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Foto: Michael Nagy

Medaille „München leuchtet“ in Gold für Uschi Glas

Die Liste der Auszeichnungen, mit denen die Schauspielerin Uschi Glas im Laufe ihrer Karriere geehrt wurde, ist lang: Für ihre schauspielerischen Erfolge wurde die „Quotenkönigin des deutschen Fernsehens“ mit zahlreichen Film- und Fernsehpreisen wie dem Bravo Otto, der Goldenen Kamera, dem Bambi und dem Bayerischen Fernsehpreis überhäuft. Heute hat Oberbürgermeister Dieter Reiter indes das soziale Engagement der Schauspielerin in den Mittelpunkt gerückt, als er sie im Münchner Rathaus mit der Medaille „München leuchtet – Den Freundinnen und Freunden Münchens“ in Gold auszeichnete. Die Stadt verleiht Glas die Auszeichnung sowohl in Anerkennung ihrer sozialen Leistungen wie auch ihrer Verdienste um die Kulturstadt München.

„Uschi Glas ist ja gleich in mehrerlei Hinsicht eine hochverdiente Persönlichkeit Münchens und damit eine würdige Empfängerin der Medaille „München leuchtet’“, hob Reiter hervor. Mit ihrer Rolle in der in Schwabing spielenden Filmkomödie „Zur Sache, Schätzchen“ wurde die aus Landau an der Isar stammende Schauspielerin 1968 auf einen Schlag zum Star des jungen deutschen Films. Seither ist sie eine der populärsten deutschen Schauspielerinnen.

Zunächst spielte sie Winnetous Schwester in der Karl-May-Verfilmung „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ und die kesse Göre in mehreren „Pauker“-Filmen. Später war sie zentrale Figur in vielen erfolgreichen Fernsehserien. In der Kult-Serie „Polizeiinspektion 1“ war sie von 1977 bis 1988 an der Seite von Elmar Wepper zu sehen, mit dem sie auch in den Serien „Unsere schönsten Jahre“ und „Zwei Münchner in Hamburg“ zusammen auftrat. Starke Frauen mimte Glas in den Serien „Anna Maria – Eine Frau geht ihren Weg“, „Sylvia – Eine Klasse für sich“ und „Zwei am großen See“. Auch an den beiden „Fack ju Göhte“-Filmen wirkte sie als frustrierte Lehrerin mit.

„Mindestens ebenso beeindruckend wie diese schauspielerische Karriere aber ist Ihr soziales Engagement“, betonte OB Dieter Reiter bei der Verleihung der Medaille. Als Schirmherrin der „Deutschen Stiftung Patientenschutz“ setze Glas sich für schwerstkranke, pflegebedürftige und sterbende Menschen ein. Im Kampf gegen Blutkrebs unterstützt sie die Deutsche Knochenmarkspenderdatei.

Besonders berührt zeigte sich Reiter aber davon, dass Glas zusammen mit ihrem Ehemann Dieter Hermann 2009 den Verein brotZeit gründete, der bedürftige Kinder an rund 130 Grund- und Förderschulen in ganz Deutschland mit Frühstücken versorgt, 28 davon allein in München. „Dass eine private Initiative dafür sorgen muss, dass Kinder in dieser reichen Stadt nicht hungrig im Unterricht sitzen müssen“, das gebe ihm zu denken, so Reiter. Er dankte der Schauspielerin und ihrem Mann für dieses Engagement und kündigte an: „Wir werden sehen, wie wir diese Arbeit unterstützen können.“

Glas zeigte sich geehrt von der Auszeichnung. Sie erinnerte an die Anfänge ihres Engagements. Als sie 2008 gelesen habe, dass täglich Tausende Kinder hungrig zur Schule gehen, habe sie es zunächst nicht glauben können. Mit dem Verein brotZeit, in dem sich vor allem Senioren ehrenamtlich engagieren, erhielten die Kinder an den beteiligten Schulen nicht nur täglich ein reichhaltiges Frühstücksbuffet an ihrer Schule. Die Helfer unterstützen die Lehrer auch im Unterricht und bei der Hausaufgabenbetreuung. Dieses Angebot wolle der Verein in Zukunft noch weiter ausbauen, kündigte Glas an.

„Zu Tränen gerührt“ zeigte sich Glas bei der Ehrung auch vom großen Engagement der Münchner in der aktuellen Flüchtlingssituation. „Ich bin stolz auf diese Stadt.“

An der Ehrung im Rathaus nahmen neben Glas‘ Ehemann Dieter Hermann auch die ehrenamtlichen Stadtratsmitglieder Klaus Peter Rupp, Julia Schönfeld-Knor und Christian Vorländer (alle SPD-Fraktion) sowie Thomas Schmid (CSU-Fraktion) und Dr. Wolfgang Heubisch (Fraktion Freiheitsrechte, Transparenz und Bürgerbeteiligung) teil.