DAK-Analyse: Gravierende Pandemiefolgen für Kinder in Bayern

DAK-Analyse: Gravierende Pandemiefolgen für Kinder in Bayern
Symbolbild

Corona-Delle 2020 bei Klinikaufenthalten Heranwachsender – aber mehr Behandlungen wegen Depressionen und Belastungsstörungen 

Die Pandemie hat in Bayern massive Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung von Minderjährigen. Während des ersten Lockdowns im März und April 2020 gab es 45 Prozent weniger Krankenhausbehandlungen und 49 Prozent weniger Operationen bei Kindern und Jugendlichen. Bis Ende Juni folgte zwar ein Anstieg auf „Normalniveau“, einen Anstieg zum Nachholen der Behandlungen war nicht zu verzeichnen. Besonders deutlich fiel der Rückgang von Klinikbehandlungen bei Darminfektionen, Bronchitis und Alkoholmissbrauch aus. Dagegen nahmen diese wegen Depressionen und Belastungsstörungen zu. Das ist das Ergebnis einer Sonderanalyse der Universität Bielefeld für Bayern im Auftrag der DAK-Gesundheit. Dafür wurden die Daten von mehr als 100.000 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren ausgewertet.  

Im Rahmen der DAK-Sonderanalyse untersuchte die Universität Bielefeld die anonymisierten Krankenhausdaten der ersten Halbjahre 2019 und 2020. „Als nachvollziehbar und logische Konsequenz der Kontaktbeschränkungen kann der Rückgang der Behandlungen wegen Infektionskrankheiten und Verletzungen angesehen werden“, sagt Sophie Schwab, Leiterin der DAK-Landesvertretung Bayern. So nahmen zum Beispiel Krankenhausbehandlungen wegen Darminfektionen um 62 Prozent ab, bei akuter Bronchitis um jeweils 43 Prozent. Bei Kopfverletzungen gab es einen Rückgang um 36 Prozent. 

Dagegen nahmen Klinikaufenthalte wegen Depressionen um sechs Prozent zu. Bei den Belastungs- und Anpassungsstörungen waren es 44 Prozent. „Die Belastungen durch die Corona-Pandemie wirken sich negativ auf Kinder und Jugendliche aus“, erklärt Sophie Schwab. „Die Analyse des ersten Lockdowns lässt befürchten, dass die Pandemiefolgen für unsere Kinder insgesamt wesentlich gravierender sein werden. In der aktuellen Corona-Diskussion muss die Kinder- und Jugendgesundheit eine größere Rolle spielen.“ 

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