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Der Deutsche Fernsehpreis 2017: Die Nominierungen in Unterhaltung, Information und Sport für das Fernsehjahr 2016

12. Januar 2017 – Am 2. Februar wird in der Düsseldorfer Rheinterrasse der Deutsche Fernsehpreis zur Würdigung der besten Produktionen und Einzelleistungen des Jahres 2016 vergeben. Wer die begehrten Trophäen erhält, entscheidet eine unabhängige Jury erst am Tag der Preisverleihung. Darüber hinaus vergeben die Stifter einen Ehrenpreis. Die Nominierten der fiktionalen Kategorien wurden bereits im Dezember bekannt gegeben.

„Wenn wir auf das Fernsehjahr 2016 zurückblicken, dominieren die politischen Krisen das Informationsprogramm. Angesichts der unruhigen Weltlage spielen Glaubwürdigkeit, Recherche, Hintergrund-Analyse und Einordnung eine immer wichtigere Rolle, auch und gerade in der Abgrenzung der vom Internet getriebenen, steigenden Informationsflut. Hier zeigte das Fernsehen 2016 seine Leistungsfähigkeit in besonderer Weise“, so der Jury-Vorsitzende und „TV Spielfilm“-Chefredakteur Lutz Carstens. „Dass das deutsche Fernsehen gleichzeitig großartig unterhalten kann, die große Showtreppe wie auch die kleinen, jungen Formate beherrscht, beweisen unsere Nominierten in der Unterhaltung. Darunter sind zahlreiche überzeugende Newcomer und auch deutsche Eigenentwicklungen, worüber sich die Jury besonders gefreut hat.“

Die Nominierungen in der Unterhaltung

Beste Unterhaltung Primetime“: In der „Königsdisziplin“ der Unterhaltung treten fünf kreative Showkonzepte an. Nominiert sind Die Beste Show der Welt (ProSieben/Florida TV) mit Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, Grill den Henssler (VOX/ITV Studios Germany) mit Steffen Henssler und Ninja Warrior Germany (RTL/NORDDEICH TV) mit Jan Köppen, Frank Buschmann und Laura Wontorra. Hinzu kommen The Voice of Germany (ProSieben/SAT.1/Talpa Germany) mit Thore Schölermann und Lena Gercke sowie Wer weiß denn sowas? XXL (ARD/NDR/UFA SHOW & FACTUAL) mit Kai Pflaume.

Beste Unterhaltung Late Night“: Aufbleiben lohnt sich. Zu den besten Nachtschwärmern gehören Luke! Die Woche und ich (SAT.1/Brainpool TV) mit Luke Mockridge, NEO MAGAZIN Royale (ZDF/ZDFneo/Bildundtonfabrik) mit Jan Böhmermann und PussyTerror TV (WDR/Brainpool TV) mit Carolin Kebekus.

Beste Persönliche Leistung / Moderation Unterhaltung“: Dass sich gute Unterhaltung nicht an der Größe der Showbühne, sondern auch an der Vielseitigkeit und Individualität ihrer Moderatoren misst, beweisen Sympathieträger Elton (Alexander Duszat), der sich von Stefan Raabs Dauerpraktikanten zum gefragten Showmaster entwickelt hat, Jeannine Michaelsen, die sich mit Schlagfertigkeit und Souveränität für mehr empfiehlt, sowie Nils Bomhoff, Etienne Gardé, Daniel Budiman und Simon Krätschmer, die als Rocket Beans das Gaming-TV revolutioniert haben und zeigen, wie interaktives Fernsehen funktioniert.

Beste Comedy / Kabarett“: Nominiert sind das politische Satiremagazin extra 3 (ARD/NDR) mit Christian Ehring, Das Lachen der Anderen (WDR/SEO Entertainment) mit Micky Beisenherz und Oliver Polak, die in ihrer Sendung die Grenzen der Comedy neu ausloten, sowie das Format Sketch History (ZDF/HPR Bild und Ton GmbH/Warner Bros. Germany), das Ereignisse der Weltgeschichte mit erfrischend schrägem Humor auf die Schippe nimmt.

Bestes Factual Entertainment“: Ob Day- oder Primetime – die Bandbreite und Qualität dieses produktiven Genres begeistern Zuschauer wie Jury gleichermaßen. Nominiert sind Bares für Rares (ZDF/Warner Bros. Germany), Die Höhle der Löwen (VOX/Sony Pictures) und Kitchen Impossible (VOX/Endemol Shine Germany).

Die Nominierungen in der Information

Beste Information“: Angesichts von Fake-News und ‚postfaktischen‘ Debatten setzen die nominierten Programme auf Recherche, Glaubwürdigkeit, Hintergrund-Analyse und Einordnung. Ausgewählt wurden das auslandsjournal (ZDF), Die Story im Ersten: Panama Papers – Im Schattenreich der Offshorefirmen (ARD/NDR/WDR) sowie die Sendung scobel (3sat/ZDF), die sich ihren Themen vielschichtig und interdisziplinär widmet.

Beste Persönliche Leistung / Moderation Information“: In Zeiten von stetig komplexer werdenden Themenwelten schlägt die Stunde der Vermittler: Harald Lesch (ZDF) überzeugte mit seiner profilierten Wissensvermittlung im ZDF, Christiane Meier mit ihren präzisen Politiker-Interviews im ARD Morgenmagazin (ARD/WDR), und einmal mehr trat Antonia Rados (RTL/n-tv) mit ihrer Interviewführung samt exzellenter Vernetzung und Vor-Ort-Recherchen hervor.

Beste Dokumentation / Reportage“: Die Sendeplätze für klassische Dokumentarfilme werden seltener, die Qualität der Beiträge bleibt nichtsdestoweniger enorm, weshalb sich die Jury für die fünf folgenden Kandidaten entschieden hat: Neben Erstickt im LKW – Das Ende einer Flucht (ARD/NDR/WDR), Der lange Arm des IS – Wie der Terror nach Europa kommt (ARD/WDR/NDR) und Putins geheimes Netzwerk – Wie Russland den Westen spaltet (ZDF) nominierte das Gremium Das Schicksal der Kinder von Aleppo – Neue Heimat Deutschland (ZDF/ITV/PBS/ITN Productions) sowie Schöne Neue Welt (ZDF/Eco Media TV-Produktion).

Bestes Infotainment“: In leichterer Machart, aber gleichermaßen engagierter ‚Aufklärungsmission‘ waren die folgenden Programme beim Zuschauer sehr erfolgreich. Der ProSieben-Dauerbrenner Galileo (ProSieben) erreichte mit seinen Themen vor allem die jungen Zuschauer, Das Jenke Experiment (RTL/infoNetwork/Redaktion EXTRA) überzeugte mit seinen gewagten Selbstversuchen und Make Love (ZDF/gebrueder beetz filmproduktion) mit erstaunlich offenen Gesprächen.

Die Nominierungen im Sport

Beste Sportsendung“: Bei der Handball EM (ARD/NDR/WDR) gelang es dem äußerst fachkundigen ARD-Team über zehn Millionen Zuschauer pro Begegnung zu begeistern und eine selten dagewesene Nähe zu Mannschaft und Spielgeschehen herzustellen. Fernsehgeschichte schrieb zudem Nico Rosberg in der Formel 1. RTL setzte das Thema auf höchstem Niveau um und brachte die Saison mit der bewährten Crew zum krönenden Abschluss. Mit dem starken Reporterteam Matthias Stach, Marco Hagemann und Markus Theil erreichte schließlich Eurosport einen Matchball: Im Bereich Tennis sind die Übertragungen der Australian- und US-Open Finals der Damen nominiert.

Die Jury
Über Nominierungen und Preisträger entscheidet ein unabhängiges, zehnköpfiges Fachgremium. Unter dem Vorsitz von Lutz Carstens (Chefredakteur TV Spielfilm) arbeiten in der diesjährigen Jury: Bettina Josmann (Producerin Caligari Entertainment), Jakob Krebs (Leitung dctp.tv und Geschäftsführer dctp), Philipp Laude (Comedian und YouTuber/Ex-„Y-Titty“), Thomas Lückerath (Chefredakteur und Geschäftsführer Medienmagazin DWDL), Peter Nadermann (Produzent und Geschäftsführer Nadcon Film GmbH), Caroline Peters (Schauspielerin), Nicole Rosenbach (freie Fernsehautorin), Marcus Uhl (Geschäftsführer Bilderfest) sowie Wilfried Urbe (freier Medienjournalist).