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Freitag, 17 Juli 2026
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Qualität, Tradition und Nachhaltigkeit: Warum die Zukunft des Münchner Bieres untrennbar mit dem Tiefenbrunnenwasser verbunden ist

Qualität, Tradition und Nachhaltigkeit: Warum die Zukunft des Münchner Bieres untrennbar mit dem Tiefenbrunnenwasser verbunden ist

Münchner Brauereien plädieren für eine wissenschaftlich fundierte und partnerschaftliche Lösung beim Schutz der lokalen Wasserressourcen.

MÜNCHEN, 17. Juli 2026. Die Münchner Brauereien stehen seit Jahrhunderten für höchste Qualität, gelebte Tradition und einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. In der aktuellen Debatte um die künftige Nutzung des Münchner Tiefengrundwassers wirbt der Verein Münchener Brauereien e.V. für eine besonnene und sachliche Diskussion. Um die bewährte Braukultur im Einklang mit dem Umweltschutz fortzuführen, spricht sich der Verein für die Beibehaltung der hocheffizienten Tiefenwassernutzung aus. Diese stellt nachweislich die nachhaltigste Lösung für die Herstellung des echten Münchner Bieres dar.

Das weltweit geschätzte Münchner Bier, insbesondere das Oktoberfestbier, ist ein wesentlicher Teil der Identität unserer Landeshauptstadt. Um diesen hohen Qualitätsanspruch zu sichern, brauen die ansässigen Traditionsbetriebe streng nach dem Münchner Reinheitsgebot von 1487. Die fundamentale Grundlage für diesen unverwechselbaren Geschmack und die Reinheit ist das makellose Wasser aus brauereieigenen Tiefbrunnen, die bis in die Schichten des Tertiärs reichen. Für den Erhalt des echten, charakteristischen Münchner Bieres ist diese Ressource auch in Zukunft unverzichtbar.

Verantwortungsvoller Ressourceneinsatz: Tiefenwasser sichert die Lebensmittelsicherheit
Der Verein Münchener Brauereien e.V. stellt klar, dass das kostbare Tiefenwasser in den Betrieben mit höchstem Respekt eingesetzt wird. Es wird keineswegs für einfache Reinigungsarbeiten wie das Putzen von Hallen oder für Toilettenspülungen verwendet. Neben dem eigentlichen Brauprozess fließt das hochreine Wasser ausschließlich in sensible, hygienisch anspruchsvolle Prozesse wie die Reinigung von Tanks, Rohrleitungen, Fässern und Flaschen. Da diese direkt mit dem empfindlichen Lebensmittel Bier in Berührung kommen, sichert das reine Tiefenwasser die strengen gesetzlichen Hygieneanforderungen und garantiert ein absolut sicheres Produkt.

Komplexe Infrastruktur: Technische Realität der historischen Braustätten beachten
Die politisch diskutierte Forderung nach einer pauschalen Umstellung auf normales Stadtwasser für Reinigungsprozesse vernachlässigt die gewachsenen Strukturen der oft jahrhundertealten Braustätten innerhalb der Stadtgrenzen. Die Leitungsnetze in den historischen Gebäuden sind hochkomplex. Eine physische Trennung der Wasserkreisläufe würde tiefgreifende Umbauten und das Entkoppeln ganzer Produktionsbereiche erfordern. Solche Maßnahmen sind in vielen Bestandsbauten technisch extrem anspruchsvoll und kurzfristig nicht realisierbar. Der Verein plädiert daher dafür, diese Gegebenheiten stets individuell und standortbezogen zu bewerten.

Hydrogeologische Fakten: Verzicht auf Entnahme schafft keine neuen Reserven
Um die Diskussion auf ein solides, wissenschaftliches Fundament zu stellen, hat der Verein auf eigene Initiative ein umfassendes hydrogeologisches Gutachten in Auftrag gegeben, welches aktuell erstellt wird. Erste Zwischenergebnisse zeigen ein klares Bild: Eine Reduzierung der Tiefenwasserentnahme führt in diesem trägen System nicht dazu, dass sich die nutzbaren Reserven im Boden anstauen. Das ungenutzte, hochreine Wasser würde stattdessen einfach über sogenannte Vorfluter ungenutzt in Oberflächengewässer abfließen.

Zudem würde eine Verlagerung des Bedarfs auf normales Stadtwasser die öffentliche Trinkwasserversorgung Münchens (die überwiegend aus dem Mangfall- und Loisachtal gespeist wird) zusätzlich belasten, ohne im Gesamtsystem auch nur einen einzigen Liter Wasser einzusparen.

Vorreiter beim Umweltschutz: Wasserverbrauch bereits erfolgreich halbiert
Ein schonender Umgang mit Wasser liegt seit jeher im ureigenen Interesse der Münchner Traditionsbetriebe. Durch kontinuierliche Investitionen in Kreislaufsysteme und modernste Brautechnologien haben die Brauereien ihren spezifischen Wasserverbrauch in den vergangenen Jahrzehnten bereits drastisch gesenkt: Lag der Bedarf in den 1990er-Jahren noch bei rund 8 Litern Wasser pro Liter Bier, sind es heute nur noch 3 bis 4 Liter. Mit dieser Halbierung nimmt die Münchner Brauwirtschaft im internationalen Vergleich eine absolute Spitzenposition beim Umweltschutz ein.

Die Münchner Brauereien stehen im kontinuierlichen und konstruktiven Austausch mit den zuständigen Behörden. Im Sinne einer zukunftssicheren Lösung für die Stadt und ihre Wirtschaft wirbt der Verein dafür, künftige politische Entscheidungen zum Schutz des Wassers konsequent auf wissenschaftliche Fakten und technische Machbarkeit zu stützen.