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Sonntag, 8 März 2026
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Wirtshauskultur lebt auf: Gasthof Zur Post in Aschheim feiert große Wiedereröffnung

Gasthof Zur Post in Aschheim feiert große Wiedereröffnung

Das Wirtshaussterben hat ein Ende – zumindest in Aschheim! Mit viel Herzblut, einem klaren Bekenntnis zur bayerischen Tradition und einer Investition von über einer halben Million Euro feiert der Postwirt seine Wiedereröffnung. Die historische Wirtschaft an der ehemaligen Salzstraße zeigt sich in neuem altem Glanz – und lädt zu einem Fest der Wirtshauskultur ein.

“Weg von der Hotelgastronomie – hin zum echten Wirtshaus im Dorf!” So beschreibt Gastgeber Otto Lindinger (Oktoberfestwirt von Bodos Cafézelt) den mutigen Schritt zurück zu den Wurzeln: persönlicher, greifbarer, traditioneller – und dennoch zeitgemäß. Mit der Umgestaltung kehrt nicht nur das rustikale Ambiente zurück – auch das gesellschaftliche Leben bekommt neuen Raum: “Der Stammtisch erlebt ein Comeback, besonders bei jungen Leuten. Wir sehen, dass echte Begegnungen wieder geschätzt werden – jenseits von Likes und Screens”, so Lindinger. Jetzt sitzen wieder Feuerwehrler, Banker, Bürgermeister, Pfarrer, Golfer, Gemüsebauer und der Wirt an einem Tisch und trotzen den Trends.

Mehr als ein Gasthof – ein Versprechen an die Zukunft
Die Wiedereröffnung ist nicht nur ein architektonisches, sondern auch ein gesellschaftliches
Statement: Mit vier Auszubildenden im Küchen- und Hotelfach trägt das Team aktiv zur
Nachwuchsförderung bei. Gleichzeitig wurden während der Corona-Zeit die Hotelzimmer sowie Veranstaltungsräume komplett saniert – für Tagungen, Familienfeste und Begegnungen aller Art. Zum Auftakt segnet Pfarrer Adrian Zessin traditionsgemäß die holzvertäfelten Räume. Bürgermeister Florian Meier, Handwerker, Lieferanten, Oktoberfestkollegen und weitere Ehrengäste aus Schäfflerzunft und Politik umrahmen den feierlichen Akt. Neben Franziskaner Weißbier zapft Wirtsfamilie Lindinger jetzt Augustiner vom Holzfass, das das Münchner Brauereigespann liefert. Freilich gibt es auch das beliebte Alkoholfreie. Früher fuhren Postkutschen auf der Hauptroute in den Süden, heute die prachtvoll geschmückte Bierkutsche – Tradition neu gedacht und gelebt. Das Ausflugsziel mit Golfplatz, Wasserskipark und Kletterwald ist nur 12 km Luftlinie von der Münchner Mariensäule entfernt. „Der Postwirt war immer ein Ort zum Ankommen – jetzt ist er wieder ein Ort zum Bleiben.“ schwärmt Wirtsmutter, Anneliese Lindinger.

www.hotelpost-aschheim.de

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HISTORIE … vor mehr als 150 Jahren…

1873 kam der Bauer Johann Wagmüller auf die Idee, in seiner guten Stube eine Bierwirtschaft einzurichten und nannte sie „Zum Neuwirt“.

1907 kaufte der Bauer Balthasar Wieser den Hof und die Wirtschaft. Er brauchte das Anwesen für seine Tochter Anna, die dem Lindinger Karl versprochen war.

1910 heirateten dann die beiden. Aus diesem Jahr ist ein Bierbestellbuch vorhanden, in dem ein Jahresbezug von 805 Hektolitern Sommerbier, Winterbier und Starkbier verzeichnet ist. Eine stattliche Menge, die bezeugt, dass die Aschheimer auch damals schon gern beim „Neuwirt“ eingekehrt sind.

1927 zog die Aschheimer Post als Mieter ins Haus. Von da ab hieß die Wirtschaft „Neuwirt – Zur Post“.

1948 führten seine Frau Anna Sohn Karl den Betrieb weiter zusammen mit der jungen Wirtin Therese, liebevoll „Resi“ genannt. Resi’s Begeisterung und ihr unermüdlicher Fleiß ließ das Haus wachsen.

1972 wurde rechtzeitig zu den Olympischen Spielen der Hotel-Neubau fertig, dem der Ochsenstall weichen musste. Das Hotel “Gasthof zur Post“ bietet nun 70 Betten. Tatkräftig zur Seite stehen den fleißgien Wirtsleuten nun ihre drei Kinder Anneliese, Karl und das Reserl.

1993 legt die Mutter die Geschicke des Hauses in die Hände ihrer Tochter Anneliese. Die Tradition des Hauses wahrend, führt Anneliese den Gasthof zur Post erfolgreich fort.

2002 wird das alte Haupthaus komplett neugebaut und erhält sein heutiges Gesicht.

2004 hat Annelieses Sohn Otto seine Ausbildung beendet und führt mit seiner Mutter den Betrieb fort.

2009 wird die Aschheimer Stube fertig – eine gemütliche Bauernstube im Stile der „Alten Post“.

2012 entsteht ein neues Dachgeschoss in ökologischer und nachhaltiger Massivholzbauweise mit 13 weiteren Hotelzimmern, deren Gestaltung durch natürliche und heimische Materialien geprägt ist.

2020 werden die verbleibenden Zimmer kernsaniert und erstrahlen in neuem Glanz und modernen Stil

2021 wird Florian – der jüngste Spross der Familie Lindinger geboren

2023
eröffnen wir unseren hellen und modernen Veranstaltungsbereich mit Tagungs- und
Banketträumen

2025 bekommt unsere Gaststube eine neue gemütliche Aufmachung in bayerischem Gewand