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Donnerstag, 9 Juli 2026
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Oktoberfest-Attentat 1980 – 45 Jahre umkämpfte Erinnerung

Oktoberfest-Attentat 1980 - 45 Jahre umkämpfte Erinnerung

Am Haupteingang des Münchner Oktoberfests zündete ein Rechtsextremist am 26. September 1980 eine Bombe. Bei dem Attentat wurden 13 Menschen getötet und mehr als 200 Menschen verletzt. Auch der Täter aus dem Umfeld der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ starb. Der Anschlag ist bis heute der schwerste rechtsextreme Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik.

Anlässlich des 45. Jahrestags des Attentats am Freitag, 26. September, gedenkt die Stadt München zusammen mit der Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) um 9.30 Uhr am Haupteingang zum Oktoberfest der Opfer und Betroffenen. Es sprechen Oberbürgermeister Dieter Reiter, Vertreter der Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Robert Höckmayr, Überlebender des Attentats, sowie Sonia Zanotti, die Vizepräsidentin der Vereinigung „2 Agosto 1980“ aus Bologna.

Am Abend ab 18 Uhr laden das Kulturreferat und die Fachstelle für Demokratie unter dem Titel „Oktoberfest-Attentat 1980 – 45 Jahre umkämpfte Erinnerung“ zu einem Vortrag und Gesprächen in das Alte Rathaus. Ezra Rudolph, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Europäische Kultur- und Zeitgeschichte der Universität Göttingen, untersucht die Rolle von Betroffenen terroristischer Gewalt als politische Akteure im In- und Ausland. Im Vortrag „Von München nach Bologna: Die Überlebenden rechter Gewalt und ihr Kampf um die Erinnerung“ zeigt Ezra Rudolph, wie in München seit 1980 um Anerkennung und gegen die Entpolitisierung der Tat gerungen wurde – auch durch Betroffene, die aus ihrem eigenen Schmerz heraus öffentlich das Wort ergriffen.

Ein Gegenstück zur mühsam erkämpften Erinnerung in München bietet der Blick nach Bologna, wo sich 1980 nach dem rechtsterroristischen Anschlag auf den örtlichen Bahnhof schnell eine lebendige Erinnerungskultur entwickelte. Über gewerkschaftliche Kontakte entstanden zudem Kontakte zwischen den Betroffenen beider Taten, die es den Münchner Überlebenden ermöglichte, in Bologna eine Form der Anerkennung zu erfahren, die ihnen in Deutschland verwehrt geblieben war. Zu Gast ist deshalb auch Sonia Zanotti, Vizepräsidentin der Vereinigung der Angehörigen der Opfer des Anschlags vom 2. August 1980.

Nach dem Vortrag folgt ein moderiertes Gespräch mit Überlebenden des Attentats sowie Laura Pulz vom Kreisjugendring München. Sie berichten von ihren Erfahrungen aus Zeitzeugengesprächen mit Schüler*innen einer städtischen Berufsschule.
Abschließend diskutieren Sonia Zanotti, der Musiker und Autor David Mayonga alias Roger Rekless und Ezra Rudolph. Die Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen ist kosten- und barrierefrei sowie ohne Anmeldung möglich. Alle Informationen unter https://public-history-muenchen.de/ver-anstaltungen/oktoberfest-attentat-1980

Neue Auflage der Broschüre „26.September1980“
Ebenfalls zum Jahrestag erscheint die fünfte, erweiterte Auflage der Broschüre „26. September 1980 – Das Oktoberfest Attentat“ von Tatjana Neef, herausgegeben vom Kulturreferat und der Fachstelle für Demokratie. Die Publikation ist im Infopoint Museen & Schlösser in Bayern im Alten Hof sowie auf den Gedenkveranstaltungen kostenfrei erhältlich.

Für das aktuelle Schuljahr bietet das Referat für Bildung und Sport, Pädagogisches Institut, in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat München, Public History, Lehrkräften eine Fortbildung zum Oktoberfest-Attentat an. Die Veranstaltung „Das Oktoberfest-Attentat 1980 – Ereignis und Erinnerung“ kann direkt über das Bildungsprogramm des Pädagogischen Instituts gebucht werden unter https://bildungsprogramm.pi-muenchen.de/50434554-id/