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Dienstag, 28 April 2026
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Lassa, Ebola & mehr: Die (Fach-)Welt zu Gast in der München Klinik Schwabing

Lassa, Ebola & mehr: Die (Fach-)Welt zu Gast in der München Klinik Schwabing
as Team der Sonderisolierstation der München Klinik Schwabing veranstaltete die internationale Tagung gemeinsam mit demmit der Geschäftsstelle des STAKOB am Robert Koch Institut sowie der weltweiten High Level Isolation Unit (HLIU) Nursing Association. Von links nach rechts: Dr. Michael Seilmeier (München Klinik Schwabing), PD Dr. Timo Wolf (Universitätsmedizin Frankfurt, STAKOB-Sprecher), Dr. Agata Mikolajewska (Robert Koch-Institut, Geschäftsstelle des STAKOB), Dr. Wolfgang Guggemos (München Klinik Schwabing), Stefan Boxnick (Uniklinik Düsseldorf, Koordinatior der HLIU Nursing Association) und PD Dr. Annette Jurke (Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen (LfGA NRW), STAKOB-Sprecherin). Bildnachweis: Klaus Krischock / München Klinik.

Die Sonderisolierstation der München Klinik (MüK) Schwabing, die zu den sieben deutschen Behandlungszentren des STAKOB (Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger) gehört, hat am 16. April zusammen mit der Geschäftsstelle des STAKOB am Robert Koch Institut (RKI) und der weltweiten High Level Isolation Unit (HLIU) Nursing Association eine internationale Tagung zum Management von Krankheiten durch hochpathogene Erreger (High Consequence Infectious Diseases, HCID) gestaltet.

 Wie fühlt es sich an, wenn rund 100 Fachleute aus der ganzen Welt in Schwabing zusammenkommen, um über Themen zu sprechen, die zwar selten, jedoch für die weltweite Gesundheit von enormer Bedeutung sind? Die hochspezialisierte Sonderisolierstation in Schwabing hat genau das erlebt – und gemeinsam mit der Geschäftsstelle des STAKOB eine internationale Tagung zu sogenannten HCID Patient*innen (High Consequence Infectious Diseases) ausgerichtet. Ein Ereignis, das zeigt, wie bedeutsam die Expertise des MüK-Teams für München, Bayern und darüber hinaus ist.

Von Australien nach Schwabing: Internationaler Erfahrungsaustausch
Bei der gemeinsamen Veranstaltung von MüK und der STAKOB-Geschäftsstelle am RKI trafen sich rund 100 Expert*innen aus zahlreichen Ländern – von Australien bis Island. Sie diskutierten aktuelle Entwicklungen rund um die Versorgung von HCID Patient*innen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen aus dem Alltag – etwa zur Frage, wie man die Versorgung solcher Patient*innen möglichst realitätsnah simuliert und trainiert. Ein besonderes Thema war dabei die enge Zusammenarbeit zwischen Pflege, Ärzt*innen und internationalen Partnern sowie die Bedeutung gut geübter Abläufe im Ernstfall.

„Wir bereiten uns auf den Ernstfall vor, der hoffentlich nur ganz selten eintritt. Aber die Gefahr für Ausbrüche und Pandemien steigt. Umso wichtiger ist der internationale Erfahrungsaustausch. Wir sind stolz darauf, Ko-Gastgeber für eine solche internationale Tagung gewesen zu sein,“ sagen die pflegerisch und medizinisch Verantwortlichen der Schwabinger Sonderisolierstation Markus Tatusch (Pflegerischer Leiter), Dr. Wolfgang Guggemos (Leitender Oberarzt Infektiologie) und Dr. Michael Seilmeier (Oberarzt Infektiologie).

Schwabinger Sonderisolierstation: Eine Station mit bundesweiter Bedeutung
Die Sonderisolierstation in Schwabing ist eines von nur sieben nationalen Behandlungszentren des STAKOB (Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger) in Deutschland für Erkrankungen durch hochpathogene Erreger. Und sie ist die einzige Station in ganz Bayern, die Patient*innen mit hochgefährlichen Infektionen gleichzeitig isolieren und intensivmedizinisch behandeln kann.

Dafür gibt es:

  • einen speziell gebauten Hochisoliertrakt
  • technische Einrichtungen zum Schutz von Mitarbeiter*innen und Umgebung
  • hochqualifizierte Pflegefachpersonen und Ärzt*innen, die umfangreiche Erfahrung mitbringen

Diese Expertise besteht nicht erst seit COVID-19 – das Team arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich in der Infektiologie und Tropenmedizin und ist bayernweit das größte Referenzzentrum auf diesem Gebiet.

Was hinter HCID steckt – einfach erklärt
HCID Patient*innen sind Menschen, die an besonders gefährlichen Infektionskrankheiten leiden, wie zum Beispiel Ebola oder Lassa. Diese Krankheiten sind ansteckend, schwer zu behandeln und potenziell lebensbedrohlich. Damit weder Personal noch andere Patient*innen gefährdet werden, braucht es besonders strenge Schutzmaßnahmen, speziell geschulte Teams und eine Umgebung, die auf solche Fälle vorbereitet ist.

Was ist der STAKOB?
Für das Management und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Krankheiten durch hochpathogene Erreger gibt es in Deutschland ein bundesweites Expertennetzwerk, den STAKOB (Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger), der die klinische und Public Health Expertise vereint.