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Samstag, 23 Mai 2026
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Fünf Jahre spicy Glamour: Das Aimy feiert den Sommer

Fünf Jahre spicy Glamour: Das Aimy feiert den Sommer

Fünf Jahre, unzählige Signature Drinks und jede Menge spicy Fusion-Food: Das Aimy hat Geburtstag gefeiert – und zwar genau so, wie man es von dem Hotspot im Arco Palais erwartet: laut, lässig und ziemlich lecker.

Dass das südostasiatische Restaurant überhaupt schon fünf Jahre auf dem Buckel hat, grenzt fast an ein kleines Gastro-Wunder. Schließlich eröffnete das Aimy mitten in der Pandemie. Heute? Volle Terrasse, treue Stammgäste und ein Innenhof, der sich an warmen Sommerabenden anfühlt wie ein Kurzurlaub irgendwo zwischen Bangkok, Saigon und Ibiza.

Denn genau dort – versteckt im ruhigen Innenhof des Arco Palais – zeigt das Aimy im Sommer seine ganze Stärke. Während vorne die Stadt vorbeirauscht, sitzen hinten Gäste unter freiem Himmel, stoßen mit Champagner-Drinks an und lassen sich von DJ-Sounds in den Abend treiben. Freitag und Samstag wird inzwischen regelmäßig aufgelegt, nach Pfingsten sollen zusätzlich Live-Acts mit Saxophon, Geige und Gesang folgen. München bekommt also offiziell einen weiteren Sundowner-Spot mit Eskalationspotenzial.

Kulinarisch bleibt sich Gastgeber Pham treu: Südostasien trifft Fine Dining trifft „Warum eigentlich nicht?“. Seine Reisen durch Thailand, Vietnam, Laos und Dubai landen direkt auf dem Teller – allerdings nicht als klassische Kopie, sondern als ziemlich kreative Fusion-Version.

Schon die Vorspeisen machten klar, dass hier niemand auf Nummer sicher kocht: frische Austern, Jakobsmuschel-Carpaccio mit Trüffel und Wildkräutern sowie Crab Cakes auf Avocado-Quinoa mit Som Tam sorgten für einen Auftakt, der eher nach Beach Club in Phuket als nach Innenstadt München schmeckte.

Danach wurde es maximal luxuriös: hausgemachte Dumplings mit Jakobsmuschel-Füllung in Weißweinsauce und Trüffel. Comfort Food – allerdings in Designerklamotten.

Bei den Hauptgängen zeigte die Küche dann endgültig, dass sie keine Angst vor großen Aromen hat. Der gegrillte Oktopus kam mit Papaya, Ingwer-Kurkuma-Kartoffelschaum und einer leicht süßlichen Thai-Nuss-Salsa auf den Tisch – crunchy, spicy, cremig gleichzeitig. Die 24 Stunden geschmorten US-Short Ribs? Butterzart, mit Miso mariniert und von einer tiefen thailändischen Beef Jus begleitet. Kein Wunder, dass am Tisch kurz andächtige Stille herrschte.

Und dann wäre da noch das Pad Thai mit Hummer. Ein Gericht, das ungefähr so subtil ist wie ein Louis-Vuitton-Koffer am Flughafen – aber genau deshalb funktioniert. Hummersauce, Wildfang-Garnelen, frische Erdnüsse: klassisches Streetfood-Level war gestern.

Auch hinter der Bar wurde nicht gekleckert. Der „Mias Minga“ – mittlerweile offenbar sowas wie der heimliche Superstar des Hauses – kombiniert Szechuan-Pfeffer, Grapefruit, Litschi und Champagner zu einem Drink, der gefährlich schnell verschwindet. Der „Gin Shiso Smash“ liefert dagegen grüne Frische mit japanischer Minze, während Pampel Spritz und Pampel Sour die elegante Antwort auf den inzwischen etwas müde gewordenen Aperol Spritz geben.

Kurz gesagt: Das Aimy feiert nicht einfach fünf Jahre Gastro. Das Restaurant zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie man sich trotz schwierigem Start zur festen Größe im Münchner Szene-Kosmos entwickelt. Oder anders formuliert: Wer diesen Sommer irgendwo zwischen Fine Dining, Bangkok-Vibes und Daydrinking versacken möchte, dürfte im Innenhof an der Brienner Straße ziemlich richtig sitzen.