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Dienstag, 14 April 2026
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Seit April gilt: Kostenloses Screening für Risikogruppen

Symbolbild

Strukturierte Krebsfrüherkennung für Raucher*innen an der München Klinik Bogenhausen

Noch vor dem Weltnichtrauchertag am 31. Mai gibt es gute Nachrichten für Menschen mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko, denn seit April ist die Lungenkrebs-Früherkennung mittels Computertomographie eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Die München Klinik Bogenhausen ist als zertifiziertes Lungenkrebszentrum auf die Versorgung auch komplexer Tumorerkrankungen spezialisiert und bietet in interdisziplinärer Zusammenarbeit der Pneumo-Onkolog*innen, Thoraxchirurg*innen und der hinsichtlich Diagnostik und schonender Gewebegewinnung hoch spezialisierten Radiologie ein strukturiertes Lungenkrebs-Screening für Raucher*innen an.

Lungenkrebs-Screening ist neue Kassenleistung nach G-BA-Beschluss

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte im Juni 2025 beschlossen, die Lungenkrebs-Früherkennung für starke Raucherinnen und Raucher als neue Kassenleistung bundesweit einzuführen. Seit 1. April ist die neue Regelung in Kraft, deren Ziel es ist, eine Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen, zeitnah die Behandlung zu ermöglichen und so die Überlebenschancen der Betroffenen deutlich zu verbessern. „Bei Lungenkrebs hängt die Überlebenschance entscheidend davon ab, wie früh wir ihn entdecken. Als zweitältestes zertifiziertes Lungenkrebszentrum in Bayern nehmen wir eine wichtige Rolle bei der Früherkennung ein – und begleiten Betroffene auf ihrem Weg“, sagt Prof. F. Joachim Meyer, Chefarzt des Lungenzentrums der München Klinik.

Wer profitiert vom Lungenkrebsscreening?

Das Lungenkrebs-Screening richtet sich an Raucherinnen und Raucher mit erhöhtem Risiko, das bedeutet an Menschen zwischen 50 bis 75 Jahren, deren Zigarettenkonsum andauert oder vor weniger als 10 Jahren beendet wurde und die mindestens 15 Packungsjahre über einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren konsumiert haben. Ein Packungsjahr ist ein Jahr, in dem täglich eine Packung Zigaretten (20 Stück) konsumiert wurde. Wer 20 Jahre lang jeden Tag eine Packung raucht, kommt auf 20 Packungsjahre – wer 20 Jahre täglich eine halbe Packung raucht, kommt auf 10 Packungsjahre.

So funktioniert das Screening-Programm

Erster Ansprechpartner ist die allgemeinmedizinische oder internistische Praxis. Die Hausärztin bzw. der Hausarzt prüft die Teilnahmevoraussetzungen, klärt über das Screening auf und überweist in eine radiologische Praxis. Dort erfolgt eine CT-Aufnahme mit niedriger Strahlendosis (NDCT). Bei auffälligen Befunden wird ein Zweitbefund veranlasst, in der München Klinik erfolgt dieser durch die spezialisierte Radiologie am Standort Bogenhausen. Sollte sich dabei ein abklärungsbedürftiger Befund ergeben, ist eine weitere Abklärung in einem spezialisierten Lungenkrebszentrum wie dem der München Klinik Bogenhausen zu empfehlen.

Höchste Qualitätsstandards im zertifizierten Lungenkrebszentrum

Das Lungenkrebszentrum der München Klinik wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert und erfüllt somit die höchsten Qualitätsansprüche, die man an moderne Krebstherapie stellen kann. Lungenfachärzt*innen arbeiten hier zusammen mit spezialisierten Radiolog*innen, Patholog*innen, Thorax-Chirurg*innen, Strahlenmediziner*innen, Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen, Physiotherapeut*innen  und Diätassistent*innen. Die hochmoderne medizintechnische Ausstattung ermöglicht eine schnelle und präzise Diagnostik. Die erfahrenen Mitarbeiter*innen in der Fachpflege sind für onkologische Erkrankungen besonders ausgebildet.

„Ein Großteil der Lungenkrebspatient*innen haben in ihrem Leben lange geraucht oder rauchen immer noch“, erklärt Prof. Meyer mit Blick auf den Weltnichtrauchertag am 31. Mai. „Nichtrauchen lohnt sich aber auch deshalb, weil Krebs nicht die einzige Folgeerkrankung des Tabakkonsums ist. Auch die Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine schwerwiegende Folge, die hierzulande meistens durch das Rauchen verursacht wird. Der Rauchstopp ist daher definitiv die beste Medizin.“

Engagement für Nichtrauchen und Prävention

Die München Klinik engagiert sich aktiv in der Raucherprävention. Da über 80 Prozent aller Raucher*innen vor ihrem 18. Geburtstag beginnen, setzen die Bogenhausener Lungenexpert*innen im Rahmen einer kreativen Kooperation mit dem benachbarten Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium auf Aufklärung genau an der Wurzel. Die Schüler*innen erhalten von den Ärzt*innen persönlich den „etwas anderen“ Präventionsunterricht mit Beispielen aus der Praxis. Auch Lungenkrebspatient*innen begleiten die Ärzt*innen regelmäßig in die Schule und warnen vor den Folgen des Rauchens. Im Gegenzug malen die Schüler*innen im Kunstunterricht Bilder für die Lungenkrebspatient*innen und stellen ihre Kunstwerke in der München Klinik Bogenhausen aus.