200 Jahre Radl-Patent

Laufmaschine
Foto: Deutsches Museum

München, 11. Januar 2018, Karl Freiherr von Drais machte im Sommer 1817 die ersten Fahrversuche mit seinem berühmten Laufrad – das Patent für sein Ur-Radl bekam er dann vor genau 200 Jahren. Das sogenannte „badische Privileg“ für die Draisine erhielt Drais am 12. Januar 1818. Mit den Auf- und Abschwüngen des Radfahrens in den folgenden 200 Jahren befasst sich die aktuelle Sonderausstellung „Balanceakte“ im Verkehrszentrum des Deutschen Museums.
 
Drei Schwerpunkte hat die Ausstellung: Technik und Wirtschaft, Kultur und Sport, Mobilität und Verkehr. „Laufmaschine und Fahrrad sind ja ursprünglich nicht als Verkehrsmittel genutzt worden, sondern waren Abenteuermaschinen”, sagt Bettina Gundler, Leiterin des Verkehrszentrums und eine der Kuratorinnen der Ausstellung. Sie fasziniert besonders an den „Balanceakten“, welchen gesellschaftlichen Wandel man an der Geschichte des Fahrrads zeigen kann: Von einem Vergnügen für Reiche wurde es in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zum Hauptverkehrsmittel für die Bevölkerung. Dann drängte die Motorisierung das Zweirad ins Abseits. Heute ist es wieder auf der Überholspur – als Alltagsverkehrsmittel und manchmal auch Weltanschauungs-Fortbewegungsmittel.

Davon zeugen auch die Exponate: Das ursprüngliche von Drais entwickelte Laufrad war eine Kuriosität – heute werden Lastenräder als stadttaugliche Alternative zum Auto eingesetzt, und wer es sich denn leisten kann und mag, fährt teure Luxusräder. Dabei sind die „Balanceakte“ natürlich nicht nur zum Anschauen: Besucher können vor Ort auch ausprobieren, wie ein Laufrad funktioniert – oder sich im Wettstreit auf den Energierädern auspowern.
 
„Balanceakte“ ist noch zu sehen bis 22. Juli 2018 auf der Sonderausstellungsfläche in Halle I des Verkehrszentrums. Jedes Wochenende gibt es immer ab 15 Uhr Übersichtsführungen durch die Sonderausstellung, Teilnahme kostenlos und ohne Anmeldung.

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