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Nach Auffindung einer mumifizierten Leiche im September 2016 – Identität geklärt und Haftbefehle wegen Mordes erlassen

Wie bereits berichtet, wurde am 29.09.2016 bei Erdarbeiten auf einem Abrissgrundstück eines ehemaligen Holzkontors an der Rosenheimer Straße / Orleansstraße eine mumifizierte weibliche Leiche aufgefunden.

Im Zuge der Todesermittlungen beim Kommissariat 12, ergaben sich Hinweise, dass möglicherweise der Tod infolge einer Gewaltanwendung eingetreten war. Die Mordkommission München übernahm deshalb in der Folge im Herbst 2016 die weiteren Ermittlungen.

Hierbei wurde bekannt, dass sich auf dem Gelände nach Geschäftsaufgabe mehrfach Obdachlose aufgehalten bzw. genächtigt hatten. Über diesen Ansatzpunkt konnte eine Person ermittelt und vernommen werden, da sich diese zu diesem Zeitpunkt in anderer Sache in Haft befand.

Im weiteren Verlauf ergaben sich Hinweise auf die Identität der Leiche und auf zunächst drei Männer, die einen Bezug zum Opfer und der Tatörtlichkeit hatten.

Alle drei Männer konnten erst durch weitere, umfangreiche Ermittlungen eindeutig identifiziert sowie deren Aufenthaltsort ermittelt werden.

Da im Fortgang der Ermittlungen bekannt wurde, dass einer der Männer zwar das Opfer getreten, jedoch nicht bei dessen Tötung dabei gewesen sein soll, konnte ein Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung erwirkt werden. Diese Person wurde am 17.12.2016 durch Beamte der Polizeiinspektion 23 verhaftet. Es handelt sich um einen 42-jährigen polnischen Trockenbauer.

In der Zwischenzeit gelang es der Sachbearbeiterin der Mordkommission, die Identität der Leiche festzustellen.
Es handelt sich um eine zur Tatzeit 48-jährige Polin, die in Deutschland ohne festen Wohnsitz war. Über in Polen ermittelte Angehörige konnte mit einem DNA-Abgleich im März 2017 die Identität bestätigt werden.

Aus den weiteren Ermittlungen ergab sich, dass zwei weitere polnische Staatsangehörige, ein zur Tatzeit 35-Jähriger sowie ein 36-Jähriger damaliger Freund der Getöteten, als Tatverdächtige für die Tötung der 48-Jährigen verantwortlich waren.

Demnach ist davon auszugehen, dass es im Zuge eines Zechgelages auf dem aufgelassenen Firmengelände zu einem zunächst verbalen Streit kam. Im weiteren Verlauf wurde auf die 48-Jährige eingeschlagen, sodass sie infolge der davongetragenen Verletzungen verstarb. Gemeinsam mit zwei weiteren tatverdächtigen polnischen Staatsangehörigen warfen sie den Leichnam in einen Sickerschacht auf dem Gelände.

Gegen alle beteiligten Personen ergingen auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I Haftbefehle wegen Mordes, Strafvereitelung sowie gefährlicher Körperverletzung.

Der 36-jährige Tatverdächtige konnte am Montag, 27.03.2017 in München-Schwabing durch Beamte der Zielfahndung München festgenommen werden.

Aufgrund der aufwendigen Ermittlungen sowie der Tatsache, dass alle Beteiligten dem Obdachlosenmilieu zuzurechnen waren und die letzte Festnahme erst diese Woche erfolgte, war eine frühere Presseberichterstattung aus ermittlungstaktischen Gründen nicht möglich.