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Tag des brandverletzten Kindes 2017

Tag des brandverletzten Kindes 2017

Wenn das Feuer wärmend hinter der Kaminofentür lodert, übersehen Eltern oft die Gefahren. Denn an heißen Flächen wie der Ofentür bleiben Kinderhände förmlich „kleben. Die Ärzte im Schwerbrandverletzten-Zentrum am Klinikum Schwabing behandeln immer öfter kleine Patienten mit schweren Verbrennungen als Folge von Kaminöfen. Gerade die Vernarbungen der Hände können unbehandelt ein Leben lang Folgen haben.

Damit es erst gar nicht dazu kommt, beginnt die Aufklärung schon im Kindergarten. Am 7. Dezember 2017, dem Tag des schwerbrandverletzten Kindes, waren in der Kinderklinik Schwabing viele Kindergartengruppen zu Gast.

An interaktiven Stationen lernten die Mädchen und Buben von der Erstversorgung in der Notaufnahme über den Operationssaal bis zur Anlage von Verbänden die Behandlung von Brandwunden kennen. Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der kindgerechten Aufklärung über Gefahrenquellen und Sofortmaßnahmen.

Klinikum Schwabing: Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder
Für Kinder, die von schweren Verbrühungen und Verbrennungen betroffen sind, ist die Kinderchirurgie am Klinikum Schwabing besonders ausgestattet. Hier ist eines von deutschlandweit nur 19 Zentren für schwerbrandverletzte Kinder. Die jungen Patienten werden hier nicht nur versorgt, sondern im Rahmen einer speziellen Verbrennungssprechstunde oft jahrelang mit einer speziellen Nachsorge begleitet. Als einzige Kinderklinik in München trägt die Schwabinger Kinderchirurgie durchgängig seit 2009 das Siegel Ausgezeichnet. Für Kinder. Dieses verbändeübergreifende Gütesiegel wird von einer unabhängigen Bewertungskommission vergeben, wenn Kinderkliniken eine Reihe von professionellen, fachlichen und technischen Qualitätskriterien erfüllen.

Verbrennungsunfälle bei Kindern: Die häufigsten Ursachen
Die meisten Brandverletzungen ereignen sich im häuslichen Umfeld. Hier lauern vorrangig in der Küche und im Badezimmer Gefahren für Kinder, häufig in Form von heißen Flüssigkeiten und Oberflächen, Feuer, Strom und Säuren. Besonders der Hautkontakt mit Kaminöfen, Backofentüren, Herdplatten und Bügeleisen führt zu schwerwiegenden Verbrennungen, da die Kinder ihre Hände nicht von den heißen Flächen lösen können. Auch heißes Wasser in Tassen, Wasserkochern und sogar der Strahl aus dem Wasserhahn sind flüssige Gefahrenquellen. Was viele Eltern nicht wissen: bereits ab einer Temperatur von 52 Grad Celsius können heiße Flüssigkeiten die Haut eines Menschen schädigen. Saisonal erhöht sich die Verbrennungsgefahr im eigenen Haushalt zusätzlich, beispielsweise durch Unachtsamkeit beim Grillen, brennende Kerzen zur Weihnachtszeit und Unfälle mit Böllern und Feuerwerksraketen zum Jahreswechsel.

Die meisten Unfälle lassen sich verhindern
Aufklärung beugt vor: Laut Experten ließen sich etwa 60 Prozent der Verbrennungsunfälle durch eine frühe und bewusste Auseinandersetzung mit der Thematik vermeiden. Dazu ist eine frühe Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen wichtig, zusätzlich müssen sich aber auch die Eltern selbst informieren, mit dem Kind über mögliche Gefahrenquellen sprechen  und im sorgfältigen Umgang mit Feuer, Wasser und Strom mit gutem Beispiel vorangehen.

  • Installieren Sie Brandmelder und Thermostate an den Wasserhähnen.
  • Lassen Sie den Wasserregler nie auf heiße Temperaturen voreingestellt.
  • Sichern Sie Kochfelder stets mit einem Herdschutzgitter.
  • Stellen Sie Eimer mit heißen Flüssigkeiten nie auf dem Boden ab – Ihr Kind könnte darüber stolpern und hineinfallen.

Diese Sicherheitsvorkehrungen im Haushalt mindern das Risiko für thermische Unfälle zwar enorm, ersetzen aber nicht die ständige Achtsamkeit:

  • Lassen Sie heiße Herdplatten, Backöfen, Kaminöfen und brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt.
  • Kontrollieren Sie stets die Temperatur von Badewasser und Wärmflaschen. Gerade bei Brei und Fläschchen ist ein solcher Test ebenfalls essentiell – denn was sich außen lauwarm anfühlt, ist innen oft kochend heiß.
  • Häufig wird bei Verbrennungsunfällen auch die Reichweite der Kinder unterschätzt. Deshalb dürfen Heißgetränke nicht zu nah am Tischrand abgestellt werden und heiße Töpfe und Pfannen, Wasserkocher und andere elektrische Geräte nie für Kinderhände erreichbar sein.

Achtung Weihnachten!
Besondere Anlässe erfordern besondere Vorsicht. Lassen Sie zu Weihnachten brennende Kerzen am Adventskranz und Christbaum niemals unbeaufsichtigt und machen Sie Ihr Kind auf die Gefahren von Feuerwerkskörpern aufmerksam. Auch Wunderkerzen gehören nicht in Kinderhände, da die Funken die Kleidung leicht entzünden können. Sollten trotz aller Vorkehrungen dennoch einmal Verbrennungswunden entstehen, heißt es den Notruf 112 zu wählen und die Wunde in einem ersten Schritt mit handwarmem Wasser zu kühlen. 

Patientenorganisation
„Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. berät und begleitet Familien mit brandverletzten Kindern in jeder Phase  nach dem Unfall. Ziel ist es, für jedes brandverletzte Kind individuell die bestmögliche Versorgung zu erreichen und präventiv auf Unfallursachen hinzuweisen. www.paulinchen.de