DsiN-Sicherheitsindex 2019: Verbraucher fühlen sich wieder sicherer im Netz

DsiN-Sicherheitsindex 2019 Gesamtindex
  • Sicherheitskompetenz steigt, Sicherheitsverhalten stagniert
  • Interesse und Skepsis gegenüber smarten Versicherungstarifen
  • Cyberfibel für wirksame Aufklärungsarbeit

Verbraucher fühlen sich wieder sicherer im Netz. Das zeigen die Ergebnisse des DsiN-Sicherheitsindex 2019, der heute von Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) gemeinsam mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und dem Studienpartner Kantar in Berlin vorgestellt wurde. Nachdem der DsiN-Index drei Jahre in Folge gesunken war, ist der Wert in diesem Jahr leicht auf 62,3 Punkte gestiegen (2018: 60,9 Punkte).

Indexwert 2019: Mit 62,3 Punkten ist der Negativtrend gestoppt
Der verbesserten Sicherheitslage liegen drei Faktoren zu Grunde: Eine geringere Verunsicherung bei Verbrauchern, eine gesunkene Zahl der wahrgenommenen Sicherheitsvorfälle sowie der Anstieg des individuellen Sicherheitswissen. Beim Sicherheitsverhalten zeigten deutsche Onliner in diesem Jahr jedoch keine Verbesserung. „Dieses Ergebnis zeigt: Wir müssen digitale Aufklärungsarbeit wirksamer gestalten. Es geht darum, Nutzer zur Umsetzung von bekannten Schutzvorkehrungen zu motivieren“, erläuterte DsiN-Vorstandsvor-sitzender Dr. Thomas Kremer zur Studienvorstellung in der Bundespressekonferenz.

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Aus Sicht des Bundesministeriums der Justiz und Verbraucherschutz erklärte Rita Hagl-Kehl, Parlamentarische Staatssekretärin, MdB: „Erfreulich ist, dass sich nach der Studie die digitale Sicherheitslage bei Verbrauchern verbessert hat. Sorge bereitet uns das Gefälle zwischen Verbrauchergruppen. Es bleibt eine wichtige Aufgabe, dafür zu sorgen, dass im Digitalen niemand abgehängt wird.“ Zwischen den fünf Verbrauchertypen, welche der Index unterscheidet, hat sich das Sicherheitsgefälle im Jahr 2019 weiter verstetigt. Während die souveränen Nutzergruppen der Antreibenden mit 71 Indexpunkten und Bedachtsamen mit 73,3 Punkten bereits recht sicher unterwegs sind, zeigen die drei übrigen Gruppen deutlichen Unterstützungsbedarf: Die Außenstehenden sind mit 47,6 Punkten und einem vergleichsweise hohen Anteil älterer Nutzer Schlusslicht, gefolgt von den Fatalisten (52,7 Punkte) und Gutgläubigen (57,4 Punkte). Gemein ist diesen Gruppen eine mangelnde Risikoeinschätzung sowie fehlende Selbstmotivation bei der Anwendung von Schutzmaßnahmen.

Smarte Versicherungstarife: Digitale Aufklärungsarbeit erwünscht
Im Umgang mit neuen digitalen Lebenswelten deckt der Index eine wachsende IT-Skepsis bei Verbrauchern auf. „Waren Fernseher, Autos, Armbanduhren oder Kühlschränke bislang keine IT-sicherheitsrelevanten Begleiter, durchdringt das Internet der Dinge mehr und mehr den digitalen Alltag“, betont Tobias Weber vom Studienpartner Kantar. „Der Index zeigt, dass Nutzer passende Anleitungen benötigen, um IT-Schutzkenntnisse für die neuen digitalen Dienste und Geräte zu erwerben.“ Dies zeigt sich auch im diesjährigen Fokusthema des Sicherheitsindex zu smarten Versicherungstarifen. Rund ein Drittel der Verbraucher (36,1 Prozent) können sich zwar vorstellen, smarte Versicherungsangebote zu nutzen. Jedoch fürchten über 73 Prozent der Befragten Missbrauch, Manipulation oder Diebstahl von Versicherungsdaten.

Dazu hob Dr. David Stachon von DsiN-Mitglied Generali Deutschland hervor: „Der DsiN-Sicherheitsindex 2019 zeigt enorme Aufklärungsbedarfe bei digitalen Versicherungsangeboten. Es geht um eine souveräne Bewertungskompetenz bei Verbrauchern. Zwei Drittel wünschen sich hier zusätzliches Engagement durch neutrale Stellen.“ Das Unternehmen ist DsiN in diesem Jahr beigetreten, um den Verein im Themenfokus Cyberversicherungen zu unterstützen.  

Cyberfibel schafft Grundlage für wirksame Aufklärungsarbeit
Zur Veröffentlichung des DsiN-Sicherheitsindex kündigte der Verein zusätzliche Aktivitäten in der digitalen Verbraucheraufklärung an. So wird DsiN im Herbst 2019 mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) ein Handbuch für Verhaltensstandards in der Verbraucheraufklärung bereitstellen. Für den DsiN-Vorsitzenden Dr. Thomas Kremer folgt die DsiN-BSI-Cyberfibel dem Bedarf nach Orientierungshilfe für Multiplikatoren. Die Cyberfibel vermittelt verständliche Anleitungen zum sicheren Umgang mit digitalen Diensten. Eine Kurzfassung der Cybefibel, die unter Mitwirkung des DsiN-Mitglieds Samsung konzipiert wurde, wird zum DsiN-Jahreskongress erstmals vorgestellt.

Als weiteres Projekt präsentierte der Verein ein neues Schulungsangebot für Politiker von der kommunalen Ebene bis zur Bundespolitik: Das Projekt Politiker sicher im Netz, kurz PolisiN wird ab Juni 2019 bundesweit lokale Schulungen durchführen, um den sicheren Umgang mit digitalen Medien zu trainieren. Das Projekt ist auch eine Reaktion auf die Doxing-Sicherheitsvorfälle zum Jahresbeginn.

Um dem Bedarf an digitaler Aufklärungsarbeit in ausgewählten Lebensfeldern besser nachzukommen, wird DsiN im Rahmen seiner laufenden Aktivitäten Themenquartale zu Cyberversicherungen durchführen, um die Vorteile und Vorbehalte in diesem Themenfeld zu beleuchten. Dazu gehört auch das Projekt Digital-Kompass für Multiplikatoren in der Seniorenarbeit. Perspektivisch wird das Themenfeld auch auf weitere Zielgruppen wie Auszubildende und kleinere Unternehmen ausgebaut.

Der DsiN-Sicherheitsindex 2019 steht bereit unter folgendem Link:
https://www.sicher-im-netz.de/files/DsiN-Sicherheitsindex_2019.pdf