
Mit viel Aufwand, jahrelangem Engagement und privaten Spenden wurde die sogenannte „romantische Ruine“ an der Corneliusbrücke gerade erst feierlich eröffnet – doch die Freude währte nicht lange. Nur kurz nach der Einweihung hatten Unbekannte das neue Ludwig-II.-Denkmal mit Schmierereien verunstaltet.
Dabei sollte die Anlage ein Stück Münchner Geschichte zurückbringen. Auf der Bastion der Corneliusbrücke erinnert nun wieder ein Denkmal an König Ludwig II., den legendären „Märchenkönig“. Das Projekt wurde vom Verein Ludwig II. Denkmal e.V. über zwölf Jahre hinweg vorangetrieben und mit rund 225.000 Euro aus privaten Spenden finanziert.
Oberbürgermeister Dominik Krause sprach bei der Eröffnung von einer verdienten Hommage an eine der schillerndsten Persönlichkeiten Bayerns. Auch Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer lobte die Aufwertung des beliebten Isarstandorts, der nun Geschichte, Erholung und Aufenthaltsqualität miteinander verbinde.
Die neue Anlage greift bewusst historische Elemente auf. Verwendet wurden originale Natursteine des früheren Ludwig-II.-Denkmals, dessen monumentale Bronzestatue 1942 im Rahmen der nationalsozialistischen „Metallspende des Deutschen Volkes“ eingeschmolzen worden war. Herzstück der Neugestaltung ist eine eigens angefertigte Büste des Königs auf dem historischen Sockel. Wilde Rosen, restauriertes Mauerwerk und neue Sitzgelegenheiten runden das Ensemble ab.
Doch statt ungetrübter Begeisterung sorgte kurz nach der Eröffnung Vandalismus für Ärger. Die frischen Schmierereien lösten politische Reaktionen aus: Stadtratsmitglieder forderten eine bessere Beleuchtung des Areals und brachten den Einsatz von Überwachungskameras ins Gespräch, um den historischen Erinnerungsort künftig besser zu schützen.
Immerhin blieb der Schaden nur von kurzer Dauer. Mitarbeiter der Stadt rückten rasch mit Hochdruckreinigern an und entfernten die Schmierereien vollständig. Bereits kurze Zeit später präsentierte sich die neu gestaltete Erinnerungsstätte wieder sauber und unversehrt.
Ausgerechnet ein Denkmal, das an die wechselvolle Geschichte Münchens erinnern soll, ist damit selbst unmittelbar Teil einer neuen Debatte geworden.
Stadtrat und Musiker Roland Hefter:










