
Der Trachten- und Schützenzug, der im Jahre 1835 zum ersten Mal zu Ehren der Silberhochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern und dem 25-jährigen Bestehen des Oktoberfestes stattfand, ist heute einer der Höhepunkte des Oktoberfestes. Die Wichtigkeit des Festzuges zeigt die live-Übertragung in der ARD, bei welcher alljährlich über eine Million Zuschauer weltweit das farbenfrohe Ereignis am Fernseher verfolgen.
Sonntag, 21. September 2025
10.00 Uhr – 12.00 Uhr
Start ab Maximilianstraße
Werbevorlauf mit Münchner Firmen: 9.25 Uhr
Zugende: Esperantoplatz an der Theresienwiese
Rund 8.800 Mitwirkende, gegliedert in 60 Zugnummern, ziehen vom Max II Monument durch die Münchner Innenstadt zur Theresienwiese und präsentieren die Vielfalt von Trachten, Musiken, Brauchtum und Volkstanz.
Viele deutsche Bundesländer sind mit Trachten- und Musikgruppen vertreten.
2025 nehmen Gäste mit Trachten aus Österreich, Südtirol, Italien, Norwegen, Griechenland, Frankreich, Albanien, Kroatien, Mongolei und Pennsylvania/USA am sieben Kilometer langen Umzug teil. In bunter Folge wechseln sich festlich gekleidete Trachtler mit Musikkapellen, historischen Trachtengruppen, Sport- und Gebirgsschützen, Spielmanns- und Fanfarenzügen und bunten Fahnenschwingern ab. Eine große Abordnung der Bayerischen Gebirgsschützen und der Bayerische Jagdverband mit Jagdhunden und Greifvögeln sind ebenso dabei. Der Bayerische Trachtenverband begleitet traditionell den Zug mit einer Abordnung der 22 Gauverbände und deren Gaustandarten. Die Prachtgespanne der Münchner Brauereien, geschmückte Festkutschen und nicht zu vergessen eine Vielzahl geschmückter Festwägen mit Handwerks- und Brauchtumsdarstellungen runden das Bild dieses einzigartigen und weltberühmten Trachten- und Schützenzuges ab.
Der Zug wird traditionell hoch zu Ross vom Münchner Kindl angeführt. Dieses Ehrenamt führt in diesem Jahr wieder das Münchner Kindl Franziska Inselkammer aus. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter, sowie der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder nehmen in ihren Festkutschen am Trachten- und Schützenzug ebenso teil.
Wie alle Jahre gibt es auch 2025 wieder einige Besonderheiten:
Seit vielen Jahren mit dabei, aber immer wieder etwas Besonderes sind die Moriskentänzer der Technischen Universität München. Erasmus Grasser schnitzte 1480 für den Tanzsaal des Münchner Rathauses 10 Morisken, die heute noch im Münchner Stadtmuseum zu sehen sind und vor einiger Zeit sogar in Paris zu bewundern waren. Die „Moresca“ stammt aus Nordafrika. In Mitteleuropa wurde daraus zum Ergötzen des Publikums, mit vielen originellen Sprüngen und Kapriolen, der Werbetanz um die schöne Maid. Die 10 Morikentänzer heißen: Prophet, Burgunder, Bauer, Damenhut, Zauberer, Jüngling, Orientale, Schneiderlein und Zaddelrock. Zusammen mit der „Schönen Maid“ und den „Kinder-Moriskentänzer“ präsentieren sie sich in original historisch nachgeschneiderten Kostümen. 1976 gegründet von Frau Dr. Krombholz und seit 2000 alljährlich unter der Leitung von Karl Eberhard feiert die Gruppe ihr 50-jähriges Bestehen. (Zug-Nr. 2.b).
Dahoam im Münchner Nordwesten – verwurzelt mit dem Werdenfelser Land. Der Trachtenverein „Alpenrösl“ Allach blickt stolz auf 105 Jahre Erfolgsgeschichte zurück. Mit 220 Mitgliedern gehört er zu den größten Trachtenvereinen rund um München. Etwa 40 Kinder und Jugendliche besuchen jeden Freitag die Jugendprobe. Im Verein wird die Werdenfelser Tracht getragen. Männer: schwarze Hirschlederhose mit gelber Stickerei und breiten gestickten Hosenträgern. Um den Bauch ist der sog. „Ranzen“ aus Leder mit Federkielstickerei und silberne Tölzer Kette, Joppe aus hellgrauem Loden mit schwarzen Ziernähten. Der Hut ist ein Werdenfelser Scheibling mit Spielhahnfeder. Frauen: In Falten gelegter roter Rock und ein Oberteil mit gesmoktem Arm, schwarzes Mieder mit silbernem Geschnür, seidene Schürze und Schultertuch mit handgeknüpften Fransen. (Zug-Nr. 8.b)
Auch wieder einmal mit dabei ist die Gemeinschaft „Wischauer Sprachinsel“. Die Wischauer Sprachinsel bei Brünn/CZ umfasste bis 1945 acht deutsche Dörfer, die Bewohner pflegten ihre deutsche Sprache und Bräuche und trugen alle – vom Baby bis zum Ältesten, ausschließlich Tracht. Die gezeigten Festtagstrachten sind Originalteile und mehr als 80 Jahre alt. Besonderheit Frauen: hohe weiße Halskrausen (Tatzl) genannt und die reich bestickten Blusen und plissierten Röcke, jeder Rock besteht aus über 350 Plissee-Fältchen. Männer: die schön geschmückten Hüte und die durchgängig bestickten Hosenträger, sowie die handgefertigten Schuhe. Seit 2025 als Immaterielles Kulturerbe eingetragen. (Zug-Nr. 13.c)
Zum ersten Mal mit dabei ist der Musikverein Marktleugast 1896 aus Kulmbach/Oberfranken, der heuer sein 130-jähriges Jubiläum feiert. Musikalische Highlights des Vereins: Auftritt auf der Oidn Wiesn, in Rom am Petersplatz und der Steubenparade in New York. Die Tracht spiegelt die Farben des Frankenwaldes wider. (Zug-Nr. 17.a)
Die Stadtkapelle Überlingen e.V. und der Trachtenbund Überlingen sind aus Baden-Württemberg zusammen angereist. Musik und die Stadt Überlingen sind seit vielen Jahrhunderten verbunden. Durch diese Tradition darf die Stadtkapelle auf eine 225- jährige Geschichte zurückblicken. Die historische Uniform orientiert sich an der „Bürgerlichen Musikgesellschaft“ von 1811. Der Trachtenbund Überlingen wurde 1924 gegründet. Die Damen tragen ein zweiteiliges Seidenkleid aus der Biedermeierzeit mit Schultertuch und Schürze, weißem Unterrock, Baumwollstümpfe und gehäkelten weißen Handschuhen und schwarzen Schnallenschuhen. Dazu die Radhaube aus Hohlspitze oder geklöppelter goldener Spitze, Rosmarinzweig am Ausschnitt. (Zug Nr. 22.a und 22.b)
Der Fanfarenzug „Die Trifelsherolde“ Annweiler e.V. aus Rheinland-Pfalz wurde 1949 gegründet und entwickelte einen ganz besonderen Stil der Fanfarenmusik. Ihr Repertoire reicht von traditionellen Fanfaren- und Militärmärschen, bis hin zu moderneren Musikstücken. Markenzeichen sind die bis zu 4 qm großen Schwingfahnen mit dem Wappen der Stadt und der Verbandsgemeinde Annweiler. Die Uniform ist aus Cord-Stoff und besteht aus einer blau-gelben Jacke, schwarzer Kniebundhose, weißen Strümpfen und einem schwarzen Barett mit weißer Feder. (Zug Nr. 27.a)
Extra angereist ist die Vereinigung der historischen kroatischen Garden aus Kroatien. Die 11 historischen Gruppen aus Kroatien zeigen historische Offiziers- und Gardeuniformen aus dem 18./19. Jhd. Vertreter: Bürgergarde Karlstadt, Bürgergarde Varaždin, Garde aus Sveta Nedelja¸ Armbrustschützen von der Insel Rab, Liccaner Regiment aus Gospić, Kompanie aus Ivanić-Grad, Poljice Republik aus Omiš, Hist. Gruppe „Ban Gašpar Alapić“, Illyrer aus Krapina, Stadtwache Požega und die kroatischen Ritter der Königsstadt Jajce in Bosnien und Herzegowina. (Zug Nr. 27.b)
Neu beim Trachten- und Schützenzug ist die „Bauerngman Villach“ aus Kärnten in Österreich. Gegründet 1908 unterstützt der wohltätige Verein bedürftige Kinder. Getragen wird die Gailtaler Tracht. Männer: Lederhose, Samtrock, hohe Stiefel und ein Seidentuch. Frauen: viele Rockschichten aus Plissee, bunte Tücher und einen handgestickten Federkielgürtel. Der Bauerngman Villach ist zwar ein reiner „Männerverein“, für das „Kirchtagsladen“ sind aber die die „Kirchtagsladerinnen“ in der bunten Gailtaler Tracht unverzichtbar. (Zug Nr. 27.c)
Die Folkloretanzgruppe aus Bordeaux „Lous Réoulès“ in Frankreich, hatte Ihren Ursprung bereits 1927 und sich zum Ziel gesetzt, die Traditionen des Südwestens Frankreichs zu bewahren und zu verbreiten, indem er Volkstanzaufführungen im In -und Ausland durchführt. Die Tänzerinnen tragen die festliche Tracht der Bürgerinnen im Tal der Basse Garonne aus dem 19 Jhd. Die Tänzer tragen die Tracht der Schiffer aus dem 18 Jhd. Ihre Musiker tragen die Baskenmütze, den Kittel und das Kopftuch der Maquignons (der Viehhändler). Bordeaux ist eine Partnerstadt der Landehauptstadt München. (Zug Nr. 31.c)
Der Verband aus Niederbayern wurde 1965 als Vereinigung der Spielmanns- und Fanfarenzüge des Grenzlandes gegründet und feiert 2025 jetzt unter dem Namen Bayerwald – Spielmannsvereinigung sein 60-jähriges Jubiläum. Getragen werden historische Landsknecht Uniformen, Musketier ähnliche Uniform, Herolds-Uniform, historische Landwehruniform und die Original Holledauer Bürgertracht. Der Verband besteht aus 12 Vereinen. (Zug Nr. 39.a)
Neu dabei ist die Trachtengruppe der Heimatortsgemeinschaft Großau e.V. aus Siebenbürgen/Rumänien. Die HOG Großau setzt sich für eine lebendige Gemeinschaft ein, in der die Bewahrung der Trachten und die damit verbundene Tradition Raum erhalten. Die siebenbürgische Gemeinschaft präsentiert einen Hochzeitszug mit den Trachten der Großauer Sachsen und Landler. Traditionell wird der Zug von den Kindern angeführt, die Mädchen tragen ein dirndlartiges Gewand mit einer reich bestickten Schürze sowie ein Spitzen- oder Samthäubchen. Die Jungen tragen das „genähte Hemd“ mit bestickter Krawatte. (Zug Nr.45.a)
Die Alt-Schlierseer Trachtengruppe vom Schliersee in Oberbayern trägt die Tracht, wie sie um 1830 im Schlierseer Raum üblich war. Sie wurde durch die bekannten Maler Lorenzo Quaglio und Peter von Hess in zahlreichen Gemälden festgehalten. Besonderheit: Ein historischer Festwagen von 1830 aus der Anfangszeit der Wiesn der von vier Haflingern gezogen wird. Zum Unterschied der relativ „farblich uniformen“ Gebirgstrachten (graue, bestickte Joppen, schwarzer Schalk) war diese spätbiedermeierliche Mode sehr individuell und farbig. Die Lederhose ist nicht mit hellgrüner Quaste und „Blattstickerei“ wie bei den Gebirgstrachten, sondern „relief“-bestickt und ohne Quaste. Vereinsgründung 1984. (Zug Nr. 47.b)
Das Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg präsentiert in diesem Jahr die Bayrische Landesausstellung „Ludwig I.-Bayerns größter König?“ in Regensburg. Darstellung von König Ludwig I. & Königin Therese von Bayern im königlichen Ornat zum 200-jährigen Thronjubiläum in einem großen Schiffs-Landauer, gezogen vom zweispännigen NorikerRappen-Gespann. Das Oktoberfest ist mit dem Königspaar aufs Engste verbunden, schließlich geht der Ursprung der Wiesn auf die Festlichkeiten zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen zurück. (Zug Nr. 52.b)
………………………………… und viele mehr, lassen Sie sich überraschen! …










