zuhause, ohne das Sicherheitsnetz des Klinikteams. Die Harl.e.kin-Nachsorge schließt genau diese Lücke. Sie ist kein Zusatzangebot – sie ist ein unverzichtbarer Teil einer guten Frühgeborenenversorgung.“ Prof. Marcus Krüger, Chefarzt Neonatologie, München Klinik
„Mit dem Harl.e.kin-Signum setzen wir ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für die großartige Arbeit am Standort München-Harlaching. Unser Dank gilt allen Kooperationspartnern und dem gesamten Team, die Tag für Tag leisten, was oft im Verborgenen bleibt: Ihre Arbeit ist leise, selten im Rampenlicht – und hinterlässt doch tiefe Spuren im Leben von Familien. Sie geben Halt, Orientierung und Mut in einer besonders herausfordernden Zeit. Genau dafür steht das Harl.e.kin-Signum: für Engagement, Haltung und den unschätzbaren Wert dieser Arbeit.“ Dr. Bettina Achhammer, Zentrale Koordination der Harl.e.kin-Nachsorge in Bayern
Neonatologie auf höchstem Niveau – und darüber hinaus
Die München Klinik Harlaching ist zertifiziertes Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) und damit eine der wichtigsten Anlaufstellen für Früh- und Risikogeburten in der Region. 55 kleinste Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm wurden in 2025 in der München Klinik geboren und neonatologisch versorgt. Mit 27 kleinsten Frühgeborenen in Schwabing und 28 Frühgeborenen unter 1250 Gramm in Harlaching sind die Kinder an beiden neonatologischen Standorten der MüK nahezu gleich verteilt. Das Perinatalzentrum Harlaching ist als einziges in München nach „Perizert“ zertifiziert. Die MüK Schwabing ist als einzige Klinik in München als „babyfreundliche Geburtsklinik“ zertifiziert. Durch die bereits in 2024 in Harlaching etablierte Frauenmilchbank kann die MüK allen extrem kleinen Frühgeborenen an beiden Standorten eine Frauenmilchversorgung anbieten, bis die Mutter genug eigene Milch hat. Wie außergewöhnlich die Möglichkeiten der Harlachinger Neonatologie sind, zeigte der Fall der kleinen Sila: Sie kam 2023 mit einem Gewicht von nur 310 Gramm zur Welt – und konnte dank modernster Intensivmedizin und eines engagierten Teams gesund nach Hause entlassen werden. Das Harl.e.kin-Nachsorgemodell war dabei Teil eines nahtlosen Versorgungspfades, der nicht mit der Entlassung endet.










