Tarifabschluss Kunststoff in Zeiten der Corona Krise

Tarifabschluss Kunststoff in Zeiten der Corona Krise
Symbolbild

Als die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) im Januar den Tarifvertrag Kunststoff in Bayern kündigte war Corona noch in weiter Ferne. Aber noch vor dem ersten Verhandlungstag schwappte die Pandemie nicht nur über Deutschland hinweg, sondern über die ganze Welt, und die Vertragspartner mussten sich neu orientieren. „Die Rahmenbedingungen waren extrem schwierig,“ berichtet Landesbezirksleiterin Beate Rohrig. Nach zähen Verhandlungsrunden freut sich die IG BCE, dass sie den Tarif Vertrag nun noch vor dem 1. Mai für ihre Mitglieder erfolgreich abschließen konnte.

Die gekündigten Tarifverträge des Vorjahres werden wieder in Kraft gesetzt. Damit verdoppelt sich dieses Jahr für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der tarif-gebundenen Unter nehmen, wie bereits beschlossen, das Urlaubsgeld. Außerdem wird die Kürzung des Weihnachtsgeldes bei Krankheit in diesem Jahr ausgesetzt. Darüber hinaus gibt es einen Arbeitgeberzuschuss zum Kurzarbeitergeld. Damit erhalten diejenigen, die in Kurzarbeit geschickt werden, bereits von Anfang an 80 Prozent ihres üblichen Netto Gehalts, im Gegensatz zu der gerade beschlossenen gesetzlichen Erhöhung, die erst nach einem halben Jahr in voller Höhe bezahlt wird. In der Kunststoffbranche gibt es jedoch auch zu Corona Zeiten Betriebe, in denen normal oder sogar mehr gearbeitet wird. Deren Beschäftigte erhalten eine Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro.

Die IG BCE hat damit als verantwortungsbewusster Sozialpartner ihre Forderungen für den Tarifvertrag in diesem Jahr an die akuten wirtschaftlichen Folgen der Corona Krise und die bestehende Unsicherheit über die langfristigen Auswirkungen für die Kunststoffbranche, angepasst Damit sollen Arbeitsplätze erhalten und Kündigungen verm ie den werden. Für die Verhandlungskommis sion auf der Seite der Gewerkschaft war jedoch auch klar, dass bereits erreichte Ziele nicht geopfert werden und das die negativen Folgen der Kurzarbeit für die Mitarbeiter so weit wie möglich verringert werden sollten. Dazu die Landesbezirksleiterin der
I GBCE, Beate Rohrig: „Eine von den Arbeitgebern gewünschte Umverteilung der Tarifleistungen kam für uns nicht in Frage.“

Der neue Tarifvertrag gilt bis zum 28.02.2021. Beide Tarifparteien verbinden damit die Hoffnung, dass bis zu diesem Zeitpunkt mehr Klar heit über die Folgen der Corona Pandemie herrscht. Die IG BCE hält selbstverständlich an den von ihr bereits ausgearbeiteten Forderungen an den Tarifpartner fest und wird sie bei den Verhandlungen im nächsten Jahr wieder auf den Tisch legen.

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