
Die umfangreichen Brandschutzmaßnahmen für einen sicheren Museumsbetrieb hat das Baureferat von Dezember 2024 bis März 2026 umgesetzt. Auch die Gebäudetechnik hat ein nachhaltiges Update erfahren. Die Geschossdecken sind nun feuerbeständiger, die Treppentürme als Fluchtwege durch Sicherheitsglas und Brandschutztüren von den Ausstellungsräumen abgetrennt. Eine neue Brandmeldeanlage und die neue Sicherheitsbeleuchtung sind ebenfalls Teil des verbesserten Brandschutzes. Neue Elektroleitungen, eine neue Beleuchtung und der Tausch der alten, ineffizienten Nachtspeicheröfen gegen einen Anschluss ans Fernwärmenetz (samt erneuerter Heizungsanlage) machen das Isartor bereit für einen weiteren Lebensabschnitt. Mithilfe dieser baulichen Maßnahmen bleibt es als lebendiges Stück Stadtgeschichte weiterhin gut und sicher erleb- und betreibbar.
Bürgermeisterin Mona Fuchs: „Wie wunderbar, dass wir Münchnerinnen und Münchner und auch die Gäste unserer Stadt nach zwei Jahren endlich wieder in das Valentin-Karlstadt-Musäum gehen können. Die ganzen Ausstellungsstücke müssen einfach im Museum entdeckt werden und sind endlich nicht mehr im Depot. Liesl Karlstadt und Karl Valentin sind ein großer Teil der Münchner Kulturgeschichte und gehören einfach ins Herz unserer Stadt – ins Isartor.“
Kulturreferent Marek Wiechers: „Das Valentin-Karlstadt-Musäum ist ein Kleinod in der diversen und reichhaltigen Münchner Museumslandschaft. Ich freue mich, dass dieser wertvolle, kleine und wichtige Ausstellungsort im Isartor über das einmalige Duo Liesl Karlstadt und Karl Valentin dem Münchner Publikum wieder zugänglich ist und neue Aspekte im Leben der Komikerin und des Komikers beleuchtet.“
Die aktuellen Ausstellungen des Musäums
Völlig neu ist die Ausstellung „Liesl Karlstadt – Flug zum Mond“. Sie erzählt die Biografie und Karriere der Bühnenpartnerin von Karl Valentin, zeigt eine unbekannte und private Liesl Karlstadt. Die Ausstellung geht der Frage nach, wer die Frau ist, die 1892 als Elisabeth Wellano geboren wurde. Aus einfachen Verhältnissen stammend, verlässt sie den sicheren Beruf der Verkäuferin, wählt die Brettlbühne und schließt sich dem Komiker Karl Valentin an. Als Liesl Karlstadt schafft sie mit ihm noch nie Dagewesenes in der Kunst. Das Kino in der Ausstellung zeigt sie mit Karl Valentin auf der großen Leinwand. Weitere Film- und Hörstationen lassen ihr vielseitiges Schaffen lebendig werden – auch kommt sie selbst zu Wort. „Der Flug zum Mond“ ist ursprünglich eine multimediale Inszenierung und das aufwendigste Stück des Duos Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Im Musäum ist „Der Flug zum Mond“ der stürmische Raketenflug in den zweiten Stock zu Liesl Karlstadt.
Die Ausstellung zu Karl Valentin „Sturzflüge in den Zuschauerraum“ wurde umfassend überarbeitet. Sie überrascht mit Leihgaben von Original-Requisiten aus dem Nachlass Valentins der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln: dem Fahrrad, mit dem Valentin durch Nacht und Nebel fährt, oder dem Steckenpferd, mit dem er als Schwerer Reiter den Militarismus parodiert. Aus dem Archiv des Valentin-Karlstadt-Musäums wird der aufgedoppelte Zylinder präsentiert, ein Requisit aus dem Stück „Das Christbaumbrettl“ oder die Uniformjacke, in der Liesl Karlstadt als Trommlerbua in den „Raubrittern vor München“ mit Valentin über Ententräume sinniert.
Das künstlerische Schaffen von Karl Valentin und Liesl Karlstadt erzählen die Dioramen der Ausstellung. Als Miniaturbühnenbilder wurden diese neu gestalterisch in Szene gesetzt.
„An jedem Eck a Gaudi“ erzählt die Geschichte der Münchner Volkssänger*innen. Hier ist der Münchner Vorstadt-Blues zu Hause.
Im runderneuerten Kassen- und Eingangsbereich empfängt die Valentinsche Ritterwelt: Zwischen seiner Philosophie stechen seine Hellebarden ins Auge, sein Euphonium könnte erklingen.
98 Stufen und einen Raketenflug weiter erstrahlt das Turmstüberl in neuem Glanz. Hier haben neue Schätze wie Ballabzeichen, Bierflaschen von 1972 oder ein Ziegelstein als Eintrittskarte aus dem Archiv des Musäums den Weg in das schöne Café gefunden.
Das Musäum ist künftig täglich außer mittwochs von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Am Sonntag bereits ab 10 Uhr.
Weitere Informationen unter www.valentin-karlstadt-musaeum.de.










