Das Traditionslokal Hackerhaus bekommt neue Wirte

Das Traditionslokal Hackerhaus bekommt neue Wirte
v. l. n. r. Lorenz & Christine Stiftl sowie Jutta & Paul Pongratz

Das Wirtepaar Jutta (53) und Paul Pongratz (55) hat 36 Jahre lang das Hackerhaus geführt. Paul Pongratz hat als Mitglied des Bezirksauschusses jahrelang für die neue Fußgängerzone in der Sendlinger Straße gekämpft. Jetzt müssen sie das Geschäft aufgeben. Frau Pongratz ist herzkrank und kann den Betrieb nicht mehr weiter führen. Paul Pongratz dazu, „Trotz Wehmut, unsere Mitarbeiter*Innen, Stammgäste und eigentlich unser Zuhause verlassen zu müssen, bin ich doch froh, dass ich mich jetzt richtig um unser Privatleben und allem voran, um die Gesundheit meiner Frau kümmern kann.“ Die lang ersehnte Fußgängerzone sehen sie bald selbst aus der Perspektive des Gastes.

Christine und Lorenz Stiftl

Glücklicherweise gibt es in der Nachbarschaft ein Ehepaar, das das Traditionswirtshaus
weiterführen kann, Christine (45) und Lorenz Stiftl (55), seit 2009 Wirte Zum
Spöckmeier. Deren Pachtvertrag für das Lokal in der Rosenstraße läuft noch bis Ende
2020. Das neue Wirtepaar plant, alle Kolleginnen und Kollegen zu übernehmen.
Teilrenovierungen werden in Betracht gezogen, um auch dem neuen Standard auf der
Freischankfläche in der Fußgängerzone gerecht zu werden. Ein Highlight wird das
Speisenangebot sein, da die Familie eine eigene Metzgerei in München betreibt und ihre
Betriebe, wie auch das Wirtshaus im Tal Zum Stiftl und die Gastronomie im Grünwalder
Stadion damit versorgt. Die Übergabe ist für Anfang 2020 vorgesehen.

Die Hauseigentümer, Heidi und Philipp Lehmann, freuen sich auf die neuen Mieter, die bereits Loyalität, Vertrauen und Unternehmergeist mit den anderen Objekten in München, Zum Stiftl, Zum Spöckmeier, Grünwalder Stadion gezeigt haben. Andreas Steinfatt von Paulaner bedankt sich für die Treue des Wirtepaares Pongratz und wünscht ihnen alles Gute. Die Familie Stiftl hat sich ja längst als gute Brauerei-Partner bewährt.

HISTORIE HACKERHAUS
Die Geschichte des Hauses geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Bis ins 18. Jhd. ist das Brauhaus als »Prew im Haggenviertel« bekannt. Am 16. August 1738 erwirbt der Breuer Simon Hacker das Anwesen. Er gibt ihm seinen Namen »Hacker Bräu«.

Bis 1793 gehören die Grundstücke der Familie Hacker. Durch Heirat mit Therese Hacker gehen sie in den Besitz von Josef Pschorr. Im Mai 1797 kauft Josef Pschorr die Brauerei von seinem Schwiegervater Peter Paul Hacker, dem Sohn von Simon Hacker.

Im März 1825 brennt das Brauhaus bis auf das Wohnhaus nieder. Im Frühjahr 1829 kauft die Familie Pschorr zwei angrenzende Grundstücke zu. Der Bau des heute bestehenden Gebäudes beginnt. Nach zwei Jahren steht das neugebaute Hackerbräuhaus.

Im März 1835 kauft Mathias Pschorr sen., ein Sohn Joseph Pschorrs, das neue Haus von seinem Vater.

Von 1866 bis 1885 ist es im Besitz seines Sohnes Mathias jun., der die Geschäftsleitung des »Pschorr zum Hacker« inne hat. Mathias Pschorr stirbt 1900 kinderlos. Else von Mendel und Therese Brandl, Nichten von Mathias Pschorr (geb. von Mayr Strazhausen) bauen das Haus 1901 um. Else von Mendel verkauft das Haus 1946 an die Hacker-Brauerei.

Im Nov. 1982 wird ein Erbaurecht-Vertrag mit dem Architekten G. Lehmann geschlossen. Anschließend wird das Haus unter Mitarbeit von Architekt W. Huller renoviert. Im Frühjahr 1985 eröffnet die Familie Pongratz das traditionelle Wirtshaus in München wieder. Text: hackerhaus.de

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